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Facebooks “Libra” ist keine Kryptowährung

Am 2. Juli 2019: Der kürzlich von Facebook dargestellte „Libra“ ist kein Bitcoin, d.h. keine Kryptowährung. Weil inzwischen sogar die BIZ (die Zentralbank aller Zentralbanken) bestätigte, dass man am Thema der Kryptowährungen arbeite, nachdem man sie vor ein paar Monaten noch als Betrugssystem dargestellt hatte, könnte der Libra die entsprechende Blaupause sein. Das wichtigste Merkmal der Kryptowährungen ist aber ihre dezentrale Arbeitsweise und der Bitcoin ist deshalb als eine Alternative für das Fiatgeld der Zentralbanken konzipiert worden. Dass diese sich nun eine Idee zu ihrer Zerstörung zu Eigen machen möchte, wäre zwar genial, aber so dumm sind sie dann auch wieder nicht. Der Libra ist deshalb nur eine schnöde Digitalwährung, welche an die bekannten Fiatwährungen angedockt ist. Doch dies wäre trotzdem eine indirekte Bestätigung einer durch die Handlungen der Zentralbanken in den letzten beiden Jahren sich abzeichnenden Währungsreform. Dies ist unsere größte Bedrohung, weil sie unsere gesamten Ersparnisse vernichtet und nicht irgendwelche virtuellen Kriege. Echte heiße Kriege sind nur mit unseren Ersparnissen wieder möglich und dies gilt es zu verhindern.

Der iranische Außenminister Mohammed Sarif bestätigte gestern, dass man den bislang vertraglich geregelten Bestand von angereichertem Uran nun überschritten habe. Dieser lag bei 300 Kilogramm und solange sie damit keine neuen Atomreaktoren damit betreiben, droht uns aus dieser Tatsache keinerlei Gefahr. Etwas anders sieht es in Libyen aus. Dort entließ anscheinend General Haftar sechs türkische Geiseln aus seinem Gewahrsam und man fragt sich unweigerlich, was sie dort zu suchen hatten. Aber die Antwort kommt ebenfalls von General Haftar, welche bei dieser Gelegenheit versprach, einen Krieg gegen die türkischen Flugzeuge und Schiffe zu führen. Die Türken sind von Syrien über Kreta bis Libyen weit außerhalb ihres Landes unterwegs, welches sich selbst gerade in einer großen Wirtschaftskrise mit galoppierender Inflation befindet.

Gestern sind auch die 10-jährigen französischen Staatsanleihen in der Zone der negativen Zinsen angekommen und haben damit die 13 Billionen Dollar an globalen Schulden mit negativer Verzinsung um ein paar hundert Milliarden erhöht. Sinkende Zinsen bei den Staatsanleihen sind ein Anzeichen für einen wirtschaftlichen Niedergang und weil ihre Geschwindigkeit zunimmt und kaum noch viel Platz zum weiteren Absinken verbleibt, kann es nicht mehr lange dauern, bis es kracht. Die Zentralbanken können die Zinsen nicht mehr weiter senken, weil dies die Zinsen der Staatsanleihen nur noch schneller in Richtung der Klippen treiben würde. Deshalb hat die EZB ihre Zinssenkungen erneut verschoben. Nur die Federal Reserve hat noch etwas Luft für Zinssenkungen, welche sich aber trotzdem nicht mehr in eine wirtschaftliche Belebung umwandeln lassen. Man kann damit noch einmal kurzzeitig die Aktien beflügeln und dann kommt trotzdem alles krachend herunter. Mit jeder weiteren zeitlichen Verzögerung schwindet die Macht der Zentralbanken und deshalb müssen sie im Herbst den Stöpsel ziehen.

Ein weiteres Indiz für den sich ausweitenden Abstand zwischen wirtschaftlicher Realität und reinem Wunschdenken ist der Abstand zwischen den Staatsanleihen und den inzwischen völlig bekifften Aktien. Normalweise entwickeln sich beide im Gleichschritt, doch ihr aktueller Abstand war noch nie so groß wie heute. Das wird einen rekordverdächtigen Knall zur Folge haben. Auch der globale Manufacturing PMI von JPMorgan (ein Index welcher die wirtschaftlich produzierten Güter ausweist) zeigte gestern ein siebenjähriges Tief an. Alles, was demnächst wie verrückt wachsen wird, das sind die Inflation, die Steuern und die Kosten des täglichen Lebens. Deshalb begannen gestern 12 US-Bundesstaaten damit, ihre Mineralölsteuern zu erhöhen. Illinois hatte diesbezüglich seit 1990 nichts mehr unternommen und langte deshalb gleich mit satten 10 Cent pro Gallone zu. Damit die Amerikaner künftig zumindest noch ein Dach über dem Kopf haben, bereitet Amazon gerade ein paar schicke Holzhäuser zum Zusammenbauen an, welche in der Größe eines üppigen Gartenhauses unter 20.000 Dollar an den Mann oder die Frau gebracht werden sollen. Der Versand ist sogar kostenlos.

