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Das Ende des Währungssystems von Bretton Woods

Selbst in den alternativen Wirtschaftsmedien war darüber nur sehr wenig oder nur irreführendes zu lesen, denn am 29. März 2019 ging das Währungssystem von Bretton Woods aus dem Jahr 1944 mit der Leitwährung des amerikanischen Dollars zu Ende. Es war und ist zwar ein Abschied auf Raten, aber der wichtigste und entscheidende Schritt wurde Ende März 2019 bereits getan. Auch nach jener Konferenz im Juli 1944 änderte sich nicht alles vom einen auf den anderen Tag und deshalb wird es heute nicht arg viel anders sein. Mitte 1944 war es klar, dass Deutschland den Krieg verloren hatte und man musste deshalb als Sieger die Nachkriegszeit vorbereiten. Die Landung in der Normandie war geglückt und schon bald danach waren damals die ersten Länder wie zum Beispiel Belgien wieder befreit. Dort begann schon im Oktober 1944 eine Währungsreform, indem man alle Banknoten mit einem höheren Nennwert als 100 Francs einfror. Die Deutschen in den Westzonen waren im Juni 1948 die letzten in jenem westlichen Zyklus der Währungsreformen nach dem Zweiten Weltkrieg, weil man uns als Verlierer wie nach dem Ersten Weltkrieg erst noch einmal ordentlich leiden ließ. Man hätte theoretisch schon im Juni 1945 auch in Westdeutschland eine Währungsreform durchführen können, dann wäre der Wirtschaftsaufschwung bei uns sehr viel früher erfolgt. Das war aber natürlich nicht erwünscht.

Mit dem Währungssystem von Bretton Woods wurde das britische Pfund als bisherige Leitwährung vom amerikanischen Dollar abgelöst. Er war ab jenem Zeitpunkt das Maß aller Dinge zusammen mit seinen US-Staatsanleihen. Bis zum 15. August 1971 war der Dollar auch noch mit Gold gedeckt, d.h. man konnte ihn gegen eine fixierte Menge an Gold eintauschen. Nach dem Ende des Goldstandards wurde das Währungssystem schließlich 1976 in Jamaika reformiert. Doch Gold war im System von Bretton Woods offiziell kein Zahlungsmittel mehr, es rangierte bei den Banken nur noch an dritter Stelle als Aktivposten in der Bilanz. Dollar-Banknoten und US-Bonds galten im System von Bretton Woods als sicherer, was jedoch nicht der Fall war, wie wir demnächst alle noch sehen werden. Seit dem 29. März 2019 ist aber das genaue Gegenteil der Fall und das sollte alle Aufhorchen lassen. Auf dem ersten Platz rangiert jetzt wieder das Gold als wichtigste Sicherheit in den Tresoren der Banken und die dürfen es in ihren Bilanzen jetzt sogar mit dem doppelten Wert führen. Das bringt ihnen neue finanzielle Spielräume in einer sehr klammen Zeit. Für sie war deshalb der 29. März wie ihr Geburtstag in Kombination mit Weihnachten zum gleichen Termin. Doch es warten noch mehr Geschenke auf sie und wenn wir die ähnlichen zeitlichen Abstände wie im Jahr 1944 anwenden, dann findet selbst die zweite Bescherung noch vor dem eigentlichen Weihnachtsfest in diesem Jahr statt.

Weshalb sich gleich die erste Frage anschließt: Wer spielt in diesem Stück eigentlich das Christkind? Wer beschenkt die Banken in diesem Jahr derart üppig? Das sind in erster Linie sie lieber Leser und liebe Leserin. In einer Raubwirtschaft wird immer die Bevölkerung regelmäßig geschröpft. Die Methoden sind immer die gleichen. Ihr wertes Vermögen schrumpft und Ihre Schulden bleiben gleich. Sie verlieren und die Bank gewinnt. Die EU-Finanzminister haben Anfang Dezember 2018 eine Währungsreform für den Euro beschlossen und die kommt in der zweiten Jahreshälfte so sicher wie das Amen in der Kirche. Dafür wurde unter anderem sogar auch der Austritt der Briten aus der EU verschoben. London verfügt nämlich nicht über die notwendigen Goldvorräte für eine erfolgreiche Währungsreform in Großbritannien, deshalb konnten sie nicht abgenabelt werden. Wenn Sie also keine rechtzeitigen Vorkehrungen getroffen und zum Beispiel Ihre Lebensversicherung nicht schon verkauft haben, dann können Sie an Weihnachten zumindest noch Ihr Feuer im Kamin damit anzünden. Gleiches gilt für Sparverträge und natürlich auch Ihre Rente. Ähnlich wie bei der letzten Währungsreform von 2002 wird einfach alles weniger und die Preise für alle Produkte bzw. Dienstleistungen steigen kräftig an. Denn nur so wird man ganz oben richtig reich und Sie deutlich ärmer.

Damit komme ich zur zweiten Frage und die soll sie wieder etwas beruhigen: Geht das alles so einfach und glatt über die Bühne wie 2002? Nein, das glaube ich nicht. Damals wurde es uns als weiterer Schritt in der europäischen Einigung verkauft und wir jubelten noch laut, als wir beklaut wurden. Dieses Mal wurden wir total eingelullt, um dann aus heiterem Himmel eines über die Rübe gezogen zu bekommen. Das wird nicht wie geplant funktionieren, weil die Räuber nicht einmal mehr ihr eigenes Handwerk professionell beherrschten. Einige konnten sich deshalb vorbereiten und werden sich damit eine goldene Nase verdienen. Die Sieger sind deshalb nicht nur die Banken. Das war zwar schon immer so, aber dieses Mal ist es deutlich mehr. Aber die Masse der Bevölkerung verliert trotzdem ihr gesamtes Vermögen, weil sie schläft und sich nicht belehren lässt.

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