Privacy Policy Eine schöne Bescherung! – AG News

Eine schöne Bescherung!

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Scheinbar sind fast alle TV-Zuschauer bereits zu Netflix abgewandert, denn im linearen Privatfernsehen ist die Zahl der Wiederholungen über das ganze Jahr hinweg einfach nicht mehr zu übersehen. Dem Privatfernsehen laufen schlicht und ergreifend die Werbekunden davon, weil man bei Google viel exakter seine Werbemaßnahmen durchführen kann. In Zeiten wie diesen in welchen die Werbebudgets stagnieren oder gekürzt werden, ist das dann kriegsentscheidend. Im Jahr 2000 wollte auch RTL mit einem Aufwand von 500 Millionen DM eine Digitalisierung der Sendergruppe durchführen, welche jedoch kläglich scheiterte. Außer Clipfish ist nicht viel davon übrig geblieben, wie das so ist, wenn man etwas mit Geld bewirft. Der Gründer von RTL Helmut Thoma sagte noch bei einem Vortrag 1998 in Köln, dass das Internet lediglich sehr viele Antworten auf niemals gestellte Fragen beinhalte und deshalb nicht ernst zu nehmen sei. Doch damit täuschte er sich gewaltig. Das Internet mischte zunächst die Film-, Fernseh- und Musikbranche komplett auf und den gesamten Rest knöpft sich es sich ab dem nächsten Jahr vor. Es handelt sich dabei um den Abschluss einer industriellen Revolution nach einem Vierteljahrhundert, welche aber bislang nur ganz wenige richtig verstanden haben. Die Unterhaltungsbranche ist schließlich nur eine kleine Industrie und der Kahlschlag in ihr wurde deshalb nur von ganz wenigen zur Kenntnis genommen. Im nächsten Schritt bekommen jedoch alle die scharfe Klinge des Internets zu spüren und dann weiß auch der Letzte, was die Stunde geschlagen hat.

Die Auswirkungen der vollständigen Digitalisierung der Weltwirtschaft wären kaum spürbar, falls wir eine Marktwirtschaft hätten. Doch die meisten wissen überhaupt nicht, was das ist und vermissen sie demzufolge auch gar nicht. Denn in Wirklichkeit leben wir in einer planwirtschaftlich organisierten Raubwirtschaft. Diese bricht jedoch seit dem 16. September 2019 in atemberaubender Geschwindigkeit aber bislang geräuschlos in sich zusammen und ob sie nun nach den neuesten Aussagen von Morgan Stanley erst im April 2020 den Bach hinuntergeht oder auch schon wesentlich früher wie zum Beispiel Zoltan Pozsar behauptet, ist völlig nebensächlich. Sie verlässt gerade in aller Stille die Bühne und wie es weitergehen soll, weiß keiner so richtig. Wie immer in solchen Fällen ist das Establishment geistig nicht in der Lage, seine eigene Position exakt bestimmen zu können. Man stützt deshalb notgedrungen auf die Erkenntnisse grenzdebiler Experten, weil nach einem alten Spruch die Flaschen nur weitere Flaschen anziehen. Einer dieser unseligen Experten verkündete heute doch tatsächlich als frohe Weihnachtsbotschaft, dass die Renten sicher sind und sogar weiter steigen werden. Da fällt einem zunächst gar nichts mehr dazu ein und dann nur noch Norbert Blüm. Weil ich 15 Jahre in Bonn wohnte, habe ich ihn sogar einmal persönlich getroffen. Er ist unheimlich nett und sympathisch, aber trotzdem würde ich bei ihm nichts kaufen und schon gar keine Rente. Heiner Geißler saß einmal neben mir, weil er zu spät zu einem Vortrag kam und nur noch ein Platz neben mir frei war. Er ist ein richtiger Zappelphilipp und so etwas mag ich überhaupt nicht. Was ich damit sagen will: Man könnte unsere Leitfiguren viel leichter einschätzen, wenn man sie nur ein einziges Mal in freier Natur und ungefiltert sehen könnte. Das würde einiges in unserem Land vereinfachen und auch rasch verändern. Aber auch das wird die Digitalisierung künftig ermöglichen.

Doch zurück zu den Renten. Dieser ominöse Experte war sogar der Meinung, dass die Digitalisierung einige Arbeitsplätze vernichten werde und trotzdem alles gut werden würde. Hat man uns nicht vor etwa 4 Jahren genau das Gegenteil erzählt, um über eine Million Fachkräfte ins Land zu holen? Eines dieser Unternehmen, welches damals noch in das gleiche Horn blies, gab kürzlich zu, dass es nur die Löhne erhöhen musste und dann war der Fachkräftemangel plötzlich behoben. So einfach kann das nämlich gehen, falls man noch in der glücklichen Lage ist, logisch denken zu können. Die Digitalisierung schuf übrigens auch in der Unterhaltungsindustrie mehr Arbeitsplätze als sie vernichtete. Das Problem bestand lediglich darin, dass es sich jetzt um selbständige Unternehmer handelt, welche zu Beginn nicht so viel verdienen wie zuvor. Später jedoch schon, falls man fleißig und clever genug ist. Es wurde dabei also lediglich ein Teil der Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft überführt. 

Wir stehen im nächsten Jahr deshalb alle vor dem gleichen Problem, wie die Russen 1998 beim Zusammenbruch der Sowjetunion, allerdings mit dem großen Unterschied, dass diese ihr System etwas besser kannten. Das ist bei uns jedoch nicht der Fall. Deshalb würde ich es sehr begrüßen, falls Sie Unwissende mit einem Exemplar meines Buches beschenken würden, damit diese nicht ins offene Messer des Umbruchs laufen. Denn ohne eine exakte Positionsbestimmung werden viele Mitmenschen im nächsten Jahr Schiffbruch erleiden. Wer unser System als die bessere Ausgabe der Planwirtschaft im Vergleich zur Sowjetunion sieht, der muss nur ältere Bewohner der früheren DDR befragen und dann müsste ihm relativ schnell ein Licht aufgehen. Beide Systeme wurden auf der Basis des gleichen Betriebssystems entwickelt und dienten nur zu Testzwecken. Dieser Test endet bald und wer sich auch weiterhin nicht informiert, der wird das dann zur Genüge auf der harten Schule des Lebens eingetrichtert bekommen. Auf Englisch hört sich das dann noch etwas drastischer an: die University of Hard Knocks!

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