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Die EZB wollte heute nur Gutes tun und es funktionierte nicht

Heute kam es zu einem ganz seltsamen Phänomen. Die größte Zentralbank der Welt, die EZB in Frankfurt, wollte heute die Märkte mit billigem Geld beglücken und die Aktien knickten daraufhin ein. Das hatte man bislang in solchen Fällen nur ganz selten erlebt. Aber es kam noch viel besser, weil es auch noch die Bankaktien im Stoxx 600 Bankenindex mit einem Rückgang von 2 % am heftigsten traf. Diese unerwartete Reaktion könnte damit zusammenhängen, dass die Zentralbanken den Bogen mit den ewig gestiegenen Aktien vielleicht überspannt haben. Die EZB hat ihre Bilanz auf 40,5 % des europäischen Bruttosozialprodukts aufgebläht und das könnte eventuell des Guten zu viel gewesen sein. Es hing wohl aber auch damit zusammen, dass dieses Geschenkpaket aus der Sicht der Banken nicht ganz so großzügig ausgefallen war, wie man es sich vorgestellt hatte. Auch dies wäre ein Zeichen dafür, dass man bei den Zentralbanken an das Ende der Fahnenstange gelangt war und künftig nicht so spendabel wie früher ist.

Die Banken machten zwar die negativen Zinsen für ihr schlechtes Abschneiden in den letzten fünf Jahren verantwortlich, was jedoch nur eine faule Ausrede war. Die Zinsen sind die kleinste Säule für die Einnahmen eines Kreditinstitutes und eigentlich bei einer ungedeckten Fiat-Währung wie dem Euro völlig unberechtigt. Weshalb sollte man für wertloses Papier auch noch Zinsen bezahlen? Neben den Aktien sank auch die Verzinsung der deutschen Staatsanleihen, welches gleichzeitig bedeutet, dass sie stärker nachgefragt wurden. Es wurden also Aktien von Banken verkauft und deutsche Staatsanleihen gekauft. Die deutschen Staatsanleihen könnten bei diesem Trend bald wieder negativ verzinst werden. Das wäre für den Finanzminister gut, aber für den Euro wäre es nicht unbedingt das beste Zeichen. Er wäre dann weniger Wert als deutsche Staatsanleihen, welche in sich überhaupt nichts wert sind.

Ein weiteres Risiko liegt künftig in den Algorithmen, welche schlicht und ergreifend ein Ereignis mit einem anderen verknüpfen. Wenn diese künftig eine lockere Geldpolitik nicht mehr mit steigenden Aktien in Verbindung bringen würden, dann hätten die Zentralbanken ihr wichtigstes Instrument zur Manipulation der Aktienmärkte verloren.

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