Privacy Policy Das große Umdenken in der Zeitenwende von 2019 | AG News

Das große Umdenken in der Zeitenwende von 2019

Wer sich etwas genauer mit den Leitmedien und den Vorgängen in der Wirtschaft beschäftigt, der konnte bereits zur Jahrtausendwende feststellen, dass einiges vollständig aus dem Ruder gelaufen war. Manche großen Geister erkannten dies schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, aber da war ich noch etwas zu jung und gerade erst eingeschult worden. Erste Vermutungen zu diesem Thema stellte ich bereits 1981 an, aber erst im Mai 2001 bekam ich von der wirtschaftlichen Realität des neuen Jahrtausends einen derartigen Schlag in den Nacken, dass ich mir ernsthafte Gedanken über unser Wirtschaftssystem machte. Die Werbebranche boomte im Jahr 2000 derart, dass ich erstmals mit meiner Freundin im September den traditionellen Urlaub in Südfrankreich und nicht wie in den Jahren zuvor im Frühling verbringen konnte. Wir freuten uns deshalb im nachfolgenden Jahr sehr, dass wir im Mai 2001 wieder im Frühjahr an die Cote d´Azur reisen durften und erstmals das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden konnten. Ich hatte den Auftrag erhalten, auf den Filmfestspielen in Cannes mit zwei Vor-Serienfahrzeugen von BMW den damals noch unbekannten neuen MINI präsentieren zu dürfen. Weil dort tagsüber die Medienvertreter relativ gelangweilt waren, weil die Stars noch im Koma lagen, bot sich die Präsentation von Autos auf der Croisette schon immer an. Wir bekamen deshalb von BMW noch zwei Models gestellt und die fuhren zur Freude der Fotografen und Kameraleuten mit den bunten Minis durch die Straßen des von der Sonne verwöhnten Cannes. Und das wirkte wie von mir geplant. Denn aus dem Hilton in Cannes stürmte zum Beispiel der Actionstar Jackie Chan höchstpersönlich auf die Straße und hielt einen unserer Minis wie im Kinospielfilm “Rush Hour” an, nur um selbst einmal in einem noch nicht erhältlichen Auto Platz zu nehmen, welches er vermutlich mit dem Bargeld aus seiner Hosentasche hätte kaufen können. Nur einen Tag später war dies dann auch tatsächlich beinahe der Fall. Ein Hollywood-Produzent blätterte uns seine Scheine auf das Autodach und wollte einen Mini sofort kaufen, nur um auf einer Party am selben Abend damit angeben zu können. Aber die Autos waren eben nicht zu verkaufen, wenn er das auch nicht sogleich begreifen wollte. Und wenn man dann nach solchen turbulenten Tagen im europäischen Kalifornien wieder in das damals noch kühle Bonn zurückkam und dann buchstäblich plötzlich nicht mehr gebucht wurde, verstand man als Selbständiger zunächst gar nichts mehr. Die neunziger Jahre waren zumindest im Medienbereich im Raum Köln-Bonn ein einziger großer Boom. Insbesondere nach der Wiedervereinigung von 1990.

