Privacy Policy China lässt Mitte Dezember absehbar die Maske fallen | AG News

China lässt Mitte Dezember absehbar die Maske fallen

Die gewaltigen Risse im chinesischen Finanzsystem sind nicht mehr zu übersehen und deshalb werden wir ein unvergessliches Weihnachtsfest und ein erinnerungswürdiges neues Jahr erleben. Nur drei Tage, nachdem sich ein verhängnisvoller Trend unter den kleinen chinesischen Banken beschleunigt hatte, steht nun auch noch der verhängnisvolle Zahlungsverzug eines großen chinesischen Staatsunternehmens an. Als wäre ein zweiter Bankrun innerhalb von nur 2 Wochen in China nicht schon genug Aufregung gewesen, kommt ein weiteres noch ein weiteres denkwürdiges Ereignis hinzu. Bis dato wurde es in China tunlichst vermieden war, dass eine einheimische Bank in aller Öffentlichkeit unterging. Doch in diesem Jahr waren es mittlerweile schon 5 Verstaatlichungen, Bailouts oder wie man es auch immer bezeichnen will. Als Nächstes stehen nun auch noch Probleme im chinesischen Anleihemarkt auf dem Programm. Auch dies dürfte das Vertrauen in das chinesische Finanzsystem weiter schwächen. Ein chinesischer Rohstoffhändler aus der Fortune 500 Liste läuft demnächst Gefahr, zum größten Zahlungsausfall eines der größten und profiliertesten chinesischen Staatsunternehmen zu mutieren, welches sich im internationalen Markt für Unternehmensanleihen in Dollar verschuldet hatte. Ein derartigen Zahlungsverzug gab es in diesem Marktsegment seit über 2 Jahrzehnten nicht mehr.

Bloomberg bezeichnete es als das jüngste Zeichen, dass China ganz offensichtlich Firmenzusammenbrüche im politisch sensiblen Bereich der SOE (State Owned Enterprise) also den chinesischen Staatsunternehmen entweder zulassen will oder die überbordenden Exzesse seines 40 Billionen Dollar umfassenden Finanzsystems einfach nicht mehr im Griff hat. Beim Rohstoffhändler Tewoo Group handelt es sich jedenfalls um das größte staatseigene Unternehmen in der chinesischen Provinz Tianjin. Diese Firma schlug jedenfalls einen unglaublichen Plan zur Umstrukturierung seiner Schulden vor, welcher entweder herbe Verluste oder den Tausch gegen minderwertige Anleihen mit geringerer Rendite vorsieht. Beides dürfte die Anleger kurz vor Weihnachten wenig erfreuen. Die Tewoo Group ist ein staatliches Konglomerat, welches der lokalen Regierung gehört und laut den Angaben auf seiner Internetseite in unterschiedlichen Industriezweigen tätig ist. Es ist in den Bereichen der Infrastruktur, der Logistik, dem Bergbau, der Automobilbranche und in der Hafenwirtschaft tätig. Es ist in unterschiedlichen Ländern tätig, zum Beispiel in den USA, Deutschland, Japan und Singapur. Das Unternehmen steht auf Platz 132 in der Rangliste von 2018 von Fortunes Global 500 Liste, ist also etwas größer als zum Beispiel der Telefonanbieter China Telecommunications und der Finanzmogul Citic Group. Auch die Finanzen dieses Unternehmens lassen aufhorchen. Der Jahresumsatz beträgt 66,6 Milliarden Dollar, der Gewinn 122 Millionen Dollar, Firmenvermögen beläuft sich auf 38,3 Milliarden Dollar und auf der Gehaltsliste stehen 17.000 Beschäftigte im Jahr 2017, laut den Angaben der Internetseite von Fortune.

Dieses staatseigene Unternehmen ist nirgends öffentlich gelistet und auch von den drei wichtigsten Ratingagenturen nicht bewertet worden. Dennoch gab es öffentlich gehandelte Unternehmensanleihen, welche seit Anfang April 2019 keinen guten Kursverlauf zeigten. Damals wollte man seine Kreditlinien im Ausland erweitern und verkaufte einen Teil der Kupferbestände unterhalb des Marktpreises, um schnell an Bargeld zu kommen. Damals hatte Fitch Ratings, d.h. die einzige Ratingagentur von welcher dieses Unternehmen seine Kreditwürdigkeit bewertet bekam, die Unternehmensanleihen am 18. April zunächst von BBB auf BBB- abgestuft. Doch nur wenige Tage später, d.h. am 29. April wurden sie von BBB- auf B- abgestuft. Diese Abstufung um 6 Ränge wurde damals mit der mangelnden Liquidität des Unternehmens und die höher als vermutete Verschuldung des Unternehmens begründet. Das Angebot von Tewoo am 16. Dezember an seine Investoren wird zumindest von den Ratingagenturen als Zahlungsverzug gewertet werden und könnte in der derzeitigen wirtschaftlich international sehr kritischen Situation eine Kettenreaktion auslösen.

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