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Der Tag an dem die Weltwirtschaft zum Stillstand kam

Am 3. Oktober 2019: Beim WTI-Ölpreis erreichten wir heute mit 52,57 Dollar pro Fass neue Tiefpunkte, welche wir letztmals im Juni und zuvor im Januar sahen. Schon im Januar handelte es sich um ein Phänomen in diesem Markt, welche einzigartig war. Schließlich befinden sich die wichtigsten Wirtschaftsnationen zu diesem Zeitpunkt im Winterhalbjahr, in welchem am meisten geheizt wird. Die Nachfrage müsste deshalb hoch und der Preise ebenfalls höher sein. Doch durch die übertriebenen Ölpreismanipulationen wurden Überhänge oder Reserven gebildet, welche jetzt in Zeiten der geringeren Nachfrage durch eine Weltwirtschaftskrise noch verstärkt werden. Die Besitzer von Ölreserven müssen dringend verkaufen, weil sie zu höheren Preisen gekauft haben. Sie machen von Tag zu Tag immer höhere Verluste und geraten irgendwann in helle Panik.

 

Während in den Anfangszeiten die Ölpreise durch Falschmeldungen in den Medien manipuliert wurden, mussten in diesem Jahr Anschläge herhalten. Doch auch in diesem Bereich ist inzwischen alles ausgereizt und man müsste eine Atombombe im Nahen Osten zünden, um den Ölpreis auf 60 Dollar zurück zu bomben. Die Welt ist mittlerweile verrückt genug, um so etwas zu machen. Es würde dabei selbstverständlich keine Atombombe verwendet werden, aber das käme erst sehr viel später heraus. Die Verantwortlichen stehen unter einem immensen Druck und falls sie in diesem Monat nichts unternehmen, dann erleben wir bald den Tag, an welchem die Weltwirtschaft zum Stillstand kam. Im Aktienmarkt bastelte man sich augenblicklich eine ganz andere Bombe, und zwar die, dass alle auf der Welt die gleichen Aktien besitzen. Falls der Volatilitätsindex VIX nur noch einen Tick nach oben schießt, wollen vielleicht plötzlich alle verkaufen, aber es stünde dann niemand mehr als Käufer zur Verfügung. Schließlich brächte ein Verkauf von der linken in die rechte Tasche nichts ein. Nach dieser Krise muss man den Begriff Irrsinn vielleicht ganz neu definieren, denn das, was hier abging, stellt selbst die Vorgänge der ersten Finanzkrise vollkommen in den Schatten.

 

In Europa sackten gestern die Börsen deutlich ab, allen voran der britische FTSE Aktienindex mit 3,2 %. Das kam übrigens letztmals 2016 nach dem Volksreferendum in Großbritannien vor. Der Dow verlor 1.000 Punkte und alle wichtigen US-Aktienindizes brachen unter ihre technischen Widerstandswerte hindurch. Das verheißt nichts Gutes für die nächsten Wochen. Der Volatilitätsindex VIX stieg dann schon einmal erwartungsvoll bis auf den Wert von 21 an und auch alles andere bewegte sich einheitlich weiter in Richtung der Klippen. Dem wollten sich die Aktien von Tesla nicht verweigern und sanken nach einem enttäuschenden dritten Quartal ins Bodenlose hinan. Besonders hoffnungsvoll waren die Werte des New York City ISM ebenfalls nicht, weil sie an seine tiefsten Werte von 2009 erinnerten. Die Schätzungen für das US-Bruttosozialprodukt reduzierten sich ohnehin aufgrund der schlechten ISM-Werte für die gesamten USA auf einen neuen Tiefpunkt von 1,6 %.

 

In Hongkong gingen die Einzelhandelsumsätze, insbesondere im Luxussegment wie zum Beispiel bei Prada unter die Tiefstwerte der letzten Finanzkrise zurück. Nur die Nachfrage nach Bitcoin stieg dramatisch an, welches bei einem leicht sinkenden Bitcoin-Preis jedoch bedeutet, dass noch immer große Bestände von Bitcoin verkauft werden, um die Gunst der Stunde zu nutzen. Erst wenn diese Reserven verbraucht sind, könnte der Bitcoin wieder abheben. Die Situation im amerikanischen Automobilhandel verschärfte sich im September weiter, weil es mit den Autoverkäufen weiter nach unten ging. Die Absatzzahlen von Honda knickten um 10 % und die von Toyota um 5 % ein.

 

In der Auslandspresse hört sich das Geschehen rund um Boris Johnson schon wieder ganz anders an, als in unseren Leitmedien. Er stellte der EU scheinbar ein Ultimatum und will anschließend in den gefürchteten No-Deal-Modus wechseln. In den Leitmedien wird nur das Ultimatum erwähnt, welches vermutlich wenig erfolgreich verlaufen wird, aber nichts vom No Deal. Angesichts einer überschaubaren Zeitspanne bis zum 31. Oktober bedeutet auch dies, dass man nichts befürchten muss. Sie werden also vielleicht pünktlich austreten, aber das löst kaum etwas aus. Es sei denn, man verschiebt den Aktiencrash noch bis zum Monatsende, was eine eher leichtere Übung darstellt.

 

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen steht heute bei 220 Milliarden Dollar und stagniert damit weiterhin auf einem tiefen Niveau. Der Silberpreis mit 516 Euro pro Kilo und noch mehr der Goldpreis mit 1.498 Dollar pro Unze deuten weiterhin auf eine Währungsreform zum Jahresende hin. Der WTI-Ölpreis läuft weiterhin mit 52,57 Dollar pro Fass zu dieser Jahreszeit in die völlig falsche Richtung.

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