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Der Welthandel brach zum Jahresende 2018 deutlich ein

Der Welthandel brach Ende 2018 deutlich ein und wenn man die Entwicklung in diesem Jahrzehnt rückwirkend betrachtet, dann wird sich daran vorerst auch nichts mehr ändern. Ohne eine weltweite Währungsreform wird die Weltwirtschaft nicht mehr wachsen. Weil die Nachfrage zum Transport von Waren auf Frachtschiffen in sämtlichen Größenklassen nachließ, mussten einige Reedereien in Südostasien bereits Schiffe verschrotten lassen. In allen Regionen der Welt ließen die wirtschaftlichen Aktivitäten erkennbar nach, d.h. sowohl in den Industrieländern als auch in den wirtschaftlichen Schwellenländern. Der IWF kürzte deshalb seine Wachstumsprognosen in drei Quartalen viermal nach unten. Mit einer durch die Zentralbanken globalisierten Wirtschaft sanken die chinesischen Importe im März 2019 um 7,6 % im Vergleich zu den Werten vor einem Jahr. Im Februar 2019 gingen die chinesischen Importe bereits um 5,2 % zurück und damit wurden weniger Rohstoffe mit Schiffen nach China transportiert. Das hatte natürlich drastische Auswirkungen auf diese Branche. Der Schiffsmakler BTIG meldete dementsprechend, dass im ersten Quartal 2019 ganze 35 % mehr Frachtschiffe verschrottet wurden, als noch im ersten Quartal 2018. Man geht also in diesem Bereich nicht mehr davon aus, dass sich dieser Markt weder kurz- oder gar mittelfristig wieder erholen wird. Sonst würde man nicht zu diesen drastischen und endgültigen Maßnahmen greifen. Und das ist realistischerweise auch wirklich nicht zu erwarten. Wenn die Betriebskosten eines Schiffs oder dessen Hafengebühren, wenn es dort nutzlos vor Anker liegt, über dem Schrottpreis liegen, dann wird kurzentschlossen abgewrackt.

Der Baltic Dry Index schloss in der letzten Woche mit einem Wert von 726 und fiel im letzten Jahr insgesamt um 27 %. Er gilt als der wichtigste Index in der allgemeinen Schifffahrt und er hatte seine besten Werte zu Beginn dieses Jahrzehnts vorzuweisen. Seitdem ging es in Schüben bergab. Das Abwracken von Frachtern war im letzten Jahr ein einträgliches Geschäft mit einem Umsatz von insgesamt 5 Milliarden Dollar und zeigt wieder einmal, dass selbst in schlechten Zeiten in Spezialmärkten Geld zu verdienen ist. Denn seitdem sich die Weltwirtschaft abkühlte, befindet sich diese Branche im Aufschwung. Das gab es übrigens in diesem Ausmaß beim Abwracken von Schiffen noch nie. Es wurden dabei in den letzten 12 Monaten hauptsächlich Öltanker und Trockengut-Frachter zerlegt. Als Grund für diesen Trend wird gerne der Handelskrieg zwischen den USA und China angeführt, aber die langfristigen Charts in der Schifffahrtsindustrie sprechen eine ganz andere Sprache. Diese Entwicklung wäre auch ohne diesen Handelsstreit ein oder zwei Wochen später eingetreten.

Der Automobilabsatz in China ging im März um 5,2 % zurück. Die Absatzzahlen für Autos in China fielen 2018 erstmals ganzjährig seit über 30 Jahren. Deshalb kann man auch von einer ernsthaften Krise sprechen, welche wiederum gewaltige Auswirkungen auf die Automobilhersteller in den USA und Deutschland hat.  

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