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Der große Showdown im Oktober

Am 2. Oktober 2019: Zunächst einmal eine kurze Positionsbestimmung auf unserer Wanderung durch die große Krise von 2019. Wo befinden wir uns zum jetzigen Zeitpunkt? Aufgrund der wirtschaftlichen Daten befinden wir uns bereits tief in der zweiten Weltwirtschaftskrise oder der zweiten Finanzkrise. Die Leitmedien beziehen hartnäckig Stellung im Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump und beim Austritt der Briten gegen Boris Johnson. Man will beide für die wirtschaftliche Misere verantwortlich machen. So steht es zumindest heute ziemlich deutlich im Newsletter von Spiegel-Online. Ansonsten bringen die deutschen Leitmedien seit Tagen keinerlei echte Nachrichten mehr. Es scheint fast so, als wäre die Welt zum Stillstand gelangt. Wie das nach einem möglichen Abgang von Trump und Johnson weitergehen könnte ist jedoch schon relativ klar: Die Steuern werden kräftig erhöht aber zumindest durch den Klimaschutz ganz gut getarnt. Die Erfolgschancen für diesen einfallslosen Plan sind jedoch relativ gering und das liegt daran, dass sie bislang im Dunkeln munkeln konnten. Im grellen Scheinwerferlicht haben sie in den letzten Jahren aber gründlich versagt. Dieser Trend ist weiterhin ungebrochen, deshalb sollte man sich auf ein anderes Szenario einstellen.

 

Neben dem IPO-Markt (Börsengänge) kam auch der M&A (Fusionen und Firmenübernahmen) Markt im dritten Quartal in schwere Bedrängnis. 2019 könnte als das schlechteste Jahr für Börsengänge in die Wirtschaftsgeschichte eingehen, und zwar nicht nur in den USA, sondern auch global. Es handelt sich dabei um eine weitere geplatzte Blase, welche das Finanzsystem weiter in Bedrängnis bringen wird. Beide Märkte dienen lediglich dazu, die Unmengen an gedrucktem Kapital in Bewegungen zu halten, weil sie sich sonst selbst entzünden könnten. Doch damit ist es jetzt vorbei. Die globalen M&A gingen im 3. Quartal um 16 % (auf das Jahr gesehen) zurück und einen solchen Quartalsrückgang gab es seit 2016 nicht mehr. Dort erreichte der M&A Boom seinen Höhepunkt, welcher direkt nach der Finanzkrise im Jahr 2009 begann. In den USA ging das M&A Volumen im dritten Quartal sogar um 40 % zurück, nur in Europa hörte man die Schüsse wieder einmal nicht und deshalb legte man im dritten Quartal noch einmal um 45 % zu.

 

Alles war gestern wieder einmal wie in unseren gedopten Leitmedien ganz fantastisch, bis in Südkorea die Inflation zurückging, der Einkaufsmanagerindex in Europa sank und dann auch noch das verarbeitende Gewerbe in den USA sensationell (wie seit 2009 nicht mehr gesehen) einbrach. Danach war es schlagartig mit der guten Stimmung an den US-Börsen vorbei. Im verarbeitenden Gewerbe in den USA sind zwar nur 14 % der erwerbstätigen Bevölkerung tätig, aber 68 % der Gewinne des S&P 500 stammen aus diesem Bereich der Wirtschaft. In China sind die Börsen in dieser Woche geschlossen und deshalb konnte man nur deren Futures beobachten, welche nach diesen Meldungen einbrachen. Auch in Europa kam keine Freude auf und die Börsenkurse sanken. In den USA drehten alle Aktien folgerichtig ins Minus. Der Volatilitätsindex VIX ging bis über den Wert von 18 hinaus. Er ist quasi der Blutdruck unseres Finanzsystems und bei dauerhaften Werten über der 20 droht zu jeder Zeit ein Schlaganfall! Alle wichtigen US-Aktienindizes testeten gestern ihre technischen Untergrenzen aus oder durchbrachen sie sogar. Die US-Staatsanleihen waren im Gegenzug gefragt und stiegen im Preis. Der Dollar stürzte jedoch deutlich ab, was von der Zentralbank nicht beabsichtigt ist. Der WTI-Ölpreis ging bis auf 52 Dollar hinab und erfordert ebenfalls spektakuläre Stunts der Machthabenden zu seiner Stabilisierung.

 

Japan will die Mehrwertsteuer um 10 % erhöhen und sendet damit auch unüberhörbare SOS-Signale. Wir befinden uns also vor einem Showdown, welcher bis zum Ende des Monats über die Bühne gehen muss. Wer wird das Rampenlicht verlassen müssen? Die lange Zeit des passiven Wartens ist vorbei, ansonsten übernimmt Mutter Natur wieder das Steuer der Wirtschaft und das werden die Machthabenden nicht kampflos aus der Hand geben.

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