Privacy Policy Die meisten Corona-Patienten entwickeln eigene Antikörper – AG News

Die meisten Corona-Patienten entwickeln eigene Antikörper

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Eine neue Studie eines Forscher-Teams von der Rockefeller Universität in New York City kam zum Ergebnis, dass die meisten Patienten, welche am Corona-Virus aus Wuhan erkrankt waren, nach ihrer Genesung in ihrem Körper erfolgreich Antikörper entwickelt haben.

Aber mit einer entscheidenden Einschränkung: Das Team fand heraus, dass nur einige dieser Antikörper die Fähigkeit besitzen, das Corona-Virus auszuschalten.

Diese immunologische Studie befasste sich mit insgesamt 149 Menschen und fand dabei heraus, dass die produzierten Antikörper das Corona-Virus verriegeln können, aber nur wenige konnten es von der Infizierung von Körperzellen abhalten.

Jeder entwickelte zwar Antikörper, aber waren diese auch stark genug?

Für ihren Bericht, welcher vorab auf bioRxiv veröffentlicht wurde, arbeitete das Team mit Immunologen, Medizinwissenschaftlern und Virologen zusammen, um Blutproben von genesenen Corona-Patienten zu sammeln.

Während die meisten der gesammelten Proben Antikörper enthielten, zeigten diese nur eine geringe bis mäßige Aktivität zur Neutralisierung des Corona-Virus, welches ein Indiz für schwache Antikörper ist.

Die Forscher fanden auch heraus, dass alle genesenen Patienten in der Lage waren, wirksame Antikörper zu bilden. Aber einige von ihnen bildeten zu wenige davon.

Die Forscher notierten ferner, dass es in allen untersuchten Proben nur wenige Antikörper mit einem sehr großem antiviralen Potenzial gab.

„Das deutet darauf hin, dass es fast jeder kann“, sagte der verantwortliche Autor Michel Nussenzweig, welcher zugleich auch der Chef des Labors für Molekular-Immunologie an der Rockefeller Universität ist.

Falls Wissenschaftler es aber schaffen sollten, eine Behandlungsmethode zu entwickeln, welche diese seltenen Antikörper aktivieren kann, dann könnte diese Methode gemäß Nussenzweig für sehr viele Menschen verwendet werden.

Zusätzlich konnte das Team noch drei unterschiedliche Antikörper ausmachen, welche die besten Aussichten zur Neutralisierung des Corona-Virus aufwiesen. Sie entwickeln derzeit diese Antikörper für den Einsatz in einer Therapie fort.

Die Erhöhung der Wirksamkeit für die Behandlung von Corona-Patienten

Insgesamt 149 Menschen, welche sich vom Corona-Virus erholt hatten, besuchten das Rockefeller Krankenhaus, um ihr Blutplasma zu spenden. Dieser Bestandteil des Blutes enthält die Antikörper und die Immun-B-Zellen, welche sie produzieren.

Die Spender zeigten 40 Tage vor ihrer Plasma-Spende die entsprechenden Symptome und diese dauerten im Durchschnitt 12 Tage an. Die Forscher testeten die neutralisierende Wirkung der Plasma-Proben, indem sie einen Antikörpertest verwendeten, den sie selbst entwickelt hatten.

Dieser beinhaltete unter anderem die Herstellung einer Pseudoversion des SARS-Cov-2 Virus mit Plasma-Proben. Anschließend wurde damit geprüft, ob es noch immer menschliche Körperzellen im Reagenzglas infizieren kann.

Das Forscher-Team entdeckte, dass die Fähigkeit zur Neutralisierung des Corona-Virus in einem Drittel der Plasma-Proben unterhalb der Grenze der Messbarkeit lagen.

Sie schlossen daraus, dass die Spender dieser Proben ihre Corona-Infektion schnell überwinden konnten, und zwar noch bevor ihre Antikörper produzierenden Körperzellen darin involviert worden waren.

Die meisten Proben zeigten indes eine schwache bis mäßige Fähigkeit zur Neutralisierung des Corona-Virus an. Insgesamt erwies sich nur ein Prozent als hochgradig neutralisierend.

„Wie bei jeder anderen Krankheit auch, reagiert jeder Mensch anders“ erklärte der verantwortliche Autor Davide Robbiani, welcher ebenfalls am Labor für Molekular-Immunologie forscht. „Manche Menschen reagieren sehr schwach und andere dafür durchschnittlich gut. Und dann gibt es eben noch die Fraktion derjenigen, welche ganz außergewöhnlich reagieren“.

Diese Menschen (1 Prozent) sind jedoch genau diejenigen, nach welchen das Team bei diesem Projekt Ausschau hielt.

Ihr hoher Anteil an neutralisierenden Antikörpern macht die Plasma-Proben der genesenen Patienten so interessant, weil man aus ihnen die Immun-B-Zellen herausfiltern kann, welche sie produzieren.

Aus diesen Zellen kann man später eine Therapie entwickeln, welche es jedem ermöglicht, das Corona-Virus schneller und besser zu besiegen.

Aus den Plasma-Proben der überdurchschnittlich schnell reagierenden Patienten, filterten die Forscher insgesamt 40 Antikörper heraus, welche das Corona-Virus problemlos ausschalten können.

Sie entschieden sich schließlich für 3 Antikörper, welche eine neutralisierende Wirkung selbst auch bei niedriger Konzentration ermöglichten.

Das Forscher-Team arbeitet deshalb jetzt daran, sie für den klinischen Einsatz weiterzuentwickeln.

Die neutralisierenden Antikörper aus dieser Studie docken an mindestens 3 spezifischen Stellen an, welche auf der Bindestelle des Rezeptors des Zacken-Proteins des Corona-Virus gefunden wurden.

Über dieses Protein bekommt das Corona-Virus den Zugang zu den Zellen, welche es erreichen möchte. 

„Wir wissen nun, wie effiziente Antikörper aussehen und wir fanden sie in mehr als nur einer Person“, sagte Robbiani. Er fügte noch hinzu, dass es sich dabei um eine sehr wichtige Information für alle Wissenschaftler handelt, welche augenblicklich an Behandlungsmethoden des Corona-Virus arbeiten.

Also ausnahmsweise einmal um eine gute Nachricht zu diesem Thema!

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