Privacy Policy Aspirin beugt nicht bei allen gegen Herzkrankheiten vor | AG News

Aspirin beugt nicht bei allen gegen Herzkrankheiten vor

Aspirin ist ein weit verbreitetes Arzneimittel, welches in Apotheken als frei verkäufliches Produkt angeboten wird.  Es wird vor allem bei kleineren Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schwellungen und Fieber verwendet. 

In kleinen Mengen verabreicht glauben manche Verwender daran, dass man es bei Herzerkrankungen zur Verringerung des Herzinfarktrisikos verwenden kann, insbesondere zur Vorbeugung eines Schlaganfalls wegen eines Blutgerinnsels. 

Aber wie sich im Jahr 2018 in drei klinischen Tests in den USA herausstellte, schadete diese Anwendung in der Praxis weitaus mehr, als man bislang vermutete.

Die Ergebnisse zeigten nämlich, dass die tägliche Verwendung dieses Arzneimittels nur sehr wenig Vorteile bringt, dabei aber gleichzeitig das Risiko innerer Blutungen deutlich erhöht, und zwar gerade bei Menschen ohne Herzerkrankungen.  

Eine frühere Studie ergab, dass die Mehrheit derjenigen, welche Aspirin verwendeten zu den älteren Erwachsenen gehörten, welche Herzerkrankungen hatten und ihren Hausarzt nicht über die Einnahme dieses Medikaments informierten.

Einige dieser Menschen hatten Magengeschwüre und die Einnahme dieses Arzneimittels erhöhte das Risiko zur Blutung dieser Geschwüre und darauf kann man gut und gerne verzichten.

Die Nachteile bei der Verwendung von Aspirin zur Vorbeugung von Erkrankungen an den Herzkranzgefäßen:

Ein Herzinfarkt oder auch ein Schlaganfall kommt insbesondere dann vor, wenn die Blutzufuhr zum Herz oder Gehirn unterbrochen wird.

Arteriosklerose oder Arterienverkalkung entsteht durch die Bildung von Ablagerungen in den Arterien und ist der häufigste Grund für die vorgenannten Erkrankungen.

Bei der Arteriosklerose bildet sich aus einer Kombination von Cholesterin und Immunzellen ein Belag, welcher sich im Lauf der Zeit verhärtet und damit die Blutbahnen verengt.

Damit reduziert sich die Blutzufuhr zu wichtigen Organen zum Teil erheblich, welche dadurch geschädigt werden. 

Die Sauerstoff- und Energiezufuhr zum Herz wird dadurch eingeschränkt und führt dann unter Umständen zu einem Herzinfarkt. Probleme entstehen aber auch dann, wenn sich Teile des Arterienbelags lösen und damit Blutgerinnsel bilden.

Diese Blutgerinnsel verstopfen die Blutbahnen und verhindern die Blutzufuhr für andere Teile des Körpers.

Blutgerinnsel, welche die Blutzufuhr zum Herz verhindern, können einen Herzinfarkt auslösen und Blutgerinnsel, welche die Blutzufuhr zum Gehirn behindern, können einen Schlaganfall verursachen.

Aspirin wird oftmals zur Vorbeugung solcher Erkrankungen verwendet, weil es als Blutverdünner gilt und deshalb die Bildung von Blutgerinnseln verhindern soll.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie in den “Annals of Internal Medicine”, haben Forscher der Harvard Medical School und des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston darüber berichtet, dass ungefähr ein Viertel der über 40-Jährigen in den USA täglich Aspirin verwenden.

Diese Menschen leiden nicht unter der Erkrankung von Herzkranzgefäßen, aber sie verwenden dieses Arzneimittel zur Vorbeugung gegen solcher Krankheiten.

Von diesen 29 Millionen Menschen nehmen 6,6 Millionen das Aspirin ohne das Wissen ihres Hausarztes ein, welches dann zum Problem werden kann, falls man ein Magengeschwür hat.

Inzwischen nimmt auch die Hälfte der über 70-jährigen Amerikaner täglich Aspirin ein, obwohl sie keine Probleme mit ihren Herzkranzgefäßen haben oder Schlaganfälle hatten.

Dabei sind es gerade ältere Menschen, welche ein viel höheres Risiko eingehen, an inneren Blutungen zu erkranken.

Das gilt inzwischen als wissenschaftlich gesichert und deshalb sollte nach Angaben der verantwortlichen Autorin einer Studie zu diesem Thema (Dr. Christina Wee) bei der Einnahme von Aspirin äußerst vorsichtig sein. 

Scheinbar ist es aber älteren Amerikanern das Risiko wert, möglichen Herzerkrankungen trotzdem auf diese Art vorzubeugen.

Magengeschwüre bilden sich bevorzugt im Umfeld von Geschwüren und Wunden im Dünndarm.

Aspirin wird deshalb keinen Patienten verordnet, welche diese Krankheiten haben, weil Aspirin höchstwahrscheinlich Blutungen an ihren Geschwüren verursachen würde.

Falls die Blutung eines Geschwürs nicht entsprechend behandelt wird,  kann dies zu Blutmangel oder einem ernsthaften Blutverlust führen. Dies macht dann einen Krankenhausaufenthalt oder eine Bluttransfusion unvermeidlich.

Diese Erkenntnisse machen es also durchaus notwendig, dass noch mehr Aufklärungsarbeit zum Thema Aspirin bei allen Beteiligten durchgeführt wird.

Seit 2019 wird deshalb in den Richtlinien für Ärzte etc. in den USA darauf hingewiesen, dass Aspirin nicht bei den über 70-Jährigen eingesetzt werden sollte, wenn sie keine bekannten Vorerkrankungen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hatten. 

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