Privacy Policy Die Bafin untersagt den Short-Verkauf von Wirecard-Aktien – AG News

Die Bafin untersagt den Short-Verkauf von Wirecard-Aktien

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Das gab es in Deutschland seit den Tagen der Bankenkrise im Jahr 2008 nicht mehr und deshalb ist dieser Vorgang auch eine Nachricht wert. Man hatte also bei der Bafin richtig Angst, dass der Börsenliebling, welcher im letzten Jahr die Commerzbank aus dem DAX 30 verdrängte, für Turbulenzen im DAX und auch auf den europäischen Aktienmärkten sorgen könnte. Diese Maßnahme vom vergangenen Wochenende wurde übrigens auch von der chinesischen Börsenaufsicht 2016 in einem brisanten Fall angewendet und gestern funktionierte das vorerst auch noch ganz gut, weil der Börsenkurs von Wirecard daraufhin wieder deutlich anstieg.

Zum besseren Verständnis: Die Aktien von Wirecard implodierten im Januar, nachdem die Financial Times darüber informiert hatte, dass es möglicherweise bei der Expansion von Wirecard in Asien nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Weil das von Wirecard heftigst dementiert wurde, legte die Financial Times in der letzten Woche noch einmal kräftig nach und präsentierte Fakten. Es wurde unter anderem der Untersuchungsbericht zu diesem Vorfall von einer renommierten Anwaltskanzlei in Singapur veröffentlicht. Der Börsenwert von Wirecard hatte sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht, nachdem diese Firma aus Aschheim bei München zum größten Zahlungsdienstleister in Europa aufgestiegen war.

Neben dem Verbot von Short-Verkäufen wurden von der Staatsanwaltschaft in München anscheinend auch noch Ermittlungen gegen die Financial Times wegen Kursmanipulation eingeleitet. Beim Short-Verkauf handelt es sich um eine Wette, bei welcher man sich eine Aktie leiht und auf einen Kursverfall setzt. Wenn dies der Fall ist, kauft man die Aktie zum niedrigeren Preis und bekommt die Differenz zum vorherigen Preis von der Gegenpartei ausbezahlt. Kommt es jedoch zu einem Short-Squeeze (durch die Manipulation Dritter) und der Aktienkurs steigt, dann kauft man die Aktie zum Preis beim Abschluss der Wette und muss die Differenz zum neuen Preis der Gegenpartei auszahlen. D.h. man hat ein Verlustgeschäft gemacht.

In der Vergangenheit erzielten solche Verbote jedoch nicht die gewünschte Wirkung, weil die Börsenhändler einfach die Schonfrist bis zum 18. April abwarten und dann dort weitermachen, wo man gestern aufhören musste. Sollten sich die Behauptungen der Financial Times bewahrheiten, wovon nach der Lage der Dinge ziemlich sicher auszugehen ist, dann hat ein betroffener Hedge-Fond bereits mit einer Klage gegen die Bafin gedroht. Bezahlen kann diese Protektion von Wirecard dann wieder die Allgemeinheit.

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