500 Luxusimmobilien finden in der Türkei keine Abnehmer

Mehr als 500 kleine Schlösser stehen eng aneinander geschmiegt auf dem Grundstück des Immobilienprojekts Burj Al Babas leer in der Landschaft herum, nachdem der Bauherr im November 2018 Insolvenz beantragen musste. Man hatte die Schlösser in der nördlichen Provinz Bolu für reiche Investoren aus den Golfstaaten geplant, doch als die Türkei in eine vorhersehbare Rezession schlitterte, war es auch mit dem Bauboom in diesem Land vorbei. Ähnliches steht auch in Deutschland demnächst bevor, weil die gleichen wirtschaftlichen Fehler global durchgeführt wurden.

Auf halber Strecke zwischen Istanbul und Ankara hatte man insgesamt 732 kleine Schlösser im französischen Stil geplant. Die Bauarbeiten begannen 2014, als die Welt scheinbar noch in Ordnung war, was aber seit 2008 nicht mehr der Fall war. Mit dem Niedergang der türkischen Wirtschaft hörte auch die Bautätigkeit bald danach auf. Der Bauträger Sarot Group sitzt nach seiner Insolvenz vom November 2018 auf einem Schuldenberg von 27 Millionen Dollar. Weitere andere große Bauprojekte in der Türkei befinden sich ebenfalls in der Schwebe, nachdem sich die Konjunktur abgekühlt war. Der Bauboom war wie in vielen anderen Ländern der Welt auch lediglich ein scheinbarer Wirtschaftsaufschwung, welcher mit wertlosem Geld finanziert wurde. Ab einem gewissen Punkt, wenn nämlich das künstliche Wirtschaftswachstum mangels wirtschaftlicher Nachhaltigkeit einbricht, implodiert zwangsläufig auch das Baugewerbe. Diesen Zeitpunkt hat man in der Türkei im zweiten Halbjahr 2018 erreicht, bei uns in Deutschland werden wir das im zweiten Halbjahr 2019 erleben.

Kunden aus dem Irak, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kauften 350 dieser kleinen Schlösser zum Preis zwischen 370.000 und 530.000 Dollar. Aber diese einstmals reiche Kundschaft zahlte nicht wie vereinbart ihr Geld ein, was zur Insolvenz des Bauträgers führte. Das kommt davon, wenn man sich auf die Nachrichten der Leitmedien verlässt. 587 Schlösser waren bis zur Insolvenzanmeldung fertiggestellt und das zuständige Gericht ordnete den Baustopp nach der Insolvenz an. Das Gesamtprojekt umfasste ein Volumen von 200 Millionen Dollar und nach Angaben des Bauträgers würde der Verkauf von 100 Schlössern genügen, um die Schulden zu tilgen.

Wenn die Araber nicht mehr solche kleinen Beiträge in der Tasche haben, kann man sich leicht vorstellen, an welchem Punkt die Weltwirtschaft angelangt ist. Der niedrige Ölpreis wird seit einigen Wochen erfolglos verzweifelt nach oben gedrückt, aber aufgrund der schleppenden Nachfrage aus China ist das ein relativ sinnloses Unterfangen.

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