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Die weltweite Staatsverschuldung könnte in diesem Jahr auf 50 Billionen Dollar ansteigen

Es ist eine absolute Unverfrorenheit, wenn die deutschen Leitmedien gerade wieder einmal für Deutschland einen Überschuss von 58 Milliarden Euro im letzten Jahr in die Welt hinausposaunen, weil dies einen völlig falschen Eindruck erweckt. Wenn Sie zum Beispiel für ihr neues Haus Schulden in Höhe von 500.000 Euro aufgenommen haben und gerade ihr altes Auto in bar für 5.000 Euro verkauft haben, dann haben sie auch einen Überschuss von 5.000 Euro für kurze Zeit in ihrer Geldbörse. Aber weil sie ein neues Auto auf Kredit benötigen und die 5.000 Euro als Anzahlung benötigen, wird sehr schnell kein Geld mehr in Ihrem Geldbeutel mehr vorhanden sein. Sie halten deshalb die Klappe, auch wenn Ihr Geldbeutel kurzzeitig prall gefüllt ist.

Noch viel extremer ist die finanzielle Situation unseres Landes und da wird es richtig kriminell, wenn der Südkurier aus Konstanz sogar behauptet, dass der Staat noch nie so reich war wie heute. Man vergaß in den letzten Jahren einfach die Staatsschulden zu erwähnen, weil diese deutlich weniger Zinsen verursachten. Früher war das erstaunlicherweise exakt diese Summe von ungefähr 50 Milliarden Euro pro Jahr. Aber auch ohne Zinsen sind die Staatsschulden Deutschlands noch immer da und sie nahmen auch weiterhin zu. Bei mindestens 2 Billionen Euro Schulden gehört jeder Überschuss eigentlich den Gläubigern und ist deshalb noch schneller weg, als die 5.000 Euro aus dem Beispiel. Es gibt also keine Erfolgsmeldungen an dieser Front, wenn man noch rechnen kann. Wirklich wahr ist vielmehr, dass noch nie etwas getilgt wurde. Der Sündenfall der Staatsverschuldung begann übrigens 1968 und deshalb ist mittlerweile ein gigantischer Schuldenberg angehäuft worden. Mit Nachhaltigkeit und soliden Finanzen hat das also schon längst nichts mehr zu tun.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sagte S&P für dieses Jahr voraus, dass sich die Regierungen um weitere 7,78 Billionen Dollar verschulden werden. Das wäre ein Zuwachs von 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr und würde gleichzeitig andeuten, dass man mit der laufenden Verschuldung nicht einmal mehr das Wirtschaftswachstum in ähnlicher Höhe generieren kann. Alleine die USA werden sich in diesem Jahr um eine weitere Billion Dollar verschulden müssen. Das käme einer Zunahme der US-Staatsverschuldung um 6 % gleich. Die meisten neuen Schulden dienen dabei lediglich der Umschuldung, welche von unseren Politikern gerne mit einer Tilgung verwechselt wird. Bei der Umschuldung werden auslaufende Staatsanleihen mit dem Geld aus neuen Staatsanleihen zurückgezahlt. Der Schuldenstand bleibt also gleich. Dies ist deshalb als Privatmann nicht zur Nachahmung empfohlen, weil das ein sicheres Ticket für einen längeren Aufenthalt im Knast ist. 70 % oder 5,5 Billionen der neuen Schulden fließen in die Umschuldung. Die reine Neuverschuldung beträgt damit 2,3 Billionen Dollar oder 2,3 % des Bruttosozialprodukts der verschuldeten Länder. Das magere Wachstum wird also wirklich nur noch mit Schulden erkauft und deshalb befinden wir uns am Endes des laufenden Kreditzyklus. Wenn man sich absehbar nicht mehr weiter verschulden kann, dann ist das böse Spiel endgültig vorbei.

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