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Die Schulden-Wanne ist voll!

Kurz vor Silvester wird endlich die Frage geklärt werden können, wie hoch sich diese Welt weiterhin noch verschulden kann. Denn es ist wirklich erstaunlich, wie wenige Menschen sich trotz der unendlich zahlreichen “Experten” in unseren Leitmedien mit den Mechanismen der Verschuldung auskennen. Doch die Wanne voller Schulden ist jetzt absehbar randvoll und ob sie krachend durch die Decke bricht, wie Zoltan Pozsar behauptet oder wie im Film “Paddington 1” zusammen mit dem Badenden und einer Flutwelle die Treppe herunterkommt, ist zu diesem späten Zeitpunkt ziemlich belanglos. Der Schaden wird sehr groß sein und die Kosten demzufolge entsprechend hoch.

Wie zu erwarten war, lag der echte Experte Zoltan Pozsar mit seiner Einschätzung der Probleme am amerikanischen Repo-Markt vollkommen richtig. Doch als Bankier der Credit Suisse ist er ein wesentlicher Teil des aktuellen Finanzsystems und durfte deshalb natürlich nicht die volle Wahrheit ausplaudern. Diesen Part übernahm schließlich der amerikanische Blogger David Haggith und deshalb haben wir es an den letzten beiden Werktagen des Jahres 2019 mit einem doppelten Feuerwerk zu Silvester zu tun. Die kommenden Ereignisse werden dagegen jeden Bruce-Willis-Film echt langweilig aussehen lassen, weil Zoltan Pozsar wie ein Arzt der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED) bestimmte finanzielle Therapien verschrieb, welche diese jedoch bis heute nicht anwandte. Unser Finanzsystem lebt seit einigen Jahrzehnten davon, dass die Regierungen Schuldscheine (Staatsanleihen) verkauften, welche von anderen Ländern, Banken, Versicherungen, Händlern usw. gekauft wurden. Nur damit konnte die laufende Schulden-Party aller Beteiligten fortgeführt werden. Doch seit dem 16. September funktioniert das alles nicht mehr richtig, weil durch die Weltwirtschaftskrise nicht mehr genügend Geld erwirtschaftet wird, um alle Schuldscheine aufzukaufen. Hinzu kommt das Problem, dass die USA zur Finanzierung ihres Haushaltsdefizits in diesem Jahr überdurchschnittlich mehr Schuldscheine auf den Markt brachten und damit das Problem verschlimmerten. Deshalb musste die FED wieder selbst in die Bresche springen und solche Schuldscheine aufkaufen. Doch dies ist nur eine Notmaßnahme, welche als Quantitative Easing bereits in diesem Jahrzehnt ausgiebig betrieben wurde und welche man eigentlich ab 2015 wieder zurückfahren wollte. Doch diese Rückführung scheiterte exakt vor einem Jahr an Weihnachten 2018 grandios. Seitdem ruderte die FED wieder zaghaft zurück und musste seit dem 16. September auch wieder Schuldscheine mit kurzen Laufzeiten zurückkaufen. Doch laut Zoltan Pozsar hätte sie aber auch gleichzeitig Schuldscheine mit längeren Laufzeiten erwerben müssen. Das hätte jedoch die offizielle Wiederaufnahme des Quantitative Easing in der vierten Fassung oder das Eingeständnis ihres eigenen totalen Scheiterns bedeutet. Das wollte man so lange wie möglich vermeiden.

In den nächsten beiden Tagen werden aber die gleichen Probleme wie im letzten Jahr auftauchen, weil die Banken zum Jahresende bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserven vorweisen müssen. Weil sie inzwischen anscheinend aber alle Schuldscheine mit kurzen Laufzeiten zu Bargeld gemacht haben, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, müssten sie jetzt auch noch Schuldscheine mit längeren Laufzeiten verkaufen können. Doch weil alle Marktteilnehmer wie Puten mit Schuldscheinen vollgestopft wurden, fehlen die notwendigen Käufer. Die FED ist zumindest in der Theorie dieser fehlende Käufer, aber sie ziert sich noch aus Eitelkeit. Die klammen Banken müssen deshalb andere Quellen finden, und zwar an den Märkten für Fremdwährungen. Doch in einer mittlerweile illiquiden Finanzwelt, könnten sie damit einen Stöpsel ziehen und die zweite Finanzkrise auslösen. Deshalb kam es gestern schon zu hektischen Bewegungen beim japanischen Yen und dem britischen Pfund. Die Märkte für Fremdwährungen sind im Vergleich zum Aktienmarkt weitaus größer und ein dortiges Erdbeben könnte bildlich gesprochen dazu führen, dass das ganze Haus mit der vollen Badewanne den Hang hinunterrutscht. So weit wird es die FED wohl morgen bzw. übermorgen nicht kommen lassen und demzufolge zähneknirschend die vierte Auflage des Quantitaive Easing beginnen müssen. Doch QE-4 oder QE-four auf Englisch ist in der harten wirtschaftlichen Realität als QE-forever zu sehen. Das bedeutet, dass wir nur noch die Endstation vor uns liegen haben. Unser Finanzsystem funktioniert nicht nach diesem Prinzip und das weiß man seit einem Jahr aus den Erfahrungen aus der Praxis. Man kann nicht auf die Dauer die Schuldscheine des Finanzsystems aufkaufen, weil das keinen ökonomischen Sinn ergibt. Man kann damit also nur noch ein paar wenige Monate überbrücken, bis Ende des ersten Quartals das Kartenhaus vollkommen in sich zusammenfällt. Das sollte an diesem Punkt der Reise wirklich jeder wissen, tut es aber nicht!

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