Privacy Policy Die 3 Säulen des britischen Imperiums – AG News

Die 3 Säulen des britischen Imperiums

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In dieser Auswahl an Artikeln zur wirtschaftlichen Weiterbildung für alle geht es heute um das Kompaktwissen über Großbritannien.

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Die britische Wirtschaftsgeschichte hat nicht nur die USA geformt, sondern auch Deutschland.

Als Literatur zu diesem Thema ich das Buch A Century of War: Anglo-American Oil Politics von Wilhelm Engdahl zu empfehlen.

Vor COVID wurde über die Einführung von Handelszöllen durch Washington gegenüber China und anderen Handelspartnern diskutiert.

Eine ähnliche Debatte gab es schon im 19. Jahrhundert in Großbritannien.

Den internationalen Banken der City of London gelang damals die Aufhebung der Getreidegesetze und den Schutz der nationalen Industrie und Landwirtschaft.

Das war 1846.

Am Ende jenes Jahrhunderts war die britische Industrie erledigt und an ihre Stelle traten zwei aufstrebende Industrienationen mit protektionistischer nationaler Wirtschaftspolitik.

Das Deutsche Reich und die Vereinigten Staaten.

Darüber finden Sie heute in den Büchern der Wirtschaftsgeschichte, welche allesamt vom Deep State zensiert wurden, nichts mehr.

Das britische Imperium brauchte eine neue Strategie.

Nichts hat die Geschichte der letzten hundert Jahre so geprägt wie der Kampf um die Sicherung und Kontrolle der weltweiten Erdölreserven.

Es ist viel zu wenig darüber bekannt, wie die politische und wirtschaftliche Macht rund um den Rohstoff Erdöl von den Interessen des Deep State zunächst in England und später in den USA geformt wurde.

Mit den letzten wirtschaftlichen Auswirkungen haben wir es 2022 zu tun. 

Großbritannien war gegen Ende der 1890er Jahre in jeder Hinsicht die herausragende politische, militärische und wirtschaftliche Macht der Welt.

Das britische Gold war unter der Fuchtel der Bank of England seit 1815 die Grundlage für die damalige Leitwährung Pfund Sterling, in welcher die Kredite für die Welt vergeben wurden.

Die militärische Überlegenheit Preußens war der eigentliche Schlüssel zur Niederlage von Napoleons Armee in Waterloo.

Aber Wellington und die Briten beanspruchten diesen Sieg für sich und damit den Löwenanteil der weltweiten Goldreserven, die später nach London flossen.

„So wertvoll wie Sterling“ war damals ein Sprichwort.

Nach einem Gesetz vom 22. Juni 1816 wurde Gold zum alleinigen Wertmaßstab im britischen Empire erklärt.

Die britische Außenpolitik beschäftigte sich in den nächsten 75 Jahren oder mehr zunehmend damit, die neu aufgebauten Weltgoldreserven für den britischen Wohlstand in den Tresoren der Bank of England zu sichern.

Nach 1815 war die Überlegenheit der britischen Marine auf den Weltmeeren unangefochten.

Britische Schiffe beförderten britischen Stahl, Kohle und Exporte der Textilindustrie von Manchester.

Englische Manufakturen waren jahrzehntelang weltweit führend.

Aber hinter seinem scheinbaren Status als herausragende Weltmacht verrottete Großbritannien innerlich aufgrund des permanten Geldraubs der britischen Zentralbank.

Je mehr britische Handelshäuser Kredite für den Welthandel gewährten und die Banken der City of London Fremdkapital für den Bau von Eisenbahnen in Argentinien, den Vereinigten Staaten und Rußland zur Verfügung stellten, desto mehr verschlechterte sich die binnenwirtschaftliche Basis des englischen Nationalstaats.

Das dafür notwendige Kapital wurde dem Binnenmarkt entzogen und nur ganz wenige Ökonomen haben das verstanden.

Der Wiener Kongress von 1814-15, zerstückelte das Europa im Nachgang zu Napoleon mit den diplomatischen Manövern des britischen Außenministers Lord Castlereagh.

Das Britische Empire hatte im Gegenzug für die gewährten eigennützigen Zugeständnisse die Rechte auf die Beherrschung der Meere eingefordert.

Das habsburgische Österreich und der Rest der kontinentaleuropäischen Mächte hatten dabei das Nachsehen.

