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Der erste richtige Bank Run in China

In China kam es in dieser Woche zum ersten richtigen Bank Run in dieser Saison innerhalb der zweiten Finanzkrise. Die aktuelle Bankenkrise in China begann in diesem Jahr mit der Baoshang Bank, dann folgte die Bank of Jinzhou und anschließend vor zwei Monaten die Heng Feng Bank. In diesen drei Fällen bekamen die chinesischen Bankkunden nur wenig bis gar nichts mehr, weil der chinesische Staat rechtzeitig eingriff und diese Banken übernahm. Doch im neuesten Fall mit der Yichuan Bank in dieser Woche lief alles ganz anders. Die Kunden in diesem landwirtschaftlich geprägten Teil Chinas hörten von den ersten Gerüchten, dass diese Bank insolvent wäre und begannen umgehend damit, ihre Konten zu räumen. Und wenn es erst einmal so weit ist, dann wird es sehr schwierig, die Leute wieder zu besänftigen. Es nützte deshalb nur wenig, dass Politiker aufmarschierten und mit Bündeln von Geld darauf hinwiesen, dass noch genügend Geld in dieser Bank vorhanden wäre. Es handelte sich dabei um einen Trick, welcher seit bald 400 Jahren verwendet wird und noch nie nachhaltig funktionierte. Denn wir haben es wie bereits mehrfach erwähnt mit staatlich lizenzierten Trickbetrügern zu tun, welchen kein Mittel zu schade ist, um ihre Verbrechen zu vertuschen. Bei solchen Betrugs-Systemen kommt nur derjenige ungeschoren davon, welcher sehr früh (so lange noch etwas da ist) sein Geld abzieht.

Das tat in dieser Woche zum Beispiel auch die 31-jährige Li Xue, welche am dritten Tag des Bank Runs die Ersparnisse ihrer Mutter abhob. Und dies, obgleich ihr eine Sonderprämie bis zur Frist im kommenden Frühjahr versprochen wurde. Aber was nützt eine tolle Prämie im Frühjahr, wenn die Bank dann endgültig pleite ist! Ähnlich dachte auch der 51-jährige Landwirt Zhang Yanting, welcher ebenfalls auf die Auszahlung seines Guthabens pochte und die Bank schließlich erleichtert mit einem Bündel Bargeld verließ. Das Bargeld macht auch bei uns in Deutschland nur ungefähr 3 % der gesamten Geldmenge aus. Falls es also einmal kritisch werden sollte und das wird es ganz sicher, dann wird auch bei uns das Bargeld auf jeder Bank sehr schnell knapp. Bei der Yichuan Bank handelt es sich um ein kleines Kreditinstitut und deshalb wird man diesen etwas aus dem Ruder gelaufenen Ansturm auf diese Bank wieder in den Griff bekommen. Doch eine seit geraumer Zeit sich im Umlauf befindliche Liste von Wind, Barclays Research weist noch weitere 20 insolvenzgefährdete Banken in China aus. Wir befinden uns am Ende eines völlig überdehnten Kredit-Zyklus und deshalb sind diese Wetterleuchten am Horizont völlig normal. Sie künden vom Ende des Finanzsystems und werden immer schneller zunehmen, bis irgendwann nichts mehr zu holen ist.

Auch in Deutschland befindet sich die Aktie der Deutschen Bank in dieser Woche erneut im Tiefflug. Wir haben es seit über 10 Jahren mit einer globalen Bankenkrise in fast allen Ländern der Welt zu tun, weil in der ersten Finanzkrise nichts dagegen unternommen wurde. Man hat das Problem lediglich vertagt und jetzt fällt es uns vor die Füße. In einem Betrugs- oder Ponzi-System tauchen die Probleme immer erst dann vermehrt auf, wenn nicht mehr genügend frisches Geld in die Banken nachfließt, und das ist in einer Weltwirtschaftskrise schlechterdings gar nicht mehr möglich. Auch der größte Stausee, welcher ständig Wasser verliert, ist irgendwann einmal leer und das kann man sogar leicht ausrechnen. Dann ist aber Gefahr im Verzug. Die USA und China sind zwei stark wankende Wirtschafts-Giganten, welche sich vor unseren Augen gegenseitig in den Abgrund ziehen, auch wenn die Leitmedien kaum darüber berichten. Wir sind in diesem Spiel als Europäer nur die stillen Beobachter, aber das geht nicht mehr sehr lange auf diese Art weiter. Zwar hat nur der erste, der fällt, offiziell verloren. Das nützt uns aber rein gar nichts, weil er kurze Zeit später den Rest der Welt mit in die Tiefe zieht. Am Ende steht im besten Fall eine Währungsreform und diese wird nicht in unserem Sinn funktionieren. Die Renten- und Lebensversicherungen, sowie sämtliche Ersparnisse sind dann jedenfalls weg, d. h. wir alle müssen arbeiten, bis wir in die Grube fallen.

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