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Die Deutsche Bank fährt einen harten Sparkurs

Es wäre wohl stark übertrieben, wenn man schreiben würde, dass sich die Deutsche Bank schon wieder auf dem Weg der Besserung befinden würde. In den letzten Tagen gab es erneut wilde Spekulationen und deshalb befassen wir uns nur mit den Fakten. Am vergangenen Mittwoch enttäuschte dieses Kreditinstitut die Erwartungen seiner Anleger, weil der Restrukturierungsplan fürchterlich auf dieser Bank lastet. Man hatte einen Nettoverlust von 832 Millionen Euro für das dritte Quartal zu verkünden. Die Analysten erwarteten nach Angaben von Refinitiv hingegen “nur” 778 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor (im dritten Quartal 2018) konnte man noch einen Nettogewinn von 229 Millionen Euro ausweisen, aber im zweiten Quartal 2019 einen monströsen Verlust von 3,15 Milliarden Euro. Addiert man die Verluste im zweiten und dritten Quartal 2019 zusammen, dann erhält man fast 4 Milliarden Euro. Das ist eine stolze Leistung! Die Aktie der Deutschen Bank verlor deshalb am Tag der Veröffentlichung dieser Zahlen in der letzten Woche 8 % ! Insgesamt verlor die Aktie der Deutschen Bank innerhalb eines Jahres ein Viertel ihres Wertes. 

Die Entlassungswelle bei der Deutschen Bank vor geraumer Zeit auf der ganzen Welt ist hingegen schon beinahe wieder vergessen worden. Am 8. Juli 2019 erschienen zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf der ganzen Welt zur Arbeit, welche damals keine Ahnung hatten, dass sie gleich wieder nach Hause gehen können. In Tokio wurde zum Beispiel ein ganzes Equity Trading Team auf einen Schlag entlassen. Aus London hörte man, dass den Betroffenen in der Winchester Street (dem dortigen Firmensitz) mitgeteilt wurde, dass sie das Haus bis 11 Uhr verlassen müssen, weil sonst ihre elektronischen Zugangskarten nicht mehr funktionieren. Damit verließen auf einen Schlag 18.000 Menschen oder 20 % der Belegschaft die Deutsche Bank. Wenige Tage zuvor, hätte wohl jeder der Betroffenen noch gesagt, dass alles gut wird. Der schöne Schein wird in solchen Fällen bis zur letzten Minute gewahrt und erst dann setzt die harte Realität ein. Die Unglücksserie begann bereits 2015 mit diversen Strafzahlungen in Milliardenhöhe für das Fehlverhalten der Deutschen Bank und jetzt ist scheinbar die Finanzdecke derart dünn, dass man sogar den traditionellen Weihnachtsempfang für Rentner der Deutschen Bank absagte und der kostet bestimmt nicht die Welt.

Was waren das noch für Zeiten, als man an Weihnachten 2001 noch Robbie Williams zur Bereicherung der Weihnachtsparty mit einer satten Gage einladen konnte! Doch die Deutsche Bank ist das wichtigste Kreditinstitut in Deutschland und eines der wichtigsten in ganz Europa. Ich gehe deshalb felsenfest von einem großen Wunder aus und wenn vielleicht noch nicht zu Weihnachten in diesem Jahr, dann halt eben etwas später. Für die Deutsche Bank wird alles, aber wirklich auch komplett alles wieder gut werden und schon bald kann man zu entsprechenden Anlässen auch wieder die Puppen ordentlich tanzen lassen können. Ob sich dann aber die Kunden, Anleger und der Rest der Bevölkerung darüber noch richtig freuen werden, ist jedoch sehr stark zu bezweifeln.

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