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Die Zombies begeben sich an den Start

Am 27. Juni 2019: Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Gegebenheiten kann der Marsch der Zombies bald beginnen. Der amerikanische Finanzminister Steve Mnuchin wollte gestern überhaupt nicht die US-Aktien manipulieren, vielmehr handelte es sich lediglich um einen Fehler des TV-Senders CNBC in den USA. Mnuchin hatte in einem Interview mit CNBC lediglich gesagt, dass man früher einmal bereits zu 90 % vor dem Abschluss eines Handelsvertrags mit China stand. Wann immer das auch gewesen sein mag, CNBC hatte diesen kleinen Unterschied jedenfalls komplett überhört und etwas vorschnell in die Welt hinausposaunt, dass man sich zu 90 % bereits auf ein neues Handelsabkommen mit China verständigt hätte. Schlimmer wog in diesem Schmieren Stück jedoch die Tatsache, dass die US-Märkte diese Meldung kritiklos aufnahmen und die Aktien deshalb tatsächlich anstiegen. Diese Gewinne verschwanden jedoch im Lauf des Tages fast wieder. Richtig lustig dürfte es deshalb auf dem kommenden G20 Gipfel werden, wenn sich weitere Gerüchte dieses Kalibers auf den Weg durch die Leitmedien machen sollten. Die wirtschaftliche Stabilität hängt jetzt nur noch an einem dünnen Faden und der ist rasch durchtrennt, wenn sich solche Missverständnisse häufen sollten.

Gestern warfen unsere österreichischen Nachbarn ihre zweite Staatsanleihe mit einer Laufzeit von sensationellen 100 Jahren auf den Markt und waren dafür nur bereit, 1 % Zins zu bezahlen. In einer wachsenden Schuldenwirtschaft werden die Laufzeiten natürlich immer länger und wir befinden uns in der größten Schuldenblase der Menschheit, welche sich mit solchen Maßnahmen erkennbar in ihrem Endstadium befindet. Eine Wartefrist von 100 Jahren ist bereits vollkommener Irrsinn, weil keiner von uns weiß, wie es im nächsten Jahr aussehen wird, geschweige denn im nächsten Jahrhundert. Streng genommen handelt es sich bei einem solchen Angebot um Betrug und ich empfehle es deshalb nicht zur Nachahmung. Je größer die Schulden werden, desto niedriger müssen die Zinsen sinken, damit die Zinsen noch bedient werden können. Sonst müsste man Insolvenz anmelden. Weil bereits 13 Billionen Dollar Schulden in Form von Anleihen (das sind bereits 26 % aller Anleihen) sich negativ verzinsen, sollte man sich langsam die Frage stellen, an welchem Punkt dies wohl enden wird. Das wird absehbar nicht bis zum Zeitpunkt halten, an welchem alle Anleihen mit negativen Zinsen versehen werden. Es wird bereits vorher kräftig knallen, das ist sicher. Kein System nähert sich geräuschlos und ohne Erschütterung seinem Punkt der Auslöschung. Die derzeit anhaltende Flucht in Goldbarren und Kryptowährungen ist ein erstes Warnzeichen. Das Finanzsystem knirscht an allen Ecken und Enden und dies geht auf diese Weise nicht mehr lange weiter. Aber auch eine Erhöhung der Zinsen für Anleihen durch inflationäre Tendenzen könnte den Schuldenmachern einen gewaltigen Strich durch ihre hohe Rechnung machen.

Bei Unternehmensanleihen gelten die 1 % als eine kritische Schwelle, bei welcher sich in den Zombie Firmen die Untoten auf den Weg in die Disco begeben. In den Hollywoodfilmen ist das immer der Punkt, an welchem sich die Hauptdarsteller in Sicherheit bringen müssen und gleiches gilt für die Bewohner der realen Welt.

Der Bitcoin erreichte gestern fast 13.800 Dollar in dieser Saison und krachte danach mit 1.500 Dollar in die Tiefe. Seit der Ankündigung der neuen Kryptowährung Libra durch Facebook stieg der Bitcoin fast um 50 % an. Doch die größte Schützenhilfe erhielt er von den strauchelnden Zentralbanken, welche in diesen Tagen nicht mehr ein noch aus wissen. Das verhalf auch dem Goldpreis zu einem neuen Höchstwert seit 6 Jahren. Der Bitcoin und Gold bewegen sich übrigens neuerdings im Gleichschritt, welches ihre Verwandtschaft unterstreicht.

Damit kommen wir zu den internationalen Börsenmärkten:

Die chinesischen Aktien stürzten gestern nach Börsenbeginn regelrecht ab und kämpften sich anschließend wieder mühsam nach oben, um sich dann nachmittags reglos in die Sonne zu legen und nichts zu tun. Die europäischen Aktienmärkte erfreuten sich zunächst am Aufwind durch Mnuchin, um hernach unter ihre Startpositionen zurückzufallen. Die US-Aktien profitierten in der Nacht ebenfalls vom Mnuchin-Effekt, doch tagsüber gingen diese Gewinne zumindest teilweise wieder verloren. Interessant war die Schwäche an den US-Börsen kurz vor deren Schließung.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährung steht heute bei 340 Milliarden Dollar und fast alle Kryptowährungen erlitten zum Teil herbe Verluste. Der Bitcoin kostet 11.980 Dollar und Ethereum 313 Dollar. Man braucht kein Prophet zu sein, um eine Bodenbildung auf diesem Niveau zu prognostizieren und der Markt wird auch schnell wieder abheben, weil viele die Chance zum Kauf nutzen werden und das Blasenfieber bald einsetzen dürfte, wenn es nicht schon ausgebrochen ist.

Last but not least:

Donald Trump betreibt in den letzten Tagen eine Kriegshetze gegen den Iran, weil er damit den Ölpreis und auch die Aktien weiter in die Höhe treiben möchte. Er hat nur noch den roten Knopf als Machtinstrument übrig, weil er die FED nicht entscheidend beeinflussen kann. Wie lange dieses Spiel mit dem roten Knopf noch funktioniert werden wir sehen. Aber bis zur nächsten Wahl kommt er damit nicht durch.

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