Privacy Policy Am entscheidenden Tag im amerikanischen Repo-Markt ist nichts passiert | AG News

Am entscheidenden Tag im amerikanischen Repo-Markt ist nichts passiert

Wie immer an solchen vorhergesagten Schicksalstagen passierte auch gestern nur wenig bis gar nichts. Die Zinsen am US-Repo-Markt gingen gestern nur leicht von 1,58 % auf 1,69 % hinauf. Das ist zwar ein Höchstwert für diesen Monat, aber noch nicht der von Zoltan Pozsar vorhergesagte potenzielle Zünder einer Endphase dieser Finanzkrise. Wichtig ist jedoch an dieser Stelle noch immer die Tatsache zu erwähnen, dass etwas im Finanzsystem seit 3 Monaten gebrochen ist. Sie würden sich bei einem Rohrbruch in Ihrem Haus wohl wundern, wenn der Klempner gleich mit 5 Leuten und einem Baukran anrücken würde. Der US-Repo-Markt ist das “Wasserleitungssystem” des amerikanischen Finanzsystems und die Zentralbank Federal Reserve ist zur Veranschaulichung der verantwortliche Klempner. Die FED hat dafür zu sorgen, dass die Geldströme zuverlässig fließen. Sie verfügt im Moment nur noch über das Mittel der Flutung des Finanzsystems mit zusätzlicher Liquidität, weil die Zinsen in den USA nicht mehr sehr viel Spielraum nach unten haben. Theoretisch könnte man die Zinsen noch bis maximal minus 1 % absenken, aber bei steigenden Repo-Zinsen ist das einfach nicht mehr möglich. Aber auch die Flutung des Finanzsystems erreicht trotzdem in drei Wochen eine wirklich kritische Schwelle bei 4,5 Billionen Dollar. Das war bislang die höchste Bilanzsumme der FED nach unten. Gestern haben wir erneut leidlich erfahren müssen, dass augenblicklich kein einziger Mensch mehr wirklich weiß, wie dieses Finanzsystem unter bestimmten Belastungen reagieren wird. Beim Erreichen der 4,5 Billionen-Schwelle kommt der nächste spannende Zeitpunkt auf den Bildschirm, an welchem wohl wieder nichts geschehen wird. Aber jenseits dieser Donnerkuppel befindet sich das absolute Niemandsland, in welchem es absehbar sehr schnell ganz ungemütlich werden kann.

Das Rohrsystem unseres Finanzsystems kann man anschaulich mit dem Centre Pompidou in Paris vergleichen, welches mit seinen Röhren ähnlich verschlungen ist. Aber es ist nur ein Kunstwerk und muss nur als solches funktionieren. Das Rohrsystem unseres Finanzsystems entstand im Lauf der letzten 70 Jahre und ist deshalb so unübersichtlich, weil es sich um ein finanzielles Betrugssystem, welches ständig notdürftig ergänzt werden musste, um es am Leben zu erhalten. Weil die erste und zweite Klempnergeneration schon längst ins Gras gebissen hat, kennt keiner mehr die eigentlichen Beweggründe zur Verlegung bestimmter Röhren, weil es erstens geheim war und zweitens nur ein provisorisches Flickwerk. Man arbeitete dabei immer unter dem Motto: nach uns die Sintflut! D.h. es wurde nicht für die Ewigkeit konstruiert. Ein nachhaltiges Finanzsystem würde über glasklare und einfache Regeln verfügen, welche jeder ordentliche Kaufmann verstehen würde. Doch ein Betrugs- oder Ponzi-System kann man nicht offiziell als solches titulieren, weil es dann ziemlich schnell implodieren würde. Beim Hütchenspiel stehen schließlich auch keine Hinweisschilder im Hintergrund herum, dass es sich dabei um betrügerisches Spiel handelt, weil sonst niemand mehr mitspielen würde. Man hat deshalb im Lauf der Jahre auch die akademische Ausbildung diesem Betrugssystem angepasst und deshalb kann heute keiner mehr die Zusammenhänge richtig deuten. Ich habe ein Wirtschaftsabitur gemacht und später im Volkswirtschaftsstudium nichts Neues mehr erfahren. Ein solches Studium ist also völlig sinnlos, weil man kein Wissen vermittelt bekommt, sondern nur Ideologien. Es werden lediglich absichtlich falsche Theorien vermittelt, welche man in der Praxis nicht einfach widerlegen kann, weil sie keinerlei Praxisbezug haben.

Wir befinden uns also alle kurz vor Weihnachten 2019 auf einer völlig ungewissen Reise in eine unbekannte Zukunft. In Indien ist jedoch zum Beispiel die dortige Volkswirtschaft inzwischen vollständig zum Erliegen gekommen und die chinesische Firma Tewoo Group konte gestern ihre Unternehmensanleihen, welche in Dollar begeben wurden, nicht mehr bedienen. Es handelte sich dabei um den größten Zahlungsausfall eines chinesischen Großunternehmens mit 38 Milliarden Dollar Jahresumsatz seit 20 Jahren. Alle Großunternehmen auf der ganzen Welt sind mittlerweile bis zur Halskrause verschuldet, weil sie in den letzten Jahren kaum noch etwas verdienten. Anstatt in neue Produkte zu investieren, haben sie lediglich ihre eigenen Aktien aufgekauft, damit die Aktienkurse immer weiter anstiegen und damit ein vollkommen falsches Bild der wirklichen Situation zeichneten. Das machte in erster Linie die Vorstände reicher und das dafür notwendige Geld wurde einfach als zinsloser Kredit aufgenommen. Aber selbst zinslose Kredite sind irgendwann einmal fällig. Das nennt sich Zahltag und auf dessen globale Party steuern wir schnurstracks zu. Die Weltwirtschaft wird ähnlich wie die indische Volkswirtschaft alsbald zum Stillstand kommen und dann kann man soviel Geld drucken, wie man will. Es nützt dann alles nichts mehr. Dieser Punkt liegt in Sichtweite. Man muss sich deshalb keine große Mühe mehr machen und das Abwassersystem der FED noch ausführlich zu erforschen, weil dieses finanzielle Betrugssystem nur mit einer wachsenden Weltwirtschaft betrieben werden kann, welche bereits jetzt nicht mehr vorhanden ist. 

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