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Das war der erste Akt im großen Aktiencrash von 2019

Die Aktien werden in einer Kaskade so lange nach unten gehen, bis sich ihr Abstand zu den Staatsanleihen auf null verringert hat. Es liegt also noch ein längerer Weg vor uns, aber der um einige Jahre hinausgezögerte Absturz der Aktien hat es mittlerweile ziemlich eilig. Wir liegen im Moment um 2 Wochen vor dem üblichen Krisenfahrplan und deshalb liegt das Auge dieses Hurrikans im September und nicht wie üblich im Oktober. Das liegt daran, dass man alle nur erdenklichen Tricks angewandt hat und jetzt einfach nichts mehr zu machen ist. Die Schuldigen stehen inzwischen auch fest. Dieses Mal sind es ausnahmsweise einmal nicht die Russen, sondern die Chinesen und auf unserer Seite natürlich Donald Trump und Boris Johnson. Es ist eine leicht durchschaubare Schmierenkomödie, doch die meisten werden dennoch in den nächsten Tagen und Wochen wieder völlig überrascht sein. Dabei handelt es sich immer wieder um das gleiche Stück, welches man inzwischen wie die Hauptdarsteller auswendig gelernt haben sollte.

Am 17. August 2019: Der Vorstandsvorsitzende der Fluglinie Cathay Pacific Rupert Hogg wurde gestern zum Rücktritt aufgefordert, nachdem er Sympathien für die Demonstranten in Hongkong geäußert hatte. Da weiß scheinbar inzwischen die Linke nicht mehr, was die Rechte tut. Die Proteste in Hongkong sind nämlich als ein klarer Versuch zum Regime Change in China zu verstehen und deshalb auch bei uns in den Leitmedien total angesagt. Deshalb muss doch keiner zum Rücktritt gezwungen werden. Aber es kommen noch viel seltsamere Ereignisse auf uns zu. Der Spiegel berichtete gestern darüber, dass die Bundesregierung wieder ein Haushaltsdefizit machen werde. Das war die Untertreibung des neuen Jahrhunderts, weil der Bund seit 1967 Schulden macht. In den letzten Jahren wurde lediglich aus optischen Gründen mit den einfältigsten Tricks in der Buchhaltung ein ausgeglichener Haushalt vorgegaukelt, indem man einfach alles vor sich hergeschoben hatte. Doch jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht und die Aufnahme neuer Schulden ist demnächst nicht mehr möglich. Diese Erfahrung machten schon ganz andere berühmte Schuldner, bevor sie den Gang in die Bedeutungslosigkeit antraten.

Der Grund ist ganz schlicht und ergreifend der, dass sich die negativ verzinsenden Schulden inzwischen auf 17 Billionen Dollar belaufen und immer schneller wachsen. Das gab es in der Wirtschaftsgeschichte noch nie und es handelt sich dabei um einen Effekt, welchen man wie nachfolgend beschreiben könnte: Das System beißt sich wie ein Hund in den Schwanz und glaubt sich, damit auf Dauer ernähren zu können. Doch in Wirklichkeit frisst es sich gerade vor unseren verschlossenen Augen selbst auf. In wenigen Tagen gibt es nur noch in den USA positive Zinsen auf die Schulden. Ihr Anteil lag gestern schon bei satten 94 %. Die Investoren werden deshalb dort auf die Jagd nach Zinserträgen machen und damit per Vollgas auch diese Zinsen noch ins negative Jenseits schießen. Das geht dann ziemlich schnell und dann ist Schicht im Schacht. Dann gehen bei den Banken die Lichter aus.

Aber die wirklich große Story in dieser Woche war und ist Argentinien. Dort brennt der Baum mittlerweile lichterloh und wer dort noch länger sein Geld liegen lässt, der wird alles verlieren.

Damit kommen wir zu den internationalen Aktienmärkten:

In China waren die Rettungskräfte an den Börsen auch gestern wieder am effizientesten und deshalb stiegen dort die Kurse am zweiten Tag hintereinander sehr stark an. Doch das dürfte nicht lange währen. In Europa stiegen die Aktien nur deshalb an, weil man in Berlin wieder die Spendierhosen auf Pump aus dem Schrank holen möchte. Also wegen heißer Luft! Die Aktie der Deutschen Bank kletterte trotzdem ganz mühsam wieder auf 6,16 Euro hinauf. Auch an der Wall Street tat man vor allem nach dem persönlichen Anruf von Donald Trump bei den Chefs der wichtigsten Banken alles, um die Aktien wieder besser aussehen zu lassen. Trotzdem verblieben alle wichtigen US-Aktienindizes auf die Woche gesehen im roten Bereich. Der Volatilitätsindex VIX ging mit dem Wert 19 ins Wochenende, aber die Entkoppelung der Staatsanleihen und Aktien ist nach wie vor bedrohlich. Der Dollar stieg in dieser Woche an, erreichte aber noch nicht seinen letzten Höhepunkt. Der Yuan blieb stabil, nachdem er nach der Absage der angedrohten amerikanischen Zollerhöhungen gegen China in die Höhe geschossen war. Aber die Währungen der Schwellenländer neigten in der fünften Woche ihr Haupt und das wird bald wieder zu einem großen Problem werden. Der Yuan verlor weiterhin an Wert im Vergleich zu Gold und das wird die Kapitalflucht erhöhen. Und darum geht es in diesem bösen Spiel.

Nach dem zweifelhaften Erfolg der hundertjährigen Anleihe Österreichs dürften die USA diesem Beispiel bald folgen. Man reiche einem Ertrinkenden ein Strohhalm und er wird garantiert danach greifen. Der Tourismus in Hongkong ist natürlich seit den Protesten komplett eingebrochen und ganz offiziell wurde in den USA gestern von einem Gerichtsmediziner entschieden, dass sich Epstein erhängt hätte. Dabei war sein Genick mehrfach gebrochen und nicht einfach.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen erholte sich heute leicht auf 268 Milliarden Dollar und der Bitcoin kostet 10.386 Dollar bei einem gestiegenen Marktanteil von 69,2 %. Das Silber ging mit 495 Euro pro Kilo und Gold mit 1.513 Dollar ins Wochenende. Und der WTI-Ölpreis blieb mit 54,87 Dollar pro Fass unterhalb der kritischen 55 Dollarmarke. Wird diese demnächst deutlich unterschritten, fliegen den Saudis die Kopfbedeckungen fort.

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