Wir kommen zu den langweiligen globalen Aktienmärkten:

Der Waffenstillstand im Handelskrieg mit China verpuffte gestern ziemlich rasch an den Aktienmärkten und so langsam wird guter Rat immer teurer, wie man die Aktien bis zum Herbst noch bei Laune halten kann. Denn beim letzten Mal, als Donald Trump am 3. Dezember 2018 mit China nachsichtig war, stiegen die Aktien zunächst ebenfalls noch einmal an, um dann zum Beispiel im S&P 500 um ordentliche 17 % abzustürzen. Man sollte deshalb diesen neuerlichen Nothingburger mit äußerster Vorsicht genießen. Die chinesischen Aktien stiegen gestern auf der Basis des Stillhalteabkommens im Handelskrieg zunächst sehr stark an und beruhigten sich dann rasch wieder. In Europa war der Anstieg nach dem G20-Gipfel sogar noch etwas höher ausgefallen, aber anschließend kannten die europäischen Aktien nur noch einen Weg, und zwar denjenigen nach unten. Insbesondere für die italienischen Aktien lief es gestern ganz schlecht. Auch die Zinsen für die italienischen Staatsanleihen sanken gestern erstmals seit dem Mai 2018 wieder unter die 2 %. In den USA stiegen die Aktien angetrieben durch einen gigantischen Short Squeeze (der dritte hintereinander und jedes Mal werden die Investoren um ihre Einsätze betrogen) dramatisch an, um hernach abverkauft (zunächst geklaut und dann verscherbelt) zu werden und im Kurs zu sinken. Lediglich nach 15 Uhr Eastern Time in New York sorgte man hinter den Kulissen dafür, dass der S&P 500 wieder auf seinen Höchstwert hinaufkletterte. Der Aktienmarkt ist seit sehr langer Zeit eine einzige Farce und wer das wusste, konnte damit gutes Geld verdienen. Doch im übertragenen Bild ist er jetzt nur noch eine Boeing 737 Max, welche ohne Treibstoff noch eine Landung auf einem Provinzflughafen versucht. Es gibt genügend Videos auf Youtube, um sich so etwas einmal anzuschauen. Das einzig spannende ist dabei nur noch, ob es das Flugzeug überhaupt noch schafft und wer alles überlebt.

Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen durchläuft gerade seinen schwersten Rückgang in diesem Aufschwung des Jahres 2019. Er ging heute sogar unter die 300 Milliarden hinab und auch der Bitcoin tauchte unter die 10.000 Dollar ab. Aktuell fing sich der Gesamtmarkt wieder bei 301 Milliarden Dollar und der Bitcoin bei 10.293 Dollar. Sein Marktanteil beträgt 60,6 %. Doch die wilde Schaukelei geht weiter und wird schließlich in den nächsten fulminanten Aufstieg münden. An der Silber Front tut sich mit 302 Euro pro Kilo nichts und auch Gold ist mit 1.393 Dollar pro Unze zumindest vorerst ebenfalls platt. Das WTI-Erdöl ist mit 58,81 Dollar wieder an den 60 Dollar abgeprallt und die OPEC-Leute täten wirklich gut daran, sich endlich einmal mit dem Thema Erdölwirtschaft zu beschäftigen.

In Hongkong wurde gestern das Parlament von den Demonstranten gestürmt und erreichte damit eine neue Eskalationsstufe. Das Thema wird uns ähnlich wie die gelben Westen noch einige Zeit begleiten. Kaum kehrte im Handelskrieg an der chinesischen Front etwas Ruhe ein, wendete sich Donald Trump gestern gleich wieder Europa zu. Hier drohen 4 Milliarden Dollar Strafzölle auf europäische Importwaren wie Oliven etc. In der Niederlassung der Deutschen Bank in New York ist inzwischen nicht mehr besonders viel los. Jeder der führenden Mitarbeiter machte sich rechtzeitig vom Acker, wenn er noch einen anderen Job finden konnte. Die Vereinigten Arabischen Emirate reden nicht lange von alternativen Energien, sondern nahmen sie gestern in der Form der größten Solaranlage Noor Abu Dhabi gleich in Betrieb. Diese kann 90.000 Menschen mit Strom versorgen und dafür wurden 3,2 Milionen Solarpaneele in den Wüstensand gesetzt.

Last but not least:

Kürzlich beschwerten sich einige amerikanische Milliardäre lautstark darüber, dass sie zu niedrig besteuert würden. So etwas Bescheuertes hört man auch ziemlich selten, weil man nur zum Finanzamt fahren muss. Die helfen einem gerne und knöpfen das überschüssige Geld ab, ohne einem eine Tasse Kaffee zu servieren. Aber keiner von denen ließ sich dort jemals blicken.

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