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Die Potsdamer Prozesse

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben einige mutige Deutsche mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in den westlichen Besatzungszonen begonnen. Man ließ sie anfangs noch gewähren, weil die öffentliche Meinung in Frankreich, Großbritannien und den USA noch keinen anderen Umgang mit den Nationalsozialisten geduldet hätte. Sie waren durch die Kriegspropaganda geistig verformt worden und deshalb musste man ein paar Jahre warten, bis sich das wieder gelegt hatte. Dennoch wurden gleich nach dem Ende des Krieges alle nationalsozialistischen Fachkräfte sofort eingesammelt, denn sie waren auf dem Arbeitsmarkt aller entwickelten Länder der Welt ein absoluter Renner. Wer Glück hatte, kam in die USA und selbst in der Sowjetunion ging es ihnen materiell besser als in den Trümmern des Heimatlandes, insbesondere im Osten.

Die Stunde Null existiert deshalb nur in den Märchenbüchern der Geschichte. Es ging für die meisten Nazis ohne Unterbrechung auf der Karriereleiter weiter nach oben. Während der kleine Frontsoldat sich auf dem Weg nach Sibirien befand oder andere in westlichen Kriegsgefangenenlagern umkamen, waren die Nazis fein raus. Sie versteckten ihre Gesinnung und ihre Andenken, nahmen wie ein Chamäleon eine andere Farbe an und gingen als Beamte direkt nach der Kapitulation wieder zur Arbeit, als wäre nichts gewesen. Das blieb nicht unbemerkt und deshalb ergriffen zahlreiche Deutsche die Initiative und versuchten dies durch Entnazifizierungsverfahren zu verhindern. In der Zeit zwischen 1945 und 1947 machte diese Versuche teilweise sogar ganz gute Fortschritte, doch als sich die Gründung der Bundesrepublik Deutschland am Horizont abzeichnete, war es damit abrupt wieder vorbei. Die stark kontaminierten Nazis nahmen sich Rechtsanwälte und klagten sich wieder zurück in ihr normales Leben. Den Rest benötigte man dringend in Bonn und deshalb war ab Ende 1949 alles wieder in Lohn und Brot.

Selbst der Deutsche Geheimdienst wurde von den Amerikanern übernommen, weil er über ein gutes Netz von Agenten in der Sowjetunion verfügte. Das war aber ein großer Fehler, weil die deutschen Geheimdienstler in den USA die Amerikaner wenige Jahre zum Frühstück rauchten und die CIA gründeten. Zuvor hatten die Briten das für die Amerikaner übernommen. Es gibt deshalb nicht wenige gut aufgeklärte US-Bürger, welche sich längst nicht mehr sicher sind, ob sie den Zweiten Weltkrieg wirklich gewonnen hatten. In den fünfziger Jahren konnten Kriegsverbrecher wie Josef Mengele unbehelligt in die BRD einreisen und ihre Verwandten besuchen, weil wieder alles in der Hand der Nazis war. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer führte deshalb Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Nazis, welchen er schließlich zusammen mit seinem Leben verlor. Schon in den fünfziger Jahren wurde die Problematik der übernommenen NS-Justiz in dem Spielfilm “Rosen für den Staatsanwalt” einem breiten Publikum zu Gemüte geführt. Erst 2014 wurde dieses Thema noch etwas umfassender im Spielfilm “Im Labyrinth des Schweigens” aufgearbeitet, welcher jedoch keine größere Beachtung fand. Denn auch die Leitmedien hatten nur das Vokabular, nicht jedoch ihre Gesinnung gewechselt.

Man hätte bereits Ende der vierziger Jahre mit den Stolpersteinen auf die Opfer des Nationalsozialismus hinweisen sollen und nicht erst siebzig Jahre später, doch dies war aus den vorgenannten Gründen nicht erwünscht. Heute sollte man stattdessen auf diejenigen Deutschen hinweisen, welche sich aktiv gegen den Fortbestand des Nationalsozialismus unter falscher Flagge eingesetzt haben. Aber auch dies möchten die bunten Epigonen der Nazis nicht sehen. Stattdessen beschimpfen sie heute lieber unbescholtene Bürger als Nazis, nur weil sich diese nicht der Nachkriegsgeschichte auskennen. Es ist deshalb an der Zeit, das nachzuholen, was unseren Großeltern verwehrt wurde. Das aktuelle Finanzsystem, welches auch gezielt den Nationalsozialismus finanzierte, geht an Arteriosklerose und dem selbst verursachten Alzheimer in absehbarer Zeit zugrunde. Es gibt dieses Mal keine Besatzungsmächte mehr, welche eine Aufarbeitung der Vergangenheit behindern könnten. Weil wir nach der zweiten Finanzkrise dringend Geld benötigen werden, bieten sich die Potsdamer Prozesse als ein Lastenausgleich im Rückwärtsgang an. Denn die Anzuklagenden haben uns diese Suppe eingebrockt und sollen sie deshalb auch wieder auslöffeln. Was am Tag in Potsdam begann, sollte dort auch schlussendlich zu unseren Gunsten enden. Man hat dort einen tollen Landtag gebaut, welcher die ideale Kulisse für diese Veranstaltung des Volkes darstellt.

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