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Augen auf beim Brillenkauf!

Irgendwann braucht jeder eine Brille. Bei mir begann es schon mit 15 Jahren mit einem aus heutiger Sicht altmodischen Brillengestell, welches damals auch von Woody Allen in seinen Filmen getragen wurde. Doch im Gegensatz zu ihm war ich nicht für die Auswahl verantwortlich. Unser damaliger Nachbar war Optiker und er verunstaltete mein Erscheinungsbild durch diese Monster in den siebziger und achtziger Jahren unnötig. Erst mein Optiker in Bonn erkannte das für mich richtige Brillendesign und von jener Zeit an war ich etwas flotter unterwegs. Die Macht eines Optikers auf unser Erscheinungsbild ist nach wie vor ziemlich groß und deshalb sollte man sich unbedingt den Richtigen zulegen. Früher geschah dies hauptsächlich durch persönliche Kontakte und über Empfehlungen aus dem Familien- oder Bekanntenkreis. Heute verschafft man sich den entsprechenden Überblick einfacher und schneller durch Google. Mittels der Rezensionen kann man sich ganz gut über die Optiker in seiner Nähe informieren und er sollte in der Tat nicht allzu entfernt sein. Weniger als 10 Bewertungen sind nicht aussagekräftig genug, weil die meisten davon gefälscht sein werden, insbesondere dann, wenn sie alle durch die Bank sehr gut ausgefallen sind. Erst ab ungefähr 25 Bewertungen wird es etwas aussagekräftiger und jenseits der 350 Bewertungen ist das Ergebnis statistisch gesehen sogar, als repräsentativ zu bewerten. Persönliche Empfehlungen können Eindrücke zusätzlich unterstützen, aber man sollte sich nicht zu sehr darauf verlassen, weil sie subjektiv sind und man keine 25 persönliche Empfehlungen zu einem Optiker erhält. Es sei denn, man startet eine Befragung auf der Straße, was aber wohl keiner macht.

 

Vorsicht beim Augenarzt

 

Einer der vielen Wege zum Optiker führt über den Augenarzt, weil man sich bei Problemen mit dem Sehen erst einmal dort vorstellt. Kommt er zum Schluss, dass eine neue Brille notwendig ist, sollte man damit aber trotzdem vorsichtig sein. Ich habe es in meiner 45-jährigen Brillen-Karriere nämlich noch nie erlebt, dass ein Augenarzt die richtigen Werte ausgemessen hatte. Das wird spätestens dann zum Problem, wenn der Optiker ebenfalls etwas nachlässig ist und die Werte nicht überprüft. Dann kann er einem unabsichtlich eine Brille verpassen, welche über die falschen Brillengläser verfügt. Die bringt einem dann natürlich nichts, selbst wenn die Krankenversicherung die Rechnung bezahlt. Kommt man also über den Augenarzt zum Optiker, dann muss man den Optiker unbedingt noch einmal alles ausmessen lassen und erst dann sollte man die Werte zu Hause für sich selbst vergleichen. Der Optiker braucht davon überhaupt nichts zu wissen, weil ihn dies nichts angeht. Dem Augenarzt ist ohnehin völlig egal.

 

Falsche Messungen durch den Optiker

 

Was mir erst in diesem Jahrzehnt der allgemeinen Verdummung passiert ist, das war dann erstmals auch eine falsche Ausmessung der Brillendaten durch einen Optiker. Egal ob ohne oder mit vorgeschaltetem Augenarzt: Falls der Optiker nicht die richtigen Brillenwerte ermitteln konnte, dann ist er auch dafür verantwortlich. Das frisst ihm zwar mitunter die ganze Gewinnspanne auf, aber es ist ausschließlich sein Job, die richtigen Werte festzustellen. Da muss man knallhart bleiben. Falsch gemessene Brillengläser erkennt man direkt beim ersten Aufsetzen auf die Nase. Wenn dann etwas verschwommen oder verschoben erscheint und man nichts getrunken hat, dann stimmt etwas mit den Brillengläsern grundsätzlich nicht. Das ändert sich dann auch später nicht mehr, sondern führt nur zu weiteren Problemen.

