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Erdogan zeigt Trump, wie man einen Zentralbankchef feuert

Am 7. Juli 2019: In einem für Eingeweihte nicht mehr ganz so überraschenden Schritt, feuerte gestern der türkische Staatspräsident Recep Erdogan den Chef der türkischen Zentralbank Murat Cetinkaya. Darüber dürfte Donald Trump ziemlich neidisch sein, aber es würde sich nur dann wirklich etwas ändern, wenn man die türkische Zentralbank oder besser noch alle Zentralbanken abschaffen würde. Und diese Axt wird wohl noch keiner in absehbarer Zeit schwingen. Bei der genaueren Beobachtung der zurzeit tatsächlichen Marktaktivitäten der Federal Reserve muss man unweigerlich zum Schluss kommen, dass sie in diesem Monat keine Zinssenkungen vornehmen wird. Sie fährt nämlich weiterhin ihren eingeschlagenen Kurs und baut in kleinen Schritten ihre Altlasten aus dem Quantitative Easing (QE, also der lockeren Geldpolitik) ab. Am Erdgasmarkt zeichnet sich ein noch längere Zeit andauerndes Überangebot ab, welches bereits in den USA zur Verdrängung der Kohle führte, in dessen Gefolge insgesamt drei Kohlebergbaubetriebe seit dem Mai 2019 Insolvenz anmelden mussten. Dieser Vorgang würde sogar dem Klima helfen, wenn auch nur wenig. Die beiden Hauptanbieter im Erdgasmarkt, die USA und Russland kämpfen erbittert um ihre Marktanteile in Europa und lieferten deshalb in diesem Jahr schon mehr Erdgas aus als im letzten Jahr, weil sie das Geld dringend zur Kostendeckung benötigen. Doch dadurch sank der Erdgaspreis nur noch weiter.

Bei der Deutschen Bank nehmen die Hiobsbotschaften indes weiter zu. Zum Beispiel sollte die geplante schlechte Bank (Bad Bank) ursprünglich nur 50 Milliarden Euro umfassen. Aber inzwischen sind daraus schon 80 Milliarden Euro geworden. Und weil das neue Geschäftsmodell der Deutschen Bank erst nach einer Währungsreform mit steigenden Zinsen greifen würde, kommt entweder die Währungsreform ziemlich bald oder die Deutsche Bank muss schnell auf Kosten der deutschen Steuerzahler verstaatlicht werden. D.h. dieser Laden brennt lichterloh und das wird man den Deutschen in den nächsten Wochen unverblümt mitteilen. Die bis 2022 kommunizierten Fristen zur Umsetzung der Umstrukturierung sind bereits jetzt alle falsch. Es muss sofort Geld eingeschossen werden.

Last but not least:

Die Türkei schleust wieder wie ehemals in Syrien einschlägig bekannte Terroristen (keine Touristen) nach Libyen ein und kam deshalb kürzlich dem von den USA unterstützten libyschen General Khalifa Haftar in die Quere, welcher Tripolis erobern möchte.

Am 8. Juli 2019: Der malaysische Produzent des Kinospielfilms „The Wolf of Wall Street“ Riza Aziz soll sich am 1MDB-Fond in Malaysia illegal mit 248 Millionen Dollar bedient und damit strafbar gemacht haben. Mit diesen Finanzmitteln wurde dieser Kassenschlager finanziert. Der Skandal um diesen malaysischen Fond wurde vor einigen Jahren vom Wallstreet-Journal aufgedeckt und wurde schon einigen anderen zum Verhängnis. Er wurde 2009 unter den Fittichen von Goldman Sachs aufgelegt und veruntreute angeblich 4,5 Milliarden Dollar an öffentlichen Geldern aus Malaysia. Ein Ende dieses Skandals ist auch nach dieser jüngsten Wendung noch immer nicht in Sicht.

In Russland sind 14 Seeleute bei einer U-Boot-Katastrophe ums Leben gekommen, um eine atomare Katastrophe zu verhindern, welche scheinbar den ganzen Planeten bedroht hätte. Zumindest wurde es von den russischen Medien unter dieser Überschrift verkauft. 14 weitere russische Matrosen haben überlebt und genauere Details werden wir wie immer noch nicht so schnell erfahren.

Nachdem der türkische Chef der Zentralbank Murat Cetinkaya aus seinem Amt entfernt wurde, brach der Kurs der türkischen Lira dramatisch ein. Die Zinsen befinden sich in der Türkei mit 8,3 % auf einem sehr hohen Niveau und geben trotzdem keinerlei Spielraum für die von Erdogan ersehnten Zinssenkungen. Weil er Ökonomie nur auf dem Papier mit einem wertlosen Diplom studiert hat, weiß er nicht, dass er sich damit sein eigenes Grab schaufelt. Um die bereits galoppierende Inflation zu bremsen und den Wechselkurs der eigenen Währung zu stabilisieren, musste der Leitzins so hoch sein. Recep Erdogan (welcher faktisch inzwischen fast als ein Diktator anzusehen ist) hatte sich im Juli 2018 das Recht durch ein von ihm erlassenes Dekret ausbedungen, den Chef der Zentralbank selbst ernennen zu dürfen. Zuvor war dies noch eine Entscheidung des türkischen Kabinetts. Donald Trump kann da also nicht ganz mithalten. Er kann den Chef der Federal Reserve zwar ernennen, ihn aber nicht ohne triftigen Grund feuern. Solange Powell also nicht die Goldreserven klaut, wird er der Chef der amerikanischen Zentralbank bleiben. Das ganze sieht mir deshalb immer mehr nach einem Endspiel der Zentralbankiers gegen Erdogan und Trump aus, welches zumindest Erdogan ganz klar verlieren wird. Bei Trump bin ich mir da nicht so ganz sicher, weil der ein schlauer Fuchs ist. Davon einmal ganz abgesehen, wird die FED die Zinsen in diesem Monat nicht senken und damit Donald Trump weiterhin zur Weißglut bringen.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen erholte sich über das Wochenende ganz langsam und wuchs auf 335 Milliarden Dollar an. Der Bitcoin kostet heute 11.828 Dollar und sein Marktanteil beträgt 62,7 %. Das Silber kämpft heute bei 431 Euro pro Kilo seinen seit Jahren völlig überflüssigen Schaukampf und der Goldpreis liegt mit 1.404 Dollar pro Unze wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 1400. Der WTI-Ölpreis klebt bei 57,47 Dollar pro Fass und braucht mehr als die derzeitige Kriegstreiberei, um sich von seinem Platz zu erheben.

Jeffrey Epstein wurde endlich wegen des Missbrauchs von Minderjährigen in den USA inhaftiert. Er stellt die Spitze des Eisbergs der globalen Missbrauchsindustrie der letzten 5.000 Jahre dar, welches alles bisher Dagewesene um Lichtjahre in den Schatten stellen wird. Die komplette Geschichtsschreibung wird auf dieser Basis komplett neu orientieren müssen.

Last but not least:

Der iPhone-Absatz in Indien brach um 42 % ein und damit beschleunigt sich der wirtschaftliche Abgang dieser noch relativ jungen Wirtschaftsikone.

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