Privacy Policy Der wirkliche Wandel im Automobilmarkt – AG News

Der wirkliche Wandel im Automobilmarkt

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Der negative Trend im größten Automobilmarkt der Welt in den USA hielt auch im ersten Quartal 2019 bzw. bis Ende März an. Nachdem es im letzten Jahr noch ein Wachstum bei den Geländewagen gegeben hatte, befinden sich aktuell nicht nur die Limousinen in der Krise, sondern auch die Geländewagen. Im ersten Quartal 2019 konnte nur Honda mit 4,3 % ein Wachstum verzeichnen. Für alle anderen Automobilhersteller ging es in den dunklen Keller hinab und deshalb veröffentlichen GM und Ford seit diesem Jahr keine Zahlen mehr. Erstmals soll 2019 die Gesamtzahl der verkauften Fahrzeuge in den USA unter 17 Millionen absinken. Das gab es seit 5 Jahren nicht mehr.

In Deutschland gingen die Neuwagen-Verkäufe im Februar 2019 auf 440.900 Fahrzeuge zurück, das war 1 % weniger als im Februar 2018. Im Februar 2017 waren es allerdings noch 487.600 Autos gewesen, also 46.700 Fahrzeuge mehr oder ein Rückgang von mehr als 10 % in weniger als 2 Jahren. Dabei muss man sich jedoch vergegenwärtigen, dass die großen Umsatzeinbrüche in Deutschland noch vor uns liegen. Im Februar 2019 gingen in Italien die Neuzulassungen um 5,4 % zurück, wobei ausgerechnet Fiat im Heimatmarkt mit 23,5 % im Vergleich zum Februar 2018 regelrecht abstürzte. Das ist ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns in nächster Zeit noch bevorsteht. Weil die Politik urplötzlich einen wahnhaften Zwang in Richtung Elektromobilität verspürt, kommt die Automobilindustrie absehbar wirtschaftlich in Europa nicht mehr auf das bisherige Spielfeld zurück. Erstens gibt es noch zu wenig Elektroautos in der Produktion und zweitens wird der Bevölkerung das notwendige Kapital zur Neuanschaffung eines Elektrofahrzeuges künftig fehlen. Wir sind längst nicht mehr das reichste Land der Welt, sondern nur noch die sterblichen Überreste einer nie wirklich großen Erfolgsgeschichte. Die Automobilindustrie war in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftszweig, insbesondere wenn man die ganzen Zulieferer noch berücksichtigt und sie verschwindet gerade sang- und klanglos. Elektrofahrzeuge benötigen keine Benzinmotoren mehr und vor allen Dingen ist deren Wartung sehr viel einfacher. Es wird deshalb auch im Werkstattbereich zu erheblichen personellen Veränderungen kommen.

Wie wird wohl die Zukunft der künftigen Elektro-Autoindustrie aussehen? Dafür müssen wir in Europa nur nach Schweden blicken. Zur Jahrtausendwende besaß Schweden noch zwei Automobilmarken, und zwar Volvo bzw. Saab. Saab gehörte zwar damals schon zu 100 % zu General Motors, aber die Produktion lag noch in Schweden und Finnland. Volvo war damals noch unabhängig und produzierte auch nur im Inland. Nur knapp 20 Jahre später sieht dies ganz anders aus. Volvo verlor seine Unabhängigkeit und Saab beinahe sein Leben. Zum Glück hatte man bereits im letzten Jahrzehnt bei Saab das erste serienreife Elektroauto entwickelt. Dies machte es zusammen mit der Marke für chinesische Investoren sehr interessant. Denn anders als hier sind die Elektroautos in China schon etwas länger ein Thema. Die Chinesen stiegen rechtzeitig ein und nach einigen chaotischen Jahren begann 2017 in einem völlig neuen Werk in China unter der ebenfalls neuen Marke NEVS (New Electric Vehicles Sweden) die Produktion des elektrischen Saab 9-3. Anfang 2019 erwarb der chinesische Immobilienriese Evergrande die Mehrheit an NEVS und fügte dem neuen Autokonzern noch die exklusive Sportwagen-Marke Koenigsegg hinzu. In der Fabrik in Tianjin werden bald jährlich 220.000 Elektroautos produziert, während man hier in Deutschland nur heftig darüber diskutiert.

Am ehemaligen Standort von Saab in Trollhättan verblieb nur das Museum und eine Entwicklungsabteilung. Ähnlich wird es auch in Deutschland weitergehen. Unsere Industrieanlagen sind durch die Bank fast alle schrottreif und unsere technischen Innovationen ein Gruselkabinett. Wir haben tolle Einkaufs- und Logistikzentren aber eine Infrastruktur wie 1989 in der untergehenden DDR. Ich war 1991 von Berlin aus für eine Bonner Unternehmensgruppe in den neuen Bundesländern bei ehemaligen DDR-Betrieben zu Gast und ich erkannte bereits nach einer Woche, dass dort nicht mehr viel zu holen war. Man hätte konzeptionell ganz anders ansetzen und vor allen Dingen kräftig investieren müssen. Aber damals wie heute hatte sich niemand für blühende Landschaften auch nur ansatzweise interessiert. Das Schicksal der DDR nach 1990 kommt jetzt als Bumerang zu uns zurück. Die Menschen in der DDR hätten motiviert angepackt und der Osten könnte heute aussehen wie eine Zukunftsvision. Heute gibt es keinen reichen Bruder mehr, der uns noch eine wirtschaftliche Chance geben könnte. Unsere Zukunft wurde damals verspielt. Wir befinden uns in der neuen Weltwirtschaft weitab vom Schuss am Ende der Welt, weil die Musik künftig in Asien spielt und das ist ganz weit weg. Die Umstellung auf die neuen Technologien werden nur die wenigsten von uns schaffen und den Rest beißen die Hunde. Dabei könnte alles so einfach sein, wenn man nur das endlose und dumme Geschwätz der angeblichen Experten endlich abstellen könnte und einfach nur etwas tun würde.  

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