Deren Zugeständnisse dienten lediglich dazu, das zentrale Kontinentaleuropa geteilt zu halten und und damit zu schwächen.

Sie konnten mit der britischen globalen Expansion nicht mithalten.

Die britische Kontrolle über die Meere und damit die Kontrolle über den Weltschifffahrtshandel sollte also nach Waterloo als eine der drei Säulen eines neuen britischen Empire entstehen.

Die Hersteller in Kontinentaleuropa sowie ein Großteil der übrigen Welt waren gezwungen, auf die in London von den Lloyds-Schiffsversicherungs- und Bankensyndikaten festgelegten Handelsbedingungen zu akzeptieren.

Die Marine Ihrer Majestät, die damals größte der Welt, überwachte die wichtigsten Seewege der Welt und bot eine kostenlose „Versicherungen“ für die britische Handelsschiffe an.

Die konkurrierenden Flotten waren gezwungen, ihre Schiffe gegen hauptsächlich britische Piraterie, Katastrophen und Kriegsakte zu versichern.

Das übernahm Londons großes Versicherungskonsortium Lloyd’s.

Kredite und Wechsel von den Banken der City of London waren für den größten Teil der weltweiten Schiffshandelsfinanzierung erforderlich.

Die private Bank of England, war das Geschöpf der herausragenden Finanzhäuser in Londons „City“.

So wird das Finanzviertel noch heute genannt.

Bankhäuser wie die Barings, Hambros, Rothschilds manipulierten den weltweiten größten monetären Goldvorrat in ihrem eigenen Sinn.

Das konnte dazu führen, dass eine Flut englischer Exporte nach Belieben gnadenlos auf jeden Konkurrenzmarkt geworfen wurde.

Großbritanniens unbestrittene Vorherrschaft im internationalen Bankenwesen war nach 1815 die zweite Säule der englischen imperialen Macht.

Die dritte Säule, die im Laufe des Jahrhunderts immer wichtiger wurde, war die britische geopolitische Vorherrschaft über die wichtigsten Rohstoffe der Welt, d.h. Baumwolle, Metalle, Kaffee, Kohle und am Ende des Jahrhunderts das neue „schwarze Gold“ oder das Erdöl.

Die mächtigen Gruppe der Londoner Schifffahrts- und Bankeninteressen, die sich um die Bank of England und Alexander Baring von Baring Brothers Handelsbankiers scharten, drängte das Parlament dazu, eine Grundsatzerklärung verabschieden.

Dieses Konzept basierte auf den Ideen des schottischen Ökonomen Adam Smith, d.h. dem sogenannten „absoluten Freihandel“.

Dabei gibt es nur einen Freihandel oder keinen Handel.

Bis 1846 wurde diese Grundsatzerklärung in einer parlamentarischen Aufhebung des inländischen englischen Landwirtschaftsschutzes, der berühmten Maisgesetze, festgeschrieben.

Die Aufhebung der Getreidegesetze beruhte auf dem Kalkül mächtiger Finanz- und Handelsinteressen der City of London, dass ihre Weltherrschaft ihnen einen entscheidenden Vorteil verschaffte, den sie aufs Äußerste ausreizen sollten.

Wenn sie den Welthandel dominierten, konnte „Freihandel“ nur bedeuten, dass ihre Dominanz auf Kosten anderer weniger entwickelter Handelsnationen wuchs.

Unter der Hegemonie des Freihandels erzielten britische Handelsbanken enorme Gewinne aus dem Opiumhandel zwischen Indien, der Türkei und China.

Das britische Außenministerium förderte die Interessen der Banken, indem es China während der britischen Opiumkriege öffentlich dazu aufforderte, seine Häfen für den „Freihandel“ zu öffnen .

Eine neue wöchentliche Propagandazeitschrift dieser mächtigen Handels- und Finanzinteressen der City of London, The Economist, wurde 1843 nur mit dem ausdrücklichen Zweck gegründet, für die Aufhebung der Maisgesetze zu schreiben.

Das war die Geburtsstunde der Leitmedien.

Die britische Partei der Konservativen von Sir Robert Peel setzte im Mai 1846 die verhängnisvolle Aufhebung des Korngesetzes durch.

Das war ein Wendepunkt nicht nur in der britischen, sondern auch in der Weltgeschichte und zwar zum Schlechteren.

