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Die Inflationsrate für Lebensmittel in der Türkei beträgt 31 %

Die Inflationsrate liegt in der Türkei seit dem Schwächeanfall der Lira im letzten Sommer bei über 20 %. Auch die Inflationsrate unter den Lebensmittelpreisen erreichte in den letzten Tagen mit 31 % pro Jahr einen neuen Höchstwert. Der Anstieg der Preise in der Türkei ist nicht nur dem Kursverfall der türkischen Lira zu verdanken, sondern auch dem damit einhergehenden Wucher durch gierige Händler. Die türkische Lira gehört seit mehr als sechs Monaten zu den schlechtesten Währungen der Welt und dies könnte demnächst auch einen hohen politischen Preis einfordern. Denn in zwei Monaten sind in der Türkei Kommunalwahlen und bei den ersten Wahlkampfauftritten von Recep Erdogan wurden bereits äußerst kritische wirtschaftspolitische Fragen an ihn gestellt. Doch Erdogan wich dieser Kritik barsch aus und verwies wie die Blues Brothers lediglich auf seinen göttlichen Auftrag.

Gemäß den Angaben von Bloomberg stiegen die Preise für Auberginen, Gurken und Tomaten monatlich um 81 %, 53 % und 39 % an. Der türkischen Regierung ist das selbstverständlich nicht entgangen, doch sie machte bislang nur einen Gegner im Lebensmittelmarkt aus und das waren die Händler. Diese wurden sogleich als Terroristen beschimpft und bekämpft. Es wurden am 6. Februar Razzien in fünf Provinzen durchgeführt, bei welchen man Preissteigerungen von bis zu 800 % feststellte. Diese Händler wurden an Ort und Stelle mit heftigen Geldbußen bestraft. Außerdem stieg der türkische Staat direkt in den Lebensmittelhandel ein und verkauft jetzt in Zelten selbst Lebensmittel zu niedrigeren Preisen. Das Warensortiment soll demnächst sogar noch auf Reinigungsmittel ausgedehnt werden.

Wir befinden uns deshalb in der Türkei bereits in einer relativ späten Phase der Inflation, welche nicht mehr zu stoppen ist. Die Inflation in der Türkei ist das Ergebnis einer verfehlten Geldpolitik der Zentralbank, welche zur Ankurbelung der Wirtschaft in der Vergangenheit die Geldmenge erhöhte. Bei den Zentralbanken handelt es sich um Privatbanken, welche das Geldmonopol in ihren Staaten erhielten, um der Politik genügend Geld in Form von Staatsschulden zur Verfügung zu stellen. Weil die Banken damit sehr viel Geld verdienen, ist es ein lukratives Geschäft auf Gegenseitigkeit. Doch weil es sich dabei um ein klassisches Betrugsmodell handelt, hört der Spaß in der Inflationszeit zum Ende eines Kreditzyklus auf. Das Geld wird am Tag X völlig wertlos sein und nur mit einer Währungsreform, ist das selbst verursachte Problem wieder zu lösen. Weil Geldräuber aber schlechte Problemlöser sind, weil sie das gar nicht möchten, beginnt in der Regel anschließend nur die nächste Party mit neuem Falschgeld.

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