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John McAfee – oder wie ein Virenschützer zum Volksheld