Die Aufhebung öffnete die Tür für eine Flut billiger Produkte in der Landwirtschaft, die nicht nur unter den englischen, sondern auch unter den Bauern anderer Nationen zu deren Ruin führte.

Das einfache Prinzip der Kaufleute „Kaufe billig und verkaufe teuer“ wurde zur nationalen Wirtschaftsstrategie auserkoren.

Der Konsum galt als einziger Zweck der Produktion.

Großbritanniens heimische Landwirtschaft und die Bauern wurden durch den Verlust des Protektionismus der Maisgesetze ruiniert.

Die irischen Bauern waren dadurch benachteiligt, als ihr größter Exportmarkt infolge der Aufhebung des Korngesetzes plötzlich die Lebensmittelpreise drastisch senkte.

Der Massenhunger und die Abwanderung irischer Bauern und ihrer Familien in den späten 1840er Jahren in die USA aufgrund der tragischen Hungersnot in Irland von 1845 bis 1846 und ihrer Folgen, war eine direkte Folge dieser „Freihandels“-Politik Großbritanniens.

Und an diesem Prinzip hat sich bis heute nichts geändert.

Englands frühere Politik gegenüber Irland verbot die Entwicklung einer eigenen starken sowie autarken Wirtschaft.

Nach 1846 konkurrierten hinduistische Bauern aus der indischen Kolonie Großbritanniens mit ihren dürftigen Lohnkosten gegen britische und irische Bauern um den Markt des britischen „Konsumenten“.

Das Lohnniveau in Großbritannien begann zusammen mit dem Brotpreis zu sinken.

Die englischen Armengesetze gewährten Arbeitern, die weniger als das menschliche Existenzminimum verdienten, eine Entschädigung, wobei die Zahlung eines Einkommenszuschlags an den Preis eines Weizenbrotes gekoppelt war.

Als die Brotpreise sanken, sank auch der Lebensstandard in England.

Tatsächlich öffnete die Aufhebung des Protektionismus der Maisgesetze im gesamten britischen Empire die Schleusen für eine „Politik der billigen Arbeitskräfte“.

Die einzigen, die von den anfänglich billigen Lebensmittelpreisen in England profitierten, waren die riesigen internationalen Londoner Handelshäuser und die Handelsbanken, die sie finanzierten.

Ab diesem Zeitpunkt wurde aufgrund des sogenannten Freihandels die britische Gesellschaft in wenige sehr Reiche und sehr viele ganz arme Menschen aufgeteilt.

E. Peshine Smith, ein amerikanischer Ökonom und erbitterter Gegner des britischen Freihandels, fasste damals in seinem Schreiben die Auswirkungen der Freihandelshegemonie des britischen Empire auf die Weltwirtschaft der 1850er Jahre zusammen:

„Das war eine Politik, welche nicht mehr im Sinne der britischen Bevölkerung agierte.“

In der Praxis hat sie die Nation insgesamt als einen gigantischen Absatzmarkt angesehen.

Die Waren für diesen Markt will sie billig produzieren, damit sie die britischen Ladenbesitzer unterbieten kann.

Und die eigenen Leute will sie nur Löhne in einer Höhe bezahlen, damit diese gerade noch die Waren des Establishments kaufen können. 

Man wollte mit dieser Doktrin dem wachsenden nationalen Wirtschaftsdenken, das in den 1850er Jahren auf dem europäischen Kontinent aufkam, insbesondere unter dem deutschen Zollverein von Friedrich List, die Stirn bieten.

Diese orientierten sich an der Gesamtproduktion und nicht an der Profitrate im Handel, welches dem nationalen Wohlstand zugute kommen wird.

Die großen Nationen des europäischen Kontinents, wie Frankreich, Russland und die deutschen Staaten, welche sich im Vorläufer der EU oder im Zollverein bzw. der Zollunion vereint hatten, wiesen die Idee der Briten praktisch zurück.

Diese Politik machte aus England das, was der Schriftsteller Joseph Kay wie folgt beschrieb:

„Wo die Aristokratie reicher und mächtiger ist als jedes andere Land der Welt, die Armen aber unterdrückter, verarmter und zahlreicher im Vergleich zu den anderen Klassen.“

„Außerdem nicht religiös und sehr viel schlechter ausgebildet als die Armen jeder anderen europäischen Nation, mit Ausnahme des unzivilisierten Russlands und der Türkei, des versklavten Italiens, des schlecht regierten Portugals und des revolutionären Spaniens.“

1851 begann eine Kampagne, die herrschende englische Ideologie zu formen, indem sie ein bösartig falsches malthusianisches Argument der Überbevölkerung verwendete.

