Privacy Policy

Der Ölpreis explodierte um 20 Prozent

Am 16. September 2019: Der WTI-Ölpreis ging wie erwartet um mehr als 20 % senkrecht in die Höhe. Auch wenn es ein außergewöhnlicher Anstieg war, bleibt die Frage nach seiner Nachhaltigkeit. Die Nachfrage nach Erdöl ist aufgrund der zweiten Weltwirtschaftskrise sinkend und bei einem jetzt höheren Ölpreis wollen noch mehr Marktteilnehmer ihre Vorräte schnell loswerden. D.h. der Ölpreis wird deshalb ähnlich wie nach dem Beschuss des Öltankers vor ein paar Monaten wieder sinken. Nur eine konstante Nachfrage, welche in der Vergangenheit durch Investoren zu höheren Ölvorräten führten, konnten den Ölpreis zumindest über die Wintermonate auf einem hohen Niveau halten. Weil sämtliche Öllager der Welt gut gefüllt sind, klappte dies in diesem Herbst nicht mehr und man kann sich nicht mehr vorstellen, was als Nächstes nach diesem Bombardement noch alles folgen wird. Ein Krieg ist es jedenfalls nicht, wie jetzt wieder überall zu lesen ist. Einen Krieg beginnt man nur, wenn man gut dafür gerüstet ist. Beim Westen ist das selbst mit viel Fantasie aber nicht der Fall. Aber dennoch muss man sich in den nächsten Wochen auf weitere Überraschungen gefasst machen, bis der Antriebsstrang der Weltwirtschaft bricht. Dem würde eine Währungsreform folgen und erst dann könnte in ein paar Jahren wieder ein Krieg geführt werden.

In Hongkong gingen gestern die Proteste unvermindert weiter, insbesondere nachdem eine geplante Kundgebung von den Hongkonger Behörden verboten wurde. Die Auseinandersetzungen waren gestern so gewalttätig, wie auf dem Höhepunkt der gelben Westen in Paris. Es handelt sich dabei um einen seit Jahrzehnten geführten Wirtschaftskrieg der Zentralbanken gegen China, welches sich dem westlichen Finanzsystem in die Quere stellte. Es ist in Teilen unserem Zentralbanksystem überlegen, aber trotzdem mit anderen gravierenden Fehlern versehen. Aufgrund dieser Konstellation kann es nicht auf die Schnelle zu einer echten Übereinkunft mit Washington kommen. Es sei denn, das kommunistische chinesische System würde in sich zusammenbrechen. Dieser Wettstreit zweier Zombies wird unsere mittelfristige Zukunft bestimmen. Als erste Auswirkung ist die Berichterstattung in unseren Leitmedien ins Bodenlose abgesackt. Vor zwei Monaten konnte man dort zumindest fast täglich noch etwas Interessantes finden, aber jetzt ist es gar nichts mehr.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen legte aufgrund der Vorgänge in Saudi-Arabien nur leicht auf 267 Milliarden Dollar zu und der Bitcoin kostet heute mit 10.349 Dollar auch nur wenig mehr. Allein bei den Edelmetallen Gold und Silber schlug die neue Krise im Nahen Osten erkennbar ins Kontor. Der Silberpreis stieg auf 519 Euro pro Kilo und der Goldpreis auf 1.503 Dollar pro Unze an. Der WTI-Ölpreis stieg heute auf moderate 59,81 Dollar pro Fass an und damit ist zumindest vorerst für die Saudis nur wenig gewonnen. Es war ein Akt der Verzweiflung, weil nicht nur die Saudis zunächst die Kontrolle der Ölmärkte und jetzt auch noch die Nerven verloren haben.

Es gibt augenblicklich keinen mehr, weder in Washington noch in Peking, welcher das Ausmaß der zweiten Finanzkrise vollkommen überblicken kann. Man hat durch ausufernde Finanzsysteme ein Problem geschaffen, welches sich in seiner Komplexität längst nicht mehr steuern lässt. Es ist in diesem Monat vollkommen außer Kontrolle geraten und deshalb sind die Nachrichten nur noch ein einziges gigantisches Tollhaus. Denn keiner hat auch nur den Hauch einer Ahnung, was schon nächste Woche alles passieren könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.