Privacy Policy Die EZB kann die Zinsen nicht mehr erhöhen | AG News

Die EZB kann die Zinsen nicht mehr erhöhen

Die Zentralbanken können die von ihnen zwischen 2008 und 2016 erschaffene Mega-Blase ganz offensichtlich nicht mehr zurückfahren. Der diesbezügliche Versuch der amerikanischen Zentralbank FED zum Abbau dieser Blase mittels Zinserhöhungen scheiterte an Weihnachten 2018 kläglich. In Europa sieht es nicht anders aus. Die europäische Zentralbank EZB senkte ihre Zinsen erstmals 2014 in den negativen Bereich ab und danach kürzte sie bis 2016 die Zinsen noch dreimal bis auf – 0,4 %. Seitdem blieben sie auf diesem Niveau stehen und dies war auch der eigentliche Grund für die Probleme einiger Banken, weil sie für ihre Bargeldbestände laufend etwas bezahlen müssen. Niedrigere Zinsen treffen die Banken zunächst noch nicht vollumfänglich, sondern in erster Linie nur die Sparer. Fallen die Zinsen jedoch ins Negative, dann geht es auch den Banken an die Substanz.

Damals wurden die negativen Zinsen mit einer einzigartigen Krisensituation begründet, aber das ist inzwischen auch schon wieder drei Jahre her. In der letzten Woche kündigte der scheidende Chef der EZB Mario Draghi an, dass man dieses Problem der Banken mit einem gestaffelten Zins zu lösen gedenkt. Das würde die Kosten der Banken für die Haltung von Barmitteln verringern, aber nichts an der Grundproblematik ändern und die kann nur durch eine umfassende Währungsreform behoben werden. Für die Anleger und Sparer war es jedoch die indirekte Auskunft, dass die Zinsen noch geraume Zeit im negativen Bereich verweilen werden. Weil auch die amerikanische FED bereits negative Zinsen für die USA in Aussicht stellte, kann man künftig sogar noch von tieferen negativen Zinssätzen in Europa ausgehen. Die Konjunktur kühlt sich nach den neuesten Zahlen auch in Deutschland seit Monaten immer weiter ab und die einzige verbliebene Maßnahme der EZB in einer solchen Situation ist die weitere Senkung der Zinsen sowie der Aufkauf von Anleihen über die Banken. Das Problem hierbei ist lediglich das, dass diese Instrumente ausgereizt sind. Bei null Prozent Zins war eigentlich schon das Ende des Kreditzyklus erreicht. Was danach kam, war eine Zombie-Wirtschaft mit Zombie-Banken und einem daraus resultierenden Tollhaus in den Leitmedien. Ein deutliches Wirtschaftswachstum war bereits damit nicht mehr zu generieren und jetzt kann es nur noch zu einem Kurzschluss kommen.

Die Zentralbanken befinden sich auf einem völlig unbekanntem Terrain und ihr unseriöses Geschäftsmodell funktioniert ohne ein nennenswertes Wirtschaftswachstum nicht mehr länger. Man muss deshalb die Steuern und Abgaben erhöhen, um die größer werdenden Löcher zu stopfen. Es ist deshalb nicht zufällig, dass man in den letzten Wochen die Schülerstreiks gegen das Klima mit aller Macht in die Köpfe der Menschen hinein prügelte. Eine solche Klimaabgabe könnte das böse Spiel noch einmal kurz verlängern, aber ganz egal was sie jetzt noch machen, es wird nicht mehr funktionieren. Man hat aus lauter Angst den optimalen Zeitpunkt im Zeitraum von 2012 bis 2014 verstreichen lassen. Auch der Austritt der Briten wird aus dem gleichen Grund ewig verschoben, weil die Schulden der Briten gegenüber der EU das Brüsseler Kartenhaus zum Einsturz brächten. Weil augenblicklich alles auf die lange Bank geschoben wird, zum Beispiel auch die Handelsgespräche der Amerikaner mit den Chinesen oder die Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank, ist im zweiten Halbjahr mit plötzlichen Ergebnissen in Form einer handfesten zweiten Finanzkrise zu rechnen.

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