Die Realität sah aber so aus, dass eine bewusste Politik der erzwungenen zu geringen Investitionen in neue produktive Technologien, dies einfach auslösen musste.

Und damit befinden wir uns auch schon an den Wurzeln des heutigen Genozids.

Englischer Liberalismus nannte sich diese politische Doktrin, welche die brutale Wirtschaftspolitik rational erscheinen lassen sollte.

Im Wesentlichen rechtfertigte der englische Liberalismus, wie er gegen Ende des 19. Jahrhunderts definiert wurde, die Entwicklung einer immer mächtigeren imperialen Eliteklasse, die im Namen der „vulgären ignoranten Massen“ regierte, denen man dies nicht anvertrauen konnte.

Aber der eigentliche Zweck der liberalen Eliten der britischen Regierung und des öffentlichen Lebens des 19. Jahrhunderts war es, die Interessen einer exklusiven Privatmacht zu wahren und ihnen zu dienen.

In der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich diese private Macht in den Händen einer winzigen Anzahl von Bankiers und Institutionen in der City of London.

Großbritanniens „Informelles Imperium“

Eine solche Manipulation des Freihandels war in den letzten einhundertfünfzig Jahren das Wesen der britischen Wirtschaftsstrategie.

Großbritanniens Genialität war eine chamäleonartige Fähigkeit, diese Politik an eine sich verändernde internationale Wirtschaftsrealität anzupassen.

Aber im Kern blieb es bei der Politik von Adam Smith, welche sich „absoluter Freihandel“ nannte.

Sie war eine Waffe gegen die souveräne nationale Wirtschaftspolitik rivalisierender Mächte.

Ende des 19. Jahrhunderts begann das britische Establishment eine intensive Debatte darüber, wie es sein globales Imperium aufrechterhalten könnte.

Inmitten von Slogans über eine neue Ära des „Antiimperialismus“ begann Großbritannien zu Beginn des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts mit einer raffinierteren und weitaus effektiveren Form, um seine dominierende Rolle in der Welt aufrechtzuerhalten.

Es wurde später als „informelles Imperium“ bezeichnet.

Während die imperialen Kernbesitzungen in Indien und im Fernen Osten aufrechterhalten wurden, floss britisches Kapital in ungeheuren Mengen vor allem nach Argentinien, Brasilien und in die Vereinigten Staaten, um finanzielle Abhängigkeiten zu knüpfen, die in vielerlei Hinsicht effektiver waren als formelle Kolonialtitel.

Der Begriff der besonderen wirtschaftlichen Beziehungen zu „Klientenstaaten“, das Konzept der „Einflusssphären“ sowie der „Diplomatie des Kräfteverhältnisses“ entstammen alle aus diesem komplexen Geflecht des britischen „Informal Empire“.

Seit der englischen Niederlage gegen die spanische Armada im Jahr 1588 nutzte Großbritannien den besonderen Umstand, dass es eine von Kontinentaleuropa getrennte Insel war.

Sie sparte sich die Kosten für die Aufstellung einer großen stehenden Armee zur Verteidigung ihrer Interessen und es ließ ihr die Freiheit, sich auf die Beherrschung der Meere zu konzentrieren.

Großbritanniens Plünderung des Reichtums der weiten Gebiete der Welt ermöglichte es ihm auch, ein Kräftegleichgewicht auf dem Kontinent aufrechtzuerhalten und Koalitionen gegen jede Nation zu bilden oder zu finanzieren.

Nach dem Wiener Kongress von 1815 hatte England im neu organisierten Europa nach der Niederlage Napoleons die zynische diplomatische Strategie perfektioniert, die als „Balance of Power“ bekannt ist.

Die britische Diplomatie des Kräfteverhältnisses achtete wie auf einer Waage darauf, mit den Gewichten, die hinzugefügt wurden, um gegenüberliegende Seiten eines zentralen „Gleichgewichtspunkts“ auszugleichen.

Nach 1815 lag das eigentümliche „Genie“ der englischen Außenpolitik in ihrer Fähigkeit, Bündnisbeziehungen notfalls abrupt zu verschieben, wenn sich ihre Wahrnehmung strategischer Macht in Europa oder weltweit veränderte.

