Privacy Policy Die unglaublichen Vorgänge um die Greensill Bank oder der Auftakt zur zweiten Finanzkrise – AG News

Die unglaublichen Vorgänge um die Greensill Bank oder der Auftakt zur zweiten Finanzkrise

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Für die Leitmedien ist es noch keine große Geschichte, aber das wird sich in den nächsten Tagen noch gewaltig ändern.

Vielleicht handelt es sich bei den Vorgängen in der Holding um den größten Betrugsfall seit Bernie Madoff und dieser Name dürfte dem einen oder anderen noch bekannt sein.

Worum geht es?

Es ist immer das gleiche Thema und deshalb wundert es mich, dass man bei Google heute in Deutschland nur ganz wenig darüber findet.

Wir haben es wieder mit dem klassischen Thema aus der ersten Finanzkrise zu tun, welches da lautete:

Die einfachste Art eine Bank auszurauben ist die, sie zu besitzen!

Wie im Fall Wirecard spielte sich auch dieser Fall schon seit einigen Wochen im Hintergrund ab.

Die Leitmedien schwiegen wie immer darüber, aber in den einschlägigen alternativen amerikanischen Wirtschaftsmedien war es schon seit ein paar Tagen ein wichtiges Thema.

Denn der Kollaps von Greensill Capital hat das Zeug für eine Kettenreaktion im Finanzsystem.

Das hängt mit den fragwürdigen Geschäften zwischen Greensill und seinen beiden wichtigsten Sponsoren zusammen: der Softbank und Credit Suisse.

Und dabei haben wir noch gar nicht von den Sponsoren in der zweiten Reihe gesprochen: General Atlantic und der britischen Regierung!

Spätestens an diesem Punkt sollte vielen klar sein, dass wir es nicht mit der Schließung einer kleinen Bank in Norddeutschland zu tun haben.

2019 verlieh Prinz Charles im Buckingham Palace den CBE an Lex Greensill (Commander of the Order of the British Empire) für die „Verdienste“ an der britischen Wirtschaft.

Und 2018 posaunte der frühere britische Premierminister David Cameron noch vollmundig in die Welt hinaus, dass er seinem guten Freund Lex Greensill als Berater zur Verfügung stehen würde.

„Man werde die Finanzierung der Lieferketten demokratisieren und die Baufinanzierung mit Big Data und künstlicher Intelligenz umwandeln.“

Auf gut Deutsch: Wir drehen wieder einmal ein ganz großes Rad und verpacken es in gequirltem Schwachsinn!

Man verpackt solche Dinge immer in Anglizismen und dann versteht es keiner mehr, was man eigentlich anstellen will.

Die Freiflüge für sämtliche Günstlinge wurden mit der Flotte der vier Privatjets von Lex Greensill durchgeführt, welche alle vom Ableger in Deutschland gekauft wurden und dann von Lex per Leasing „zurückgekauft“ wurden.

Das Geld einiger Anleger ist also wortwörtlich vom Winde verweht worden und das kündet vom großen Hauch der Welt.

Schnallen Sie sich also gut an, aber nicht in diesen Privatjets.

Da kommt wieder einmal urplötzlich in den Leitmedien noch einiges auf uns zu und das wird ganz großes Kino sein.

Die Anfänge der Greensill Bank reichen in das Jahr 2011 zurück.

Sie wurde von Citigroup und dem Morgan Stanley Banker Lex Greensill gegründet.

2019 dürfte man das bereits bedauert haben, als die Kredite (Supply Chain Loans) an die Stahl- und Energieunternehmen des „Retters“ (inzwischen ist er als Totengräber in den britischen Schlagzeilen) der britischen Stahlindustrie Sanjeev Gupta, dem Schweizer Fonds GAM (11 Milliarden Dollar) das Leben nahmen.

Es ist immer die gleiche Geschichte: Greensill lieh Gupta zu viel Geld.

Greensill umwarb in größter Not mit seinen Jets und viel Wein, Weib sowie Gesang den Portfolioverwalter von ARBF Tim Haywood und der kaufte möglichst viele Kredite von Greensill ab.