 

Der Brillenkauf über das Internet

 

Die Auswirkungen des Onlinehandels auf die Optiker habe ich beim Kauf meiner jüngsten Brille bemerkt, welche günstiger war als meine vorhergehenden Computerbrillen. Außerdem glaubte ich im Beratungsgespräch nicht mehr richtig zu hören, als ich ganz neue Töne vernahm, und zwar dass ich sogar ein gebrauchtes Brillengestell für die neue Arbeitsplatzbrille mitbringen könne. Das war absolut neu und zuvor völlig undenkbar, ohne sich als möglichen Sozialfall zu erkennen zu geben. Es war dies vermutlich ein Zugeständnis an den konkurrierenden Onlinehandel, welcher aber erst dann wirklich mit den etablierten Optikern mithalten kann, wenn er sie in seine Wertschöpfungskette integriert. Der Onlinekauf beginnt nämlich auch mit den Stärken der Brillengläser und wenn Sie hierbei die Werte Ihres Augenarztes eingeben, dann können sie das Geld für den Kauf einer solchen Brille besser gleich für einen guten Zweck spenden. Ansonsten ist es reine Umweltverschmutzung, weil Sie diese Brille garantiert nach Erhalt wegwerfen können. Auch beim Onlinekauf steht die Ermittlung der Sehschärfe als Erstes an und eventuell beim Brillengestell könnte man wirklich einen Onlinehändler nutzenstiftend andocken, weil kein Optiker derart viele Brillenfassungen vorrätig halten kann. Die Endfertigung sollte ebenfalls wieder beim Optiker liegen und nur so könnte ähnlich wie beim Online-Reifenhandel ein tragbarer Schuh daraus werden. 

 

Der Brillenkauf beim Filialisten

 

Auch dies habe ich schon ausprobiert und nach wenigen Minuten immer wieder die Filiale verlassen. Der Grund hierfür liegt darin, dass man mit günstigen Lockvogel-Angeboten umworben wird. Doch in der Praxis fallen diverse Aufpreise an, welchen einen kostenmäßig gleich wieder in die normale Liga der Optiker zurückbefördert. Doch auf diesem hohen preislichen Niveau möchte man nicht von Praktikanten oder Laien beraten werden. Selbst die seit Jahren üblichen Sonderangebote der normalen Optiker verfolgen den gleichen Zweck und man sollte sie deshalb nicht nutzen, weil auch sie nicht wirklich aus innerster Überzeugung angeboten werden. Das verursacht nur eine schlechte Stimmung, aus welcher letzten Endes kein Neukunde resultiert. Dann kann man es aus Sicht des Optikers besser bleiben lassen. Ich habe vor geraumer Zeit das Angebot einer Gleitsichtsonnenbrille für 99 Euro genutzt und mir dann bessere Gläser aufschwatzen lassen. Daraus entstand ein Mischling für über 200 Euro, der heute noch immer in einem billigen Gestell daherkommt, obgleich die Gleitsichtgläser wirklich nicht schlecht sind. Ich nutze diese Brille deshalb nur zum Autofahren im Sommer und dafür erfüllt sie den ihr zugedachten Zweck auch ganz gut, aber unbedingt sehen lassen möchte ich mich damit nicht. Außerhalb des Autos nutze ich in der Sonne eine ältere aber teure Sonnenbrille, welche nur meine Kurzsichtigkeit korrigiert, weil ich in der prallen Sonne keine Bücher lese. Damit komme ich sehr gut zurecht. Denn die billige Gleitsichtsonnenbrille hat das klassische Problem der frühen Gleitsichtbrillen, dass man damit gerne stolpert, weil man den Boden in einer falschen Entfernung sieht. Das würde sich zwar nach einiger Zeit verbessern, aber so lange trage ich sie in der Regel nicht.  

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