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Die nackte Drohne 2

Am 23. Juni 2019: Kurz vor dem Wochenende kündigte Donald Trump für den Montag weitere Sanktionen gegen den Iran an. Der Iran aktivierte anscheinend seine Luftabwehrstellungen in Syrien, kurz nachdem sie von ihren eigenen Geheimdiensten von den beabsichtigten amerikanischen Luftangriffen hörten. Donald Trump steht hierbei vor dem Problem, dass ein echter Krieg mit dem Iran das westliche Finanzsystem zum Einsturz bringen würde und er daran schuld wäre. Das wird er nicht wagen, weil er im nächsten Jahr wiedergewählt werden möchte. Nachdem er den Luftschlag gegen den Iran vermutlich aus diesem Grund abgesagt hatte, ordnete er als Ersatz dafür Cyber-Attacken an. Zu diesen gehörten auch Störungen der Computersysteme, welche die Raketen der Iraner steuern. Doch die Amerikaner treiben noch ganz andere Probleme in diesem Zusammenhang um, denn die über dem Iran abgeschossene amerikanische Drohne war ein in großer Höhe fliegendes Überwachungsmonster und kostete satte 250 Millionen Dollar. Wenn die Iraner so etwas vom Bildschirm holen können, dann dürfte auch ein Luftschlag gegen den Iran äußerst verlustreich sein. Auch aus diesem Grund sollte das Pentagon seine militärischen Bälle sehr flach halten.

Wir befinden uns augenblicklich noch in der Phase, in welcher die Verantwortlichen noch einen Schuldigen für die von ihnen zu verantwortende Krise suchen. Deshalb werden im Moment noch alle erdenklichen Feindbilder wie zum Beispiel die Rechten oder Populisten durchgespielt. Aber bislang verfing sich das alles noch nicht so richtig. Doch die Zeit drängt langsam ganz ordentlich. Man muss sich schleunigst auf Thema bis Anfang August verständigen und damit sein Glück probieren. Nur konnte man in den letzten Jahren keinen großen Wurf mehr machen. Selbst in Venezuela scheiterte man kläglich, weil sich die globalen Machtverhältnisse in diesem Jahrzehnt verändert haben. Man kann deshalb davon ausgehen, dass die große Krise von 2019 überhaupt nicht nach Plan verlaufen wird. Zumindest was den Ausgang anbetrifft und das ist gut für die Bevölkerung in Europa.  

Auch in Istanbul musste Erdogan einsehen, dass er eine empfindliche Niederlage zu verzeichnen hatte. Sein Kandidat Yildirim von der AKP wurde von seinem Gegner Imamoglu ganz klar geschlagen. Yildirim erhielt nur 45,1 % und Imamoglu die alles entscheidenden 54 %. Entlang der neuen Seidenstraße will China bis hinunter in Türkei etwa 30 neue Atomkraftwerke bauen. Ob das bis zum Jahr 2030 gelingt, ist ebenfalls stark zu bezweifeln. Wir befinden uns im größten politischen Umbruch in der Geschichte der Menschheit und dieser Vorgang wird sämtliche Pläne über den Haufen werfen.

Am 24. Juni 2019: Der gescheiterte Regimewechsel in Venezuela ist eine sehr schöne Fallstudie für ein untergehendes Imperium. Früher machte man dies quasi im Vorübergehen und heute kann man nicht einmal mehr ein wirtschaftlich schwer angeschlagenes kleines Land umkippen. Trumps Marshall Plan für den Nahen Osten mit 50 Milliarden Dollar wäre kurz nach dem Irakkrieg eine ganz gute Idee gewesen und damals hätte man sogar noch das nötige Kleingeld dafür gehabt, aber heute kommt das nicht nur viel zu spät, sondern auch noch zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt. Eigentlich sollten sich die Verantwortlichen in Washington berechtigte Sorgen um ihr eigenes Wohlergehen und ihre Pläne von der Weltherrschaft zur Seite legen. Die USA sind noch weit von ihrer einstigen Größe entfernt und bräuchten eigentlich einen Marshallplan für ihr eigenes Land. Den Nahen Osten werden die Chinesen wieder aufpäppeln, wenn sie ebenfalls ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen erhöhte sich über das Wochenende leicht auf 328 Milliarden Dollar. Der Bitcoin kostet deshalb heute 10.945 Dollar, Ethereum ging auf 309 Dollar hinauf und der Litecoin sank auf 136 Dollar ab. Silber ist mit 434 Euro pro Kilo noch immer eine günstige Gelegenheit und Gold befindet sich mit 1.409 Dollar weiterhin im Krisenbereich. Der WTI-Ölpreis stieg mit 57,87 Dollar pro Fass weiter moderat an. Er könnte in einem echten Krieg mit dem Iran schnell über 100 Dollar ansteigen und damit die stotternde Weltwirtschaft weiter abwürgen. Das wird aber nicht mehr geschehen, weil die USA dann ganz schnell wirtschaftlich und militärisch ihre Unterlegenheit unter Beweis stellen würden. Ähnlich wie beim Austritt der Briten wird es wohl auch beim Grund für die große Krise keine längeren Verhandlungen mehr geben. Man geht es wie in Venezuela einfach an, weil Nichtstun noch viel kontraproduktiver wäre. Der Ausgang ist dabei aber allen Beteiligten von vorneherein klar: Was schiefgehen muss, das wird auch daneben gehen. Stellen Sie sich deshalb schon einmal auf ein komplett anderes Leben ein.

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