Privacy Policy

Die weiteren Aussichten in diesem Monat

Am 7. Oktober 2019: In Hongkong trug das Vermummungsverbot auch am Sonntag nicht zur Verbesserung der Situation bei. Ganz im Gegenteil hat es seit seinem Erlass vom Freitag die Proteste noch gewalttätiger gemacht. Die Demonstranten gehen inzwischen strategisch vor und die Zerstörung von Geldautomaten am Samstag, wird nicht so schnell zu beheben sein. Ausländische Unternehmen wie Ernst & Young rieten ihren Mitarbeitern bereits am Freitag dazu, von zu Hause aus zu arbeiten. Gestern fertigten die Demonstranten aus Baugerüsten Katapulte wie in der Schlacht von Troja. Wie das enden wird, kann man sich an dieser Stelle jedoch schon längst vorstellen.

 

In Europa nimmt der Widerstand gegen die aktuelle Geldpolitik der EZB nicht nur innerhalb der Zentralbank zu, sondern auch außerhalb. Sechs ehemalige Zentralbankiers (u.a. Ottmar Issing) schrieben kürzlich bei Bloomberg das, was sie selbst hätten niemals zulassen dürfen. Doch jetzt ist es etliche Jahre zu spät und die Fahrt dieses Zuges in den finanziellen Abgrund ist längst nicht mehr zu stoppen. Das hat Mario Draghi ebenfalls erkannt und deshalb gibt jetzt zum Schluss auf dieser Schussfahrt ins verschneite Tal einfach nur noch Vollgas, weil er sich nicht mehr anders zu behelfen weiß. Das verschafft ihm noch einmal Zeit bis zu seinem Abgang am Monatsende und Christine Lagarde ist ohnehin nur dafür engagiert worden, knallhart eine Währungsreform durchzusetzen.

 

In den USA sind die Gespräche zwischen GM und der Gewerkschaft UAW (United Auto Workers) gescheitert, d.h. die Rezession im verarbeitenden Gewerbe der USA wird weiter zunehmen. In Hongkong sind die Immobilienpreise im Gefolge der Proteste um über 20 % gefallen und dies bringt die HSBC-Bank in Hongkong absehbar in große Bedrängnis. Mit dem Projekt „Eiche“ legt man deshalb die Axt vorsorglich wieder einmal beim Personal an, welches um 10.000 Beschäftigte reduziert werden soll. In der letzten Minute vor dem gestrigen angedrohten Einmarsch in Syrien verständigte sich Recep Erdogan auf ein Treffen mit Donald Trump zur Besprechung der Einrichtung einer Sicherheitszone in diesem nach wie vor heiß umkämpften Land. Die letzten Hoffnungen auf eine Handelsvereinbarung mit China gingen am Wochenende aber wieder einmal verloren und ließen die Kurse der Futures heute am Morgen fallen.

 

Es bewegt sich alles deutlich erkennbar auf einen vertraglich ungeregelten Austritt der Briten hinaus, welcher für alle aktuellen Probleme der Wirtschaft verantwortlich gemacht werden soll. Den Rest bekommt Donald Trump in die Schuhe geschoben. Doch weil diese bislang erfolgreiche Kommunikationsstrategie seit drei Jahren nicht mehr funktioniert, führt dies zwangsweise in ein Chaos. Die deutschen Leitmedien reduzieren ihre Berichterstattung deshalb planmäßig und klammern die wirklich wichtigen Brennpunkte der Welt zunehmend aus. Spiegel-Online gibt heute zumindest zu, dass sich die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt befindet. Die (unwissenden) deutschen Konsumenten würden aber noch immer fleißig ihr Geld ausgeben, was in dieser Form nicht mehr zutreffend ist. Man bucht zwar selbst nach der Pleite von Thomas Cook schon wieder seine nächste Weihnachtsreise, aber nur aus einer gewissen und behäbigen Routine heraus. Was kann schon schiefgehen? Schließlich ist an der Oberfläche dank der Leitmedien noch alles in Ordnung und mit Verlusten ist in einer Weltwirtschaftskrise immer zu rechnen. Es gehört deshalb sehr viel Mut oder Unwissenheit dazu, in dieser Situation noch ernsthafte Planungen über diesen Monat hinaus vorzunehmen. Doch diese Leute wird es immer und zu jeder Zeit geben. Sie sind das Kanonenfutter der unerbittlichen Leitmedien und demzufolge rückblickend alle nicht mehr unter uns, zumindest in meinem Bekanntenkreis. Denn diese Lebenseinstellung ist gesundheitlich gesehen nicht die beste Wahl. Sie war es noch nie!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.