Privacy Policy Endzeit, Akte X oder gar XY ungelöst? | AG News

Endzeit, Akte X oder gar XY ungelöst?

Gestern wollte ich mir eine neue Spülmaschine kaufen und deshalb führte mich der erste Weg im stationären Handel noch immer zum Media Markt. Vermutlich aber zum allerletzten Mal, weil ich die kleineren elektronischen Produkte schon längst im Internet kaufe. Denn von den ausgestellten Produkten waren gestern alle von mir ausgewählten Spülmaschinen nicht mehr auf Lager. Aber es kam noch viel besser, man wusste überhaupt nicht, wann man wieder etwas liefern konnte. Das hörte sich doch sehr nach DDR 2.0 oder meine Erfahrungen während der ersten Finanzkrise an. Schließlich stehen ganz bestimmt irgendwo in Deutschland massenweise solche Spülmaschinen auf Lager. Falls dies nicht der Fall sein sollte, dann wird es richtig mysteriös, weil wir dann wirklich nur noch in einer Matrix leben würden. Weil es meinem Bruder am vergangenen Samstag in München beim Media Markt ähnlich erging, kann ich nicht mehr daran glauben, dass dies ein reiner Zufall war. Schließlich befindet sich das Unternehmen Media Markt seit geraumer Zeit im Umbruch, um es einmal ganz diplomatisch zu umschreiben. Der 40. Geburtstag im letzten Jahr war jedenfalls der Letzte, weil die Ingolstädter in ihrer Branche den Schlaf der Gerechten schliefen, wobei sie nicht die Einzigen in diesem Land waren.

Bis zur ersten Finanzkrise war ich übrigens auch noch ein treuer Kunde von Schlecker, obgleich ich Herrn Anton Schlecker zu keinem Zeitpunkt über den Weg traute und deshalb immer nur bar in seinen Filialen bezahlte. Der Vorteil von Schlecker war früher einfach der, dass ich zu Fuß zum Einkaufen gehen konnte. Ich bin kein Klimaschützer, sondern ein sich bewegender Mensch und der muss nicht wie mein Nachbar mit dem neuen und überdimensionierten SUV morgens zwei Brötchen in der gleichen Straße einkaufen. Denn der ist zugleich auch noch der Gauleiter der größten klimaschützenden Partei in Deutschland, weshalb alle seine Parteigenossen regelmäßig mit ihren Q8 meine Garageneinfahrt blockieren, damit ich nicht fahren und damit das Klima schützen kann. Doch eines Tages lohnte sich der samstägliche Gang zum Schlecker plötzlich nicht mehr, weil er die Tabs für die Vorgängerin meiner oben erwähnten Spülmaschine nicht mehr vorrätig hatte. Und dieser Vorgang wiederholte sich mit anderen Artikeln so lange, bis es keinen Sinn mehr ergab dort einkaufen zu gehen und der kleine Laden noch vor der Insolvenz des gesamten Unternehmens schließen musste. Heute muss ich mit dem Auto in den nächsten Drogeriemarkt fahren und deshalb war Schlecker vielleicht ein unentdeckter Klimaschützer oder einfach viel zu früh von uns gegangen.

Auch mit dem Praktiker-Baumarkt machte ich in der ersten Finanzkrise die gleichen Erfahrungen. Ich war sowohl zunächst in Bonn als auch später in Konstanz nur wegen seiner 20 % ein ebenfalls getreuer Kunde und half ihm damit beim Aushub seines eigenen Grabes nicht ganz unwesentlich. Die teuren Sachen kaufte ich immer nur mit 20 % Rabatt und diese Werkzeuge sind nebenbei bemerkt heute alle noch im Einsatz, weil ich sie natürlich als Hobby-Handwerker nur wenig benutze. Auch hier waren trotz der 20 % ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr alle Waren in meinem Markt erhältlich. Im Räumungsverkauf erwarb ich schlussendlich eine kleine Edeltanne im Topf und pflanzte sie 2010 im Garten ein. Vielleicht bin ich also doch ein heimlicher Klimaschützer? Sie ist mittlerweile schon fast 4 Meter hoch und einer der letzten lebenden Zeugen aus diesem gescheiterten Baumarkt. Die aktuelle Geschichte des Media Marktes wird deshalb nicht anders enden und auch sein Konkurrent hatte gestern nur noch eine Spülmaschine in der Originalverpackung auf Lager. Früher war das in der Betriebswirtschaft in der knapp kalkulierten Lagerhaltung der letzte Schrei und dabei wird es im stationären Handel wohl auch bleiben, bis auch der letzte Anbieter noch vom Markt verschwunden ist. 

Als fleißiger Nutzer des Onlinehandels kann ich nur bei den kleinen Anbietern hinzufügen, dass diese mitunter sogar ohne jeglichen Lagerbestand operieren, aber nicht besonders lange. Dort scheinen die Warenlager noch ganz gut gefüllt zu sein. Ansonsten hätten wir es mit der perfekten Simulation einer virtuellen Wirtschaft zu tun, in welcher kaum noch etwas produziert wurde. Doch darauf steuern wir geradewegs hinzu, wenn nicht eine grundlegende Wende stattfindet. Sonst droht eine globale Hungersnot, weil in der Lebensmittelbranche die Warenvorräte nicht einmal für vier Wochen ausreichen würden. Die Zahl der angeblich massenweise auftauchenden Drohnen in den USA sind deshalb weitaus weniger furchterregend, weil wir täglich immer mehr Falschmeldungen serviert bekommen und darunter ist dies auch getrost zu verbuchen. Trotz gegenteiliger und immer häufigeren Meldungen der Leitmedien gibt es keine Außerirdischen im traditionellen Sinn, sondern nur ein marodes Finanzsystem, dem gerade langsam die Luft ausgeht. Dieser Zustand kann leider noch einige Monate andauern und es wird wöchentlich nur noch schlimmer werden.

Die Tesla-Aktie ging gestern erstmals über die 500 Dollar hinaus und jetzt wird man wohl die 1.000 Dollar ansteuern. In einer funktionierenden Marktwirtschaft wäre bereits vor 50 Jahren der Ofen komplett ausgegangen. Eine Planwirtschaft ist diesbezüglich jedoch etwas zäher, wie man schon am Beispiel der Sowjetunion oder DDR sehen konnte. Aber weil es kein Perpetuum Mobile gibt, kommt es zwangsläufig zu einem Stillstand des Finanzsystems, weil niemand von schlechter Luft und Schwachsinn leben kann. Die ersten Anzeichen des Systemkollapses sind weltwirtschaftlich unübersehbar und ab einem gewissen Zeitpunkt geht es dann ganz schnell über die Wupper. Danach ist es dann ein Fall für die Gerichte und davor haben die Verantwortlichen bereits jetzt schon Angst. Den meisten ahnungslosen Mitmenschen ist dabei überhaupt noch gar nicht klar, dass sie sich schon bald wegen der Unterstützung krimineller Organisationen zu verantworten haben.

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