Privacy Policy Die kühnen Zukunftspläne von Boris Johnson – AG News

Die kühnen Zukunftspläne von Boris Johnson

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Zum zweiten Mal nach Donald Trump hat nach der Jahrtausendwende ein westlicher Politiker ein klares Konzept für die Zukunft, doch ob es nicht ähnlich wie in den USA an der harten Realität scheitern wird, ist sehr stark zu befürchten. Boris Johnson plant in Großbritannien nichts Geringeres, als eine Kernsanierung dieses maroden Landes. Das würde im Rahmen der EU mit ihren Vorschriften für Bananen-Krümmer selbstverständlich schon theoretisch nicht funktionieren. Deshalb hat er logischerweise im ersten Schritt den Austritt der Briten zum 31. Januar des nächsten Jahres zumindest gesetzlich schon einmal nach mehren vergeblichen Anläufen endlich fixiert. Außerdem fährt er nicht zum sinnlosen Wirtschaftsgipfel in Davos, weil er keine Zeit habe, mit Milliardären Champagner zu schlürfen. Das muss man ihm sehr hoch anrechnen und auch der chinesische Präsident Xi will ebenfalls nicht in die Schweiz fliegen. Die feierliche Unterzeichnung der ersten Phase des Handelsvertrags mit den USA entfällt deshalb erwartungsgemäß. Es wird wohl nie stattfinden, weil es sich nur um einen Waffenstillstand in diesem Handelskrieg dreht.

Doch zurück nach Großbritannien, dem wohl am meisten geschädigten  Land hinter Deutschland im letzten Jahrhundert. Boris Johnson verspricht den Briten goldene Zeiten, welche jedoch noch sehr lange auf sich warten lassen werden. Falls es sich dabei gar um eine Anspielung auf den neuen Goldstandard handeln sollte, dann wird es sogar noch weitaus länger dauern. Er will zum Beispiel die aufgeblähten Verwaltungen des britischen Staates und des britischen Gesundheitssystems drastisch verringern. Das würde in der Tat zu einer wirtschaftlichen Verbesserung des Landes führen, weil die freigesetzten Ressourcen sich in anderen Bereichen der Wirtschaft besser auszahlen würden. Doch bei einer realistischen Betrachtungsweise ist das eine Herkulesarbeit mit einem Zeitaufwand von mindestens 10 Jahren und sehr heftigen künftigen innenpolitischen Auseinandersetzungen. Er müsste also mindestens noch zweimal die Wahlen mit einer komfortablen Mehrheit gewinnen und das wird sehr schwierig werden. Aber man darf ihn trotzdem nicht unterschätzen, denn unter seiner wirren Frisur, arbeitet ein relativ gut sortiertes Gehirn. Seine Strategie der Eroberung der Macht ging jedenfalls sehr gut für ihn auf. Er entmachtete zusammen mit seinen Mitstreitern zunächst einmal die glücklose Theresa May und dann seine internen Kritiker auf eine Art und Weise, wie man es später sicherlich einmal in einem großen Kinofilm sehen wird. Es dauerte nämlich nur wenige Minuten und ein Mitstreiter sagte ihnen lediglich bei einem Termin: „Wer seid ihr eigentlich? Ich kenne euch gar nicht!“ Diese Abtrünnigen wurden derart eiskalt abserviert, wie es nur große Strategen hinbekommen. Sein Team wird deshalb auch mit den Bürokraten in Brüssel einen Blitzkrieg führen, welchen diese noch lange in Erinnerung behalten werden.

Aber trotzdem wird seine theoretische Rechnung nicht aufgehen, weil auch er sich demnächst als Regierungschef einem ganz anderen wirtschaftlichen Ereignis stellen muss, welches nicht so einfach wie die Beamten im eigenen Land und in der EU aus dem Weg zu räumen ist. Gemeint ist damit die zweite Weltwirtschaftskrise, welche übrigens auch Xi ganz offiziell von Davos fernhielt. In den Schweizer Bergen feiert sich noch einmal das alte Establishment wie Adolf der Große seinen letzten Geburtstag im Führerbunker. Selbst die Chinesen warnen inzwischen vor einer monumentalen Krise bis zum Jahr 2025 in ihrem eigenen Land. Der globale Wachstumsmotor China funktioniert für längere Zeit nicht mehr und selbst mit zukünftigen zollfreien Häfen in einem von der EU befreiten Großbritannien ändert sich dadurch in diesem Land wirtschaftlich nicht sehr viel. Sollte er die herannahende große Krise jedoch einkalkuliert haben, welches nicht auszuschließen ist, dann schrumpft die Verwaltung des britischen Staates ganz erheblich und das wird in der Tat eine Dynamik entfalten, welche dieses Land seit etlichen Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat.

Wer also große Vorsätze für das nächste Jahr hat, der kann sie nur dieses Mal unendlich aufblasen und muss deshalb keinen Spott befürchten, weil die Krise ohnehin alles Makulatur werden lässt. Wer jedoch wirklich etwas bewegen will, der hat jetzt die einmalige Chance zur Nutzung einer Macht, welche größer ist als die in „Star Wars“. Bei einer strategisch guten Planung, indem man seinen Gegner auf bestimmter Geschäftsfelder lockt, welche demnächst vernichtet werden, kann ein Einzelner selbst Großunternehmen besiegen, ohne selbst viel machen zu müssen. Es ist eine ganz große Zeit, welche da vor uns liegt, doch dazu muss man aber auch sehr gut informiert sein. Denn für alle schlecht informierten Mitmenschen wird es ein beispielloses Fiasko epischen Ausmaßes werden.   

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