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Alles hat ein Ende

Am 9. Oktober 2019: Der IWF (Internationale Währungsfonds) sieht für 90 % der Volkswirtschaften der Welt ein geringeres Wachstum („in der Nähe des Stillstands“) und das geringste Wachstum seit der Lehmann-Pleite zu Beginn der ersten Finanzkrise. Schuld ist natürlich Donald Trump, doch in Wirklichkeit ist es unser Finanzsystem. Jerome Powell, der Chef der amerikanischen Zentralbank Fed verkündete gestern das aus der Overnight-Repomarkt-Krise entstandene Quantitative Easing  4 (QE4 oder Gelddrucken in der vierten Auflage), will es aber explizit nicht als solches bezeichnen. Doch damit nicht genug, denn tags zuvor verwies die BIZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel) noch darauf, dass das QE die Finanzmärkte zerstörte. Aber bevor man bei der Federal Reserve kapituliert und gar nichts unternimmt, macht man lieber das Falsche. Mehr ist von der Federal Reserve in diesem Kreditzyklus nicht mehr zu erwarten. Der Fed geht es dabei so wie Sandra Bullock und Keanu Reeves im Film „Speed“. Sobald die Fed das Gaspedal beim QE zu stark oder zu schwach betätigt, fliegt der ganze Schulbus in die Luft. Die Weltwirtschaft wurde bereits nach der ersten Finanzkrise in ein Wachkoma versetzt, weil man wusste, dass sie nicht mehr zu retten ist. Doch in diesen Wochen verschwinden auch aus diesem komatösen Zustand die letzten Lebenssignale.

 

In Hongkong drohte Bürgermeisterin Carrie Lam den Demonstranten an, dass die chinesische Armee bereit zum Einmarsch in Hongkong sei. Deutlicher geht es wirklich nicht mehr. Die türkische Armee steht kurz vor dem Einmarsch in Syrien und hat sich gestern für die russische Alternative des SWIFT Überweisungssystem entschieden. Die syrischen Kurden beabsichtigen in der kommenden militärischen Auseinandersetzung mit der Türkei eine Partnerschaft mit Assad und den Russen. Und Innenminister Seehofer kündigt deshalb eine neue Fluchtwelle an, weil bei uns gerade eine Entlassungswelle läuft und wir dringend noch mehr Fachkräfte benötigen.

 

Die US-Aktien goutierten gestern den Geldsegen Jerome Powell nur mäßig, obwohl dies zumindest theoretisch der Sinn und Zweck dieser Übung war. Als Donald Trump schließlich noch mit seinen Sanktionen gegen China und für die Uiguren den US-Aktien durch die Parade fuhr, sanken sie gestern unter ihre technischen Widerstandswerte ab. Davon profitierte der Silberpreis mit 523 Euro pro Kilo und etwas schwächer der Goldpreis mit 1.507 Dollar pro Unze. Der WTI-Ölpreis bleibt weiterhin ein Spiegelbild unserer schwachen Weltwirtschaft mit 52,48 Dollar pro Fass.

 

Seit heute befasse ich mich übrigens seit exakt 40 Jahren mit unserem Finanzsystem und nur G. Edward Griffin in Kalifornien ist mit insgesamt 65 Jahren noch etwas länger an diesem Thema dran. Die relevanten Wirtschaftsnachrichten werden in letzter Zeit immer dünner und bevor ich mich wiederhole, stelle ich die täglichen Reportagen demnächst komplett ein. Der weitere Gang der Geschichte wird chronologisch im dritten Teil bis zum bitteren Ende fortgeführt. Das große Finale könnte am Monatsende oder auch wie in meinem Buch kalkuliert erst im nächsten Frühjahr eintreffen. Auf diesem Portal geht es in der Zwischenzeit zunächst mit unregelmäßigen Artikeln über Wirtschaftsgeschichte und Wirtschaftspolitik weiter, damit Sie sehen, dass es das alles schon mindestens einmal gegeben hat und wie es sich wirklich entwickelte.

 

Wir steuern jetzt auf eine Singularität unseres Finanzsystems zu, d.h. einem Extrempunkt mit gegen null konvergierender Macht des Systems und einem sie bedrohenden unendlichen Chaos. Diesen Zeitpunkt muss man dann wie im ersten Teil der Kinoreihe „Back to the Future“ nutzen, weil man den Blitzeinschlag im Kirchturm aus den Geschichtsbüchern bereits kannte und dann fliegt man wieder in das uns geraubte marktwirtschaftliche Finanzsystem zurück.  

 

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