Privacy Policy

Ein wirtschaftlich sehr turbulentes Wochenende steht bevor

Während in den Leitmedien die Abschaffung des Solidarbeitrags diskutiert wird, als wäre das ein Weihnachtsgeschenk für das nächste Jahr, bricht im Hintergrund krachend die Weltwirtschaft zusammen. Das öffentliche Interesse fokussiert sich auf eine völlig unbedeutende Schwedin, welche mit einem teuren Rennboot in die USA segelt. Wie man das schon im nächsten Jahr noch jemand erzählen kann, ohne sich dabei selbst bis auf die Knochen zu blamieren, wird ziemlich schwierig werden. Die aktuellen wirtschaftlichen Daten melden einen gigantischen Eisberg, auf welchen wir direkt Kurs halten, und zwar nicht irgendwann, sondern demnächst in diesem Theater. Es wird gerade die Zukunft der gesamten Weltbevölkerung verspielt. Einer der Täter sitzt mit auf diesem Rennboot und gehört genau zu derjenigen Clique, welche die Luft mit seinen Emissionen auf diesem Planeten verpestet hat. Die heutige Realität ist derart Irre, dass sich wohl selbst die Insassen von geschlossenen Anstalten darüber freuen, nicht ausziehen zu müssen.

Am 16. August 2019: Die größten Produzenten von elektronischem Hausmüll leben in Norwegen, dicht gefolgt von Schweden auf dem zweiten Platz. Deutschland liegt in dieser Hitliste erstaunlicherweise erst auf dem 14. Platz. Das Schlusslicht und in diesem Fall die Vorreiterrolle spielt Rumänien. Die Umweltverschmutzung hängt also auch stark mit dem Wohlstand zusammen und deshalb hätten die Schweden erst einmal vor der eigenen Türe aufräumen sollen, bevor sie die Welt über das Klima belehren möchten.

Ein offensichtlich sehr weiser Richter auf Gibraltar entschied sich für die Freigabe des beschlagnahmten iranischen Tankers, welcher angeblich gegen die Handelsbeschränkungen der EU verstieß und Öl nach Syrien transportieren wollte. In dieser Woche kam Hillary Clinton aus ihrer Deckung und rief zur Unterstützung der Demonstranten in Hongkong auf. Damit ist aber wohl klar, woher der Wind weht. Er kommt aus der Richtung Regime-Change, aber mit China hat man sich im Boxring ein Schwergewicht ausgesucht, welches man nicht so leicht wie Libyen besiegen kann. Die Demonstranten in Hongkong riefen für das kommende Wochenende dazu auf, sein Geld von chinesischen Banken abzuziehen. Diese befinden sich bekanntermaßen in ihrer schwersten Krise, aber so leicht kippen sie jetzt auch wieder aus den Pantinen. Außerdem rächen sich die Chinesen durch ihre Abwesenheit als Luxuskonsument in den Geschäften am Rodeo Drive in Beverly Hills, welche zu Beginn der neunziger Jahre im Kinospielfilm „Pretty Woman“ noch nicht von ihnen abhängig waren. Es fehlen inzwischen aber nicht nur die Chinesen, sondern auch die Saudis, weil wir es mit einer ausgewachsenen Weltwirtschaftskrise zu tun haben. Scheinbar erwägen die Chinesen auch die Zündung der amerikanischen Schuldenbombe, deshalb müssen die Japaner China als größte Gläubigernation der USA ablösen. Doch die sind selbst bis über beide Augenbrauen verschuldet.

Die Lage an der Schuldenfront der USA sieht nicht gut aus. Das erkennt man zum Beispiel den dreißigjährigen US-Staatsanleihen, welche gestern erstmals seit ihrer Erfindung unter die 2 % sanken. Damit befinden sich jetzt alle US-Staatsanleihen unterhalb von 2 %. Doch der Leitzins der Fed beträgt 2,12 % und wenn alle Zinssätze der Staatsanleihen unter dem Leitzins liegen, dann nennt man das eine invertierte Zinskurve. Die Fed wird die Zinsen deshalb wohl senken, aber sie wird die Staatsanleihen höchstens noch kurzzeitig überholen können. Die Zinsen der dreißigjährigen US-Staatsanleihen betrugen übrigens 1981 einmal stolze 15,2 %. Es wird demzufolge nicht mehr lange dauern, bis auch die Verzinsung der US-Staatsanleihen im negativen Zinsbereich liegt. Spätestens das ist dann die Götterdämmerung unseres Finanzsystems und bis dahin ist es nur noch ein Katzensprung. Es verwundert deshalb nicht, dass sich 42 % der Amerikaner keinen Urlaub mehr leisten können. Sie sehen den Zustand ihrer Wirtschaft als nicht besonders gut oder sogar schlecht an. Und im Kaschmir-Konflikt gibt es die ersten Opfer zu beklagen, weil drei Pakistani und fünf indische Soldaten getötet wurden. Das Klima ist also bestimmt nicht unser größtes Problem.

