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Die zweite Weltwirtschaftskrise hat längst begonnen

Die Unterschiede zwischen der ersten Weltwirtschaftskrise von 1929 und der zweiten Weltwirtschaftskrise von 2019 sind zwar gigantisch, aber das Prinzip ist auch dieses Mal das gleiche. Wir befinden uns am Ende eines Kreditzyklus und damit können wir diesem Schicksal nicht mehr entrinnen. Nachteilig ist es damals wie heute für die kleinen und mittleren Unternehmen, welche in etwa 80 % einer Volkswirtschaft ausmachen. Für die anderen 20 % (die Großunternehmen) ist es im Endspiel ein lukratives Schlachtfest, doch zum Schluss geht es auch ihnen an den Kragen. Eine Raubwirtschaft existiert nur solange, bis es nicht mehr zu klauen gibt. Hat die Vermögensverteilung erst einmal einen Extremwert wie in unserer Zeit erreicht, an welchem sehr wenige fast alles besitzen, dann kollabiert das System unweigerlich. Und zwar schon lange vor dem Punkt, an welchem ein Mensch alles besitzen würde.

Die modernen Raubzüge finden in der Weltwirtschaft durch das Geldsystem statt, welches dem Mittelstand den Wohlstand entzieht und ihn auf die Großunternehmen verteilt. Die Inflation am Ende einer Fiat-Währung ermöglicht  die heimliche Enteignung unter dem Deckmantel einer offensichtlich schwindsüchtigen Währung. Damit verliert die Masse der unwissenden Bevölkerung fast alles und die diebischen Mitglieder aus dem Freundeskreis der Zentralbanken machen damit das große Geld in diesen unsicheren Zeiten. Die erste Weltwirtschaftskrise war das Ergebnis des Ersten Weltkriegs und zog sich von 1919 bis in die dreißiger Jahre hinein. Ein Profiteur und zugleich auch ein tragischer Verlierer der ersten Weltwirtschaftskrise war Hugo Stinnes. Er nutze das sich rasch entwertende Geld der damaligen Reichsmark für billige Kredite, mit welchen er sich bis 1923 ein Imperium mit insgesamt 1.535 Firmen zusammen kaufte, welches damals für 20 % der deutschen Industrieproduktion verantwortlich war. Die sich ständig von selbst entwertenden Kredite zahlte er durch seine Exporterlöse mit Gold gedeckten Währungen wie dem Dollar gewinnbringend zurück. Doch kaum war die Inflation in Deutschland zu Ende, starb er im April 1924 und kurze Zeit später zerfiel auch sein Imperium. Die Spielregeln änderten sich und darauf stellte er sich nicht rechtzeitig ein. Die Marke Stinnes gibt es zwar noch heute, aber sie ist nicht mehr eigenständig.

Weil wir es in unserer Zeit mit einem globalen Fiat-Geldsystem zu tun haben, funktioniert dieser Stinnes-Trick in der zweiten Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Dafür aber zahlreiche andere, denn dafür wurde diese Krise schließlich angerichtet. Begünstigt werden in diesem System allerdings immer die Großunternehmen, weil diese sich mit der EU ihren großen Traum eines eigenen Geldesels erfüllt haben. Letzte Woche teilte die EZB mit, dass sie zum dritten Mal die Spendierhosen anzieht (TLTRO III) und den Großunternehmen ab September 2019 erneut billige Kredite gewährt. Mittelständler kommen auch dieses Mal nicht in den Genuss des billigen Geldes, weil sie als riskant eingestuft werden. Wenn ein Mittelständler den Gang über die Wupper antritt, dann wird er in der Regel nicht mit Steuergeldern gerettet. Bei den Großunternehmen ist dies jedoch der Fall und deshalb gelten sie als kreditwürdig. Sie kaufen dann ähnlich wie Hugo Stinnes sinnlos Unternehmen auf und fliegen mit denen schließlich in die Luft. Denn nach jeder großen Krise geht es wieder zurück zu den Wurzeln, d.h. zu den kleineren und mittleren Betrieben bzw. Unternehmenseinheiten.

Weshalb man diese Maßnahme erst im September starten will ist noch nicht ganz klar, weil der EU-Baum schon jetzt lichterloh brennt. Weil Mario Draghi aber im Herbst das sinkende Schiff der EZB verlässt, könnte es durchaus sein, dass man die Ausweglosigkeit erkannt und die Lösung großzügig einem Nachfolger überträgt. Der kann dann wie auch schon in der großen Inflation von 1923 aufräumen, d.h. eine Währungsreform durchführen. Dies wird spätestens zum Jahresende der Fall sein.

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