Diese Kredite waren natürlich alle faul, weil die Firmen von Gupta völlig unsolide waren und GAM feuerte deshalb alsbald den Sündenbock Haywood.

Der Aktienkurs von GAM stürzte ab und riss dann auch noch den Vorstandsvorsitzenden von GAM mit in den Abgrund.

Wie immer verloren viele Leute sehr viel Geld.

Doch damit war die Geschichte von Greensill noch längst nicht zu Ende.

Sonst würde man sie doch nicht auf eine Stufe mit Bernie Madoff stellen wollen!

Es erfolgte vielmehr der Auftritt des inzwischen durch Wework weltweit berühmten Masayoshi Son, dem Vorstandsvorsitzenden der Softbank.

Er schoss 2019 über die Softbank 1,5 Milliarden Dollar in Greensill ein und dann noch weitere 1,5 Milliarden Dollar aus dem VisionFund.

Er wurde damit der größte Investor von Greensill und löste General Atlantic ab, dessen Anteil von 15 % auf 7 % schrumpfte.

Nach der Rettung im Jahr 2019, verlieh Greensill Milliarden Dollars an die Softbank und enge Verbündete von General Atlantic (meistens Softbank).

Diese Anleihen wurden von den Fonds der Credit Suissse aufgekauft und über den Ableger von Greensill in Deutschland vermarktet.

Es gibt ein geläufigeres Wort hierfür, aber ich bin vorsichtig.

Deshalb entzog die Finanzaufsicht BaFin der Greensill Bank die Lizenz und leitete in diesem Fall rechtliche Schritte ein.

Das Betrugssystem funktionierte wie folgt:

Es ist immer die gleiche Vorgehensweise, weil es keiner verstehen will.

Zu Beginn des Jahres 2020 lieh Greensill dem Portfolio-Verwalter von Softbank Katerra 435 Millionen Dollar.

Katerra hatte erhebliche Probleme und Softbank musste im Dezember des letzten Jahres satte 200 Millionen Dollar zusätzliches Kapital nachlegen.

Greensill schrieb seinerseits den Kredit in Höhe von 435 Millionen ab und nahm die Beteiligung an Katerra mit 5 % am Grundkapital als Aktivposten in seine Bilanz auf. 

Den Wert von Katerra in Höhe von 9 Milliarden Dollar legte die Softbank ganz einfach selbst fest.

Und deshalb konnte der Ableger von Greensill in Deutschland in seiner Bilanz auch schreiben, dass alles in Ordnung wäre.

Zusammengefasst: Ein alter Kredit in Höhe von 435 Millionen Dollar, welcher durch Forderungen abgesichert war, wurde durch den Kapitalanteil in Höhe von 5 % an einer bankrotten Firma ersetzt, welche nur noch keine Verluste berichtet hatte.

Wie cool war das denn?

Falls man seine eigene Bank ausgeraubt hat, dann muss man eine noch viel größere Bank finden und dann geht das alles eine Runde weiter.

Und an dieser Stelle kommt die Credit Suisse ins Spiel.

Sie war derjenige, welcher diesen ganzen Schrott aufkaufte.

Nach dem Debakel mit GAM zu Beginn des Jahres 2019 bestanden keinerlei Zweifel daran, dass die an die Credit Suisse seit Jahren verkauften Anleihen genauso faul waren, wie die an GAM abgestoßenen Papiere.

Und dennoch unternahm die Credit Suisse nichts.

Es ist wirklich immer das gleiche Verhalten der Beteiligten und deshalb ist es für die Betrüger so einfach.

Sie Schweizer kauften noch mehr besicherte Anleihen von Greensill als jemals zuvor.

Wie geil ist das denn?

Und sie vermarkteten das auch noch viel intensiver als bislang, weil sie den Hauch des Todes im Nacken verspürten.

Wir müssen also nicht bis zum Herbst warten, sondern die Finanzkrise kommt dieses Mal zusammen mit der dritten Welle der Muh-Tante schon in diesem Frühjahr.

Zufälle gibt es, die könnte man fast schon als Verschwörungstheorie bezeichnen.

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