Damit kommen wir zu den internationalen Aktienmärkten:

Nach dem viertgrößten Kursrutsch der Aktien in der amerikanischen Börsengeschichte, haben die Handlanger der amerikanischen Zentralbank Fed gestern nicht mehr besonders viel hinbiegen können. Wenn das also alles war, was sie noch drauf haben, dann gute Nacht! In China wollten die Aktien vor der Börseneröffnung am Donnerstag ebenfalls in einen Sturzflug übergehen, doch dort verrichteten die Rettungskräfte an den Börsen noch eine respektable Leistung. Sie zogen nämlich die Kurse bis zum Börsenschluss in China noch einmal kräftig nach oben. In Europa nutzten selbst die großspurigen Ankündigungen der EZB kaum noch etwas, weil das Pulver längst verschossen wurde. Die Aktien stürzten gestern kurz vor der Mittagspause ab und konnten nur ganz mühsam wieder aufgepäppelt werden. Die Aktien der EU-Banken erreichten gestern so schlechte Werte, wie seit den neunziger Jahren nicht mehr. Mit dabei war selbstverständlich auch die Deutsche Bank, welche heute krampfhaft über die 6 Euro-Grenze gezogen werden muss. Noch zwei solche Tiefschläge und die Frankfurter liegen besinnungslos am Boden. Die zehnjährigen Bundesanleihen folgten den Ankündigungen zur weiteren Lockerung der Geldpolitik aus der EZB Frankfurt in vorauseilendem Gehorsam auf minus 0,71 %. Das wird auch hier so weitergehen, bis die Sogwirkung des negativen Zinseszinseffekts sein Werk verrichten und das System der Zentralbanken sprengen wird. Weil man sich schon bislang nicht weit in das negative Zinsterritorium vorwagte, wird der Point of no return aber nicht mehr besonders weit entfernt sein. Abschließend fiel auch der fünfzigjährige EU-Swap gestern erstmals in seiner Geschichte in den negativen Zinsbereich. Da hilft auch kein positives Denken mehr.

In den USA ging es nach dem großen Absturz von vorgestern mit einer Art Sägezahnkurve mehrfach auf und ab, aber damit war kein Land mehr zu gewinnen. Erst der Kaufrausch nach einer Intervention des amerikanischen Finanzministers Steve Mnuchin am Nachmittag brachte den Dow, den S&P und die Nasdaq für den gestrigen Tag wieder in den grünen Bereich zurück. Der Dow wurde durch Walmart gerettet, aber GE krachte aufgrund der Anschuldigungen von Harry Markopolos in die Tiefe. Er kam bereits den Betrügereien von Bernie Madoff auf die Schliche und er sieht eine drohende Insolvenz bei GE (General Electric) am Horizont aufziehen, welche absehbar von der großen Krise vollstreckt werden wird.

Die zweijährigen US-Staatsanleihen gingen gestern erstmals seit 2007 unter die 1,5 %. Der US-Dollar stieg weiter an und die Chinesen fixierten den Kurs des Yuan höher, um die Shorts auf ihre Währung explodieren zu lassen. Auch in Hongkong griffen die Behörden ein, um den Hongkong-Dollar von der Grenze zur Bindung an den US-Dollar zurückzuziehen.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen hängt weiterhin bei 262 Milliarden Dollar über den Klippen herum und der Bitcoin kostet 10.071 Dollar. Die Edelmetalle sind weiter unter Druck. Silber notiert bei 499 Euro pro Kilo und Gold bei 1.513 Dollar pro Unze. Der WTI Ölpreis bleibt stabil bei 55,01 Dollar, bevor er wieder begleiten wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.