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Italien rutscht offiziell in die Rezession ab

Die italienische Regierung musste ihre Wachstumsprognose auf 1 % kürzen und auch dies könnte noch zu optimistisch sein. Die drittgrößte Volkswirtschaft Europas fiel nach den neuesten Zahlen von Istat bereits im vierten Quartal 2018 in eine technische Rezession ab. Die italienische Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal um 0,2 % und im dritten Quartal um 0,1 %. Die Nachricht über die Rezession wird die Spannungen in der Koalition zwischen der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung noch einmal verschärfen, welche seit dem März 2018 in Italien regiert. Sie hatten sich Ende letzten Jahres eine heiße Schlacht mit der EU geliefert, damit sie ihren ursprünglich von der EU auf nur 0,8 % Wachstum begrenzten Haushalt weiter aufblähen konnten. D.h. ihre Verschuldung ist weiter angestiegen. Der Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini sah sich in letzter Zeit verstärkt einem innenpolitischen Druck ausgesetzt, weil die Beliebtheit seiner Partei aufgrund der harten Haltung gegenüber den Asylanten stark zugenommen hatte. Er wurde zu baldigen Neuwahlen gedrängt, damit man sich von der unzuverlässigen 5-Sterne-Bewegung lossagen könnte. In einer Koalition mit Silvio Berlusconi sieht seine Partei eine bessere Machtposition, weil sie diese neue Koalition klar beherrschen würde.

In einer ersten Stellungnahme sah Goldman Sachs die wirtschaftliche Zukunft Italiens noch etwas zurückhaltender als die italienische Regierung. Die italienische Zentralbank und der IWF prognostizieren für Italien in diesem Jahr nur ein Wachstum von 0,6 % und was wäre weniger als die Hälfte dessen, was für den gesamten Euro-Raum erwartet wird. D.h. auch in Europa wird die EZB weiterhin kräftig Geld drucken müssen, um den Laden weiterhin am Laufen zu halten.

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