Privacy Policy Die schleichende Destabilisierung von Algerien – AG News

Die schleichende Destabilisierung von Algerien

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Die absehbare politische Krise in Algerien wird auch für Europa schwerwiegende Folgen haben, weil es für ein Drittel aller Erdgaslieferungen verantwortlich ist. Spanien bezieht gar die Hälfte seines Erdgases aus diesem Land und eine zusätzliche neue Flüchtlingsbewegung können wir in diesem Jahr auch nicht unbedingt gebrauchen. Und die Schwäche der politischen Führung in Algerien könnte die ISIS aus Libyen und Mali anziehen, weil die Grenzen zu diesen beiden Ländern kaum bewacht werden, was zur weiteren Destabilisierung Nordafrikas beitragen würde.

Seit 1999 herrscht Abdelaziz Bouteflika in Algerien und er ist inzwischen 82 Jahre alt und sehr krank. Ursprünglich sollte er unter diesen negativen Umständen am 18. April zum fünften Mal zur Wahl antreten, doch dieses Vorhaben sagte er am vergangenen Sonntag überraschend ab. Noch am 10. Februar kündigte er seine Kandidatur an, doch hinter den Kulissen kam man scheinbar zu einer anderen Entscheidung über die Zukunft des Landes. Bouteflika erlitt 2013 einen Schlaganfall und bereits 2014 wurde seine Wiederwahl von zahlreichen Vorwürfen wegen Wahlbetrugs überschattet. Außerdem war er seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Zu dieser sehr ungewissen politischen Situation gesellte sich seit geraumer Zeit auch noch eine Wirtschaftskrise in Algerien, welche sich alsbald in Unruhen entladen könnte.

Bereits am 1. März kam es zu landesweiten Protesten in Algerien, an welchen angeblich eine Million Menschen teilnahmen. Bouteflika kam nach dem sogenannten dunklen Jahrzehnt in Algerien an die Macht, welches 1991 begann und erst 1999 mit seiner Machtübernahme endete. Es handelte sich dabei um einen Bürgerkrieg, welcher von den Islamisten angezettelt wurde. Das System von Bouteflika verkrustete bereits 2008, als die politische Führung seine unbegrenzte Wiederwahl beschloss, ohne vorher das Volk zu befragen. Noch schlimmer könnte jedoch sein, dass er seit seinem Schlaganfall gar nicht mehr die Geschicke seines Landes beeinflussen konnte und nur noch eine Marionette darstellt.

Im schlimmsten Fall könnte sich Algerien demnächst in die lange Schlange derjenigen Länder eintragen, welche seit den Tagen des sogenannten Arabischen Frühlings den Weg in das vollständige Chaos einschlugen. Zu ihnen gehören Libyen, Tunesien, Ägypten, Libanon und Syrien. Unsere Leitmedien schweigen noch beharrlich zu den Entwicklungen in Algerien, bis sie wieder viel zu spät plötzlich um die Ecke kommen und neue Flüchtlinge willkommen heißen werden.

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