Aber im Mai 2001 war dieser Boom von einem auf den anderen Tag verschwunden und er kam auch für die Medienbranche bis heute nicht mehr zurück. Davon zeugen noch heute die leeren und gigantischen Fernsehstudios in Hürth und insbesondere in Ossendorf. Doch wie eine kurze Befragung bei Unternehmen aus der New Economy Branche ergab, sah es dort gleich aus. Es war wie bei einem Stromausfall. Erst später lernte ich, dass eine große künstliche Blase geplatzt war. Ähnlich wie 1929 zu Beginn der ersten Weltwirtschaftskrise. Es handelte sich um die New Economy Blase, welche von 1997 bis 2001 in Deutschland wütete und die Deutschen zum Kauf von Aktien verleitete. Daran war ich zugegebenermaßen nicht ganz unbeteiligt, weil auch bei mir im Büro der freundliche Mann wie aus der Tchibo-Werbung als Pappkamerad im Büro stand. Ich war damals eine der vielen Spezialagenturen der Deutschen Telekom und hatte ein Jahr zuvor die Idee, den Schauspieler Manfred Krug für meinen Kunden engagieren. Das funktionierte ziemlich gut und mit der Volksaktie der Telekom kam der ganze Börsen-Wahn ins Laufen. Kleine Spartensender wie n-tv hatten mit einem Schlag Zuschauerzahlen, wie heute PRO7 oder VOX. Alle interessierten sich für die aktuellen Börsenkurse, fast jedes Gespräch in meinem Bekanntenkreis drehte sich früher oder später um Aktien und alle zockten fleißig mit. Allerdings erkannten nur sehr wenige, dass es hier auf ehrliche Art und Weise nichts zu gewinnen gab. Zumindest nicht für die unbedarften Kleinanleger. Die am Neuen Markt an die Börse gebrachten Firmen waren durch die Bank alle nichts wert und das wussten die Verantwortlichen bei den Banken nur zu gut. Es handelte sich deshalb um einen gigantischen Raubzug durch die Sparbücher und Ersparnisse der Deutschen. Die Grundlagen für die anschließende Verarmung des Landes wurden damals geschaffen. Ich kann mich deshalb noch gut an eine Szene in einer Filiale der Deutschen Bank erinnern, als ich gerade auf einen Termin wartete. Ein älterer Herr wollte sich lautstark persönlich darüber beschweren, dass er über den Tisch gezogen wurde. Nur mit Mühe konnte er in ein Besprechungszimmer gelotst werden. Weil ich mich traditionell nicht gerne in Banken aufhalte, dürfte es sich dabei nur um einen von sehr vielen Zwischenfällen in ganz Deutschland gehandelt haben. Doch damit nicht genug. Die Banken hatten ihre fetten Profite bis 2007 schon wieder verbraten. Nach wenigen Jahren waren sie schon wieder vollkommen blank und hinterließen in den USA die Immobilienblase von 2008. In einem noch viel größeren Raubzug als zuvor nahmen sie 2008 sämtliche Staaten der Welt bis auf die Knochen aus. Und auch diese Beute hielt nicht lange vor. Schon während der Eurokrise von 2012 brannte der Baum erneut lichterloh. Man gründete deshalb den ESM und verpfändete damit das Vermögen der Deutschen, ansonsten wäre 2014 der Ofen komplett aus gewesen. Man rettete sich von dort aus mühsam über die Runden und plante ab 2017 den großen Coup für dieses Jahr. Wir sitzen jetzt vor der größten Blase in der Geschichte der Menschheit, welche alle anderen Blasen zuvor in den Schatten stellt. Man hatte mit dem Zentralbanksystem nach 1913 die ganze Weltbevölkerung ausgenommen und ab den sechziger Jahren der dritten Welt alles abgenommen. Der gesamte Planet ist heute hoffnungslos verschuldet, verschmutzt und ausgeplündert. Eine Raubwirtschaft raubt ihre Bevölkerung solange aus, bis es nichts mehr zu stehlen gibt. Das ist der Punkt, an welchem wir uns 2019 befinden.

Aber wie in jedem guten Hollywood-Film ist das längst noch nicht alles. Rund um diese perfekt organisierte Raubwirtschaft hat man eine reine Fantasiewelt geschaffen. Die meisten Menschen glauben heute, dass diese in den Leitmedien dargestellte Welt tatsächlich existieren würde. Doch dies ist nicht der Fall. Wir haben uns über hundert Jahre hinweg nicht weiter entwickelt und das rächt sich jetzt. Das alte System frisst sich vor unseren Augen gerade selbst auf, wenn es sich zuvor nicht auch noch selbst die Kugel gibt. Wir befinden uns bildlich gesprochen in einem Zoo und glauben die Welt außerhalb des Zoos genau zu kennen. Doch die meisten haben noch nicht einmal bemerkt, dass die Käfige nicht mehr richtig verschlossen wurden. Unsere Wärter wurden immer nachlässiger und demnächst erscheinen sie gar nicht mehr zu ihrer “Arbeit”. Die meisten von uns werden sich deshalb nur noch wundern, warum kein Essen mehr ausgeteilt wird. Sie werden aber niemals auf die Idee kommen, an ihren Türen zu rütteln. Doch diejenigen, welche die geöffneten Käfige rechtzeitig verlassen können, trifft der Schlag spätestens jenseits des Zoos, weil sie gar nicht mehr in der freien Wildbahn überleben können. Dabei hatten sie genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten.

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