Die englische Diplomatie kultivierte diese zynische Doktrin, die vorschrieb, dass England niemals sentimentale oder moralische Beziehungen zu anderen Nationen als souverän respektierte Partner unterhielt, sondern dass England immer seine eigenen „Interessen“ verfolgte.

Die englischen Bündnisstrategien wurden streng davon geleitet, was England zu einem bestimmten Zeitpunkt für die Definition des englischen „Interesses“ am besten geeignet war.

Der Wechsel von feindlichen Beziehungen mit Frankreich in Afrika zu Englands „Entente Cordiale“ nach dem Faschoda-Showdown im Jahr 1898 oder der Wechsel von der jahrzehntelangen englischen Unterstützung für die osmanische Türkei, um die Expansion Russlands zu blockieren.

Dies war in Großbritannien und Indien als das „Große Spiel“ bekannt.

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts floss englisches Kapital zunehmend in ausgewählte Länder mit Kapitaldefizite wie Argentinien in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts.

Dieses Kapital floss in ihre nationale Eisenbahn- und Transportinfrastruktur, um diese zunächst zu bauen und dann zu betreiben.

Englisches Kapital ging förderte auch die Entwicklung der Dampfschifffahrtslinien des Landes und ihrer Häfen.

So wurden die Volkswirtschaften Argentiniens und anderer englischer „Klientelstaaten“ effektiv zu einem wirtschaftlichen Gefangenen gemacht.

Dank der Handels- und Finanzbedingungen, die von der City of London, von britischen Handelshäusern und Handelsfinanzierungsbanken diktiert wurden.

Diese Klientelstaaten Englands stellten dabei fest, dass sie die Kontrolle über ihre wesentliche wirtschaftliche Souveränität aufgegeben hatten.

Zu zwar genau dann, als britische Truppen Buenos Aires besetzt hatten, um die Steuererhebung zur Unterstützung des britischen Empire durchzusetzen.

In den 1880er Jahren brachten Argentiniens neue Eisenbahnen seine Waren, insbesondere Rindfleisch und Weizen, für den Export zu seinen Häfen.

Die Exporte verdoppelten sich und ihre Auslandsschulden, hauptsächlich bei Londoner Banken, stiegen um 700 Prozent.

Das Land war ein Schuldenvasall des britischen Empire, „Imperialismus zum Billigpreis“, wie ein Kommentator es nannte und wurde später von den USA übernommen.

Es war offenkundig nicht die Absicht der britischen Politik, aus diesen Klientelstaatenbeziehungen starke souveräne Industrieökonomien zu entwickeln.

Und darunter leidet Südamerika bis heute.

Vielmehr ging es darum, die für die Kontrolle erforderlichen Mindestinvestitionen zu tätigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass andere rivalisierende Mächte nicht an begehrte Rohstoffe oder andere Schätze wirtschaftlicher Macht gelangten.

In dieser Zeit besetzten britische Truppen 1882 Ägypten, um zunächst die Seewege nach Indien zu sichern.

Der Suezkanal durfte nicht in die Hände der rivalisierenden Franzosen fallen, argumentierte sie.

Die britische Militärbesatzung zerstörte jede Struktur der ägyptischen Herrschaft derart, dass britische Soldaten nach 1882 in diesem Knotenpunkt des Rückenmarks des Empire zwischen London und Indien dauerhaft präsent blieben.

In ähnlicher Weise diente die britische Präsenz in Südafrika zunächst  nur dazu, die südliche Route nach Indien zu sichern und ausländische rivalisierende Mächte daran zu hindern, dort Stützpunkte zu errichten, die den britischen Schiffshandel flankieren könnten.

Die britische Kontrolle in den 1840er und 1850er Jahren über Südafrika war nicht formell.

Stattdessen sperrte Großbritannien die Burenrepubliken schrittweise vom Zugang zum Indischen Ozean aus und begann 1843 mit der Annexion von Natal.

Das hielt die Buren von Delagoa Bay fern.

Und sie intervenierte, um 1869 die Vereinigung der Burenrepubliken unter Pretorius zu blockieren.

Das Ziel war es die notwendige britische Vormachtstellung im gesamten südafrikanischen Raum sicherzustellen.

