Privacy Policy China bringt die erste Schuldner-App auf den Markt – AG News

China bringt die erste Schuldner-App auf den Markt

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Die chinesischen Behörden haben in der nördlichen Provinz Hebei über WeChat eine App herausgebracht, auf welcher man auf einem kleinen Radarschirm auf seinem Smartphone die Verschuldung der Menschen in einem Umkreis von 500 Metern um seinen eigenen Standpunkt herum sehen kann. Die App trägt deshalb auch den bezeichnenden Titel “Map of deadbeat debtors”, was in etwa einer “Übersicht über die größten Pleitekandidaten“ bedeutet. Ob diese App auch die Namen der Schuldner und ihre Fotos anzeigt, ist noch nicht bekannt. Die China Daily schrieb auch nicht darüber, ob man die Höhe der Schulden aus dieser App ablesen kann und wem das Geld geschuldet wird. Aber man kann daraus zum Beispiel als Ladenbesitzer erkennen, ob der an der Kasse stehende Kunde zahlungsfähig ist oder nicht.

Diese App ist nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes der chinesischen Regierung, welche die Bevölkerung durch ein Kredit-Scoring versklaven möchte. Damit wächst der psychologische Druck auf die Chinesen noch einmal sehr deutlich an. In der Hauptstadt Hangzhou in der Provinz Zhejiang wurde bereits vor geraumer Zeit eine elektronische Verhaltensbewertung eingeführt. In ihr wird zum Beispiel ein für die Gesellschaft positives Verhalten wie Blutspenden, ein gesunder Lebensstil und auch freiwillige Arbeit mit Bonuspunkten beim Scoring belohnt. Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, gesundheitsschädliches Rauchen, das Trinken von Alkohol und auch negative Äußerungen über die Regierung führen hingegen zu einem schlechteren Ranking. Bereits zur Mitte des vergangenen Jahres hatten die chinesischen Behörden auf dieser Grundlage 11 Millionen Flüge gestrichen und 4 Millionen Fahrkarten in den Hochgeschwindigkeitszügen storniert, wenn die dazugehörigen Kunden ein zu schlechtes soziales Ranking aufwiesen.

Man verarbeitet hierbei alle verfügbaren Daten der Chinesen, um einen möglichst exakten Überblick über das Verhalten der Bevölkerung zu erhalten. Im März des vergangenen Jahres führte man bereits eine Gesichtserkennung in 16 chinesischen Provinzen ein, und zwar unter dem furchteinflößenden Namen “Skynet” (bekannt aus den Terminator-Kinospielfilmen). Damit will man angeblich die eigene Bevölkerung vor möglichen Straftätern schützen, aber in Wirklichkeit geht es nur um den totalen Überwachungsstaat. Skynet erkennt alle Gesichter selbst unter verschiedenen Blickwinkeln und auch Lichtverhältnissen mit einer Genauigkeit von 99,8 %. Außerdem kann es 3 Milliarden Gesichter in einer Sekunde verarbeiten, d.h. alle Fotos der gesamten chinesischen Bevölkerung können innerhalb nur einer einzigen Sekunde verglichen werden.

Die Schreckensvisionen aus einschlägig bekannten Science-Fiction-Filmen sind in China deshalb längst zur bitteren Realität geworden.

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