Ein sicheres Monopol für die britische Handelskontrolle war in dieser Ära des britischen Imperialismus im 19. Jahrhundert von größter Bedeutung.

Auch die britischen Geheimdienste entwickelten sich in dieser Zeit auf ungewöhnliche Weise.

Im Gegensatz zu Frankreich oder anderen Nationen modellierte Großbritannien sein Post-Waterloo-Imperium mit einer äußerst raffinierten Ehe zwischen Top-Bankern und Finanziers der City of London, Ministern des Regierungskabinetts, Leitern wichtiger Industrieunternehmen, die als strategisch für das nationale Interesse angesehen werden und dem Leiter der Spionagedienste.

Repräsentant dieser Vereinbarung war Sir Charles Jocelyn Hambro, Spross des Handelsbankengeschäfts der City of London, der von 1928 bis zu seinem Tod 1963 Direktor der Bank of England war.

Während des Zweiten Weltkriegs war Hambro Executive Chief der Special Operations des britischen Geheimdienstes Executive (SOE).

Dieses war innerhalb des Ministeriums für Wirtschaftskriegsführung der Regierung angesiedelt, das während des Krieges Wirtschaftskriegsführung gegen Deutschland führte.

Gleichzeitig bildete sie die gesamte Führung der amerikanischen Central Intelligence Agency und Geheimdienst-Elite der Nachkriegszeit aus.

Darunter William Casey, Charles Kindelberger und Walt Rostow , Robert Roosa, später stellvertretender Finanzminister von Kennedy und Partner von Harriman, der Elite der Brown Brothers der Wall Street.

Anstelle des traditionellen Dienstes zur Bereitstellung von Daten von Spionageagenten in ausländischen Hauptstädten war der Leiter des britischen Geheimdienstes selbst Teil eines geheimen freimaurerischen Netzwerks, das die immensen Kräfte des britischen Bankwesens, der Schifffahrt, der Großindustrie und der Regierung miteinander verwob.

Weil es geheim war, übte es eine immense Macht über leichtgläubige oder ahnungslose ausländische Volkswirtschaften aus.

Diese verdeckte Vermählung privater Handelsmacht mit der Regierung in der Ära des Freihandels nach 1846 war das Geheimnis der britischen Hegemonie.

Das war die Geburtsstunde des Deep State.

Die britische Außenpolitik basierte nicht auf der Pflege gutnachbarlicher Beziehungen zu Verbündeten, sondern auf kalkulierten „Interessen“, die bei Bedarf abrupt wechselnde Allianzen oder nationale Verbündete diktieren konnten.

Die Weltwirtschaftskrise von 1873 als direkte Folge der britischen Einführung des Freihandels begann jedoch schon Anfang der 1870er Jahre in England nach einer Finanzpanik d.h. einer tiefen wirtschaftlichen Depression.

Die Freihandelsdoktrin basierte auf der Annahme, dass der britische Einfluss sicherstellen könnte, dass dasselbe Dogma in allen großen Handelsnationen der Welt zur Wirtschaftspolitik gemacht wurde.

Diese Globalisierung war damals aber nicht umsetzbar.

Nach einer schweren Bankenpanik in London im Jahr 1857 beschloss das Bankinstitut der City of London, einschließlich der Direktoren der Bank of England, ein neuartiges Instrumentarium, das zukünftige Goldabflüsse von Londoner Banken verhindern sollte.

Die Panik von 1857 resultierte aus einem ausländischen Ansturm auf die internationalen Goldreserven der Bank of England.

Der Ansturm brachte die Bankkredite in der Stadt und im ganzen Land zum Einsturz.

Als Reaktion auf die Krise entwickelten die englischen Behörden eine Politik, die zu einer einfachen, wenn auch gefährlichen Weiterentwicklung der Zentralbankpraxis führte.

Die Bank of England, eine private Holding, wurde damals nicht von der Regierung, sondern von den finanziellen Interessen der Stadt kontrolliert.

Man erkannte den Umstand, dass man mit den Zinssätzen die Goldflüsse steuern konnte.

Niedrige Zinssätze führten zu einem Abfluss der Goldreserven Großbritanniens und hohe Zinssätze würden das Gold wieder aus Berlin, New York, Paris oder Moskau in die Banken der City of London zurückfließen lassen.

Diese Zinspolitik war eine mächtige Waffe im Zentralbankwesen, die der Bank of England einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschaffte.

Auch das sehen wir gerade.

Die hohen Wucherzinsen führten jedoch zu verheerenden Depressionen in der britischen Industrie oder Landwirtschaft.

Dies führte in der britischen Wirtschaft dazu, dass nach der Aufhebung der Maisgesetze von 1846, die Industrie und auch die Landwirtschaft schrumpfte.

Nur die Banken und der internationale Handel profitierten davon.

Um die Vormachtstellung des britischen internationalen Bankwesens zu sichern, waren diese Banker bereit, die heimische Industrie und Investitionen zu opfern.

Ähnlich verhielt es sich in den Vereinigten Staaten nach der Ermordung Kennedys in den 1960er Jahren.

Aber die Folgen dieser neuen Zinspolitik der Bank of England für die britische Industrie wurden erst mit aller Macht in der Weltwirtschaftskrise deutlich, die Großbritannien 1873 heimsuchte und bis 1896 andauerte.

Es gab also schon eine Weltwirtschaftsrise vor der angeblich ersten von 1929.

Beginnend mit einer Finanzkrise in der englischen Bankenwelt, als das Ponzi-System der Auslandskredite nach Nord- und Südamerika für den Eisenbahnbau zusammenbrach, geriet das britische Empire in die damalige Weltwirtschaftskrise.

Die steigende Arbeitslosigkeit und die Industriebankrotte dieser Depression führten dazu, dass die britischen Preise in einem ununterbrochenen Rückgang von 1873 bis 1896 nominal um fast 50 Prozent einbrachen.

Die Arbeitslosigkeit breitete sich ebenfalls aus.

Diese Weltwirtschaftskrise von 1873 war aber im Vergleich zur heutigen nur eine vernachlässigbare Erkältung.

Der Mangel an Kapitalinvestitionen in den britischen Manufakturen wurde bereits auf der Internationalen Ausstellung von 1867 deutlich.

Das war der Zeitpunkt, als Deutschland technologisch auf die Überholspur gelangte.

Die Briten lagen damals um zwei Jahrzehnte technologisch zurück.

Auch der Export von britischem Eisen und Stahl, Kohle und anderen Produkten ging in diesem Zeitraum zurück.

Es war ein dramatischer Wendepunkt in der britischen Geschichte, der signalisierte, dass der Beginn des „Freihandels“ etwa drei Jahrzehnte zuvor mit der Aufhebung der Getreidegesetze die englische Industrietechnologie zum Untergang verurteilt hatte.

Die Bankenbranche ist völlig unproduktiv und kann keine Volkswirtschaft auf dauer über Wasser halten, was man gerade am Beispiel der USA sehen kann.

Die Zeit der weltweiten Führung Großbritanniens unter den Industrienationen der Welt war in den 1890er Jahren eindeutig vorbei.

Das Freihandelsdogma des britischen Empire des 19. Jahrhunderts und seine malthusianischen Rationalisierungen waren letztendlich zum Scheitern verurteilt.

Seine Grundlagen basierten darauf, die Volkswirtschaften in immer überall auf der Welt auszurauben, um damit zu überleben.

Erst ein Vierteljahrhundert nach der Aufhebung der Corn Laws versank das Britische Empire in dessen Folge in der schlimmsten und längsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte.

Nach 1873 waren die britischen Bemühungen, das Virus der „Englischen Krankheit“ oder Adam Smiths „kosmopolitisches Wirtschaftsmodell“ des absoluten Freihandels nicht mehr erfolgreich.

Die Nationen Kontinentaleuropas, angeführt von Deutschland, übernahmen die Führungsrolle und glänzten mit industriellen Wachstumsraten.

Dies alles bereitete die Bühne für eine neue Debatte innerhalb der britischen Elite darüber, wie man Empire und Macht in einer sich schnell verändernden Welt aufrechterhalten könnte.

In diese Debatte wurde 1882 im Rahmen einer Debatte darüber, wie die Vormachtstellung der britischen Marine aufrechterhalten werden kann, die Geopolitik des Erdöls eingeführt.

Mit den USA als neuer Industrienation konnte das Spiel noch einmal bis 1971 verlängert werden, dann musste China diesen Part übernehmen und heute gibt es keine Fortführung dieser Strategie mehr.

Wir sind in der Endsttion angelangt und müssen etwas Neues auf die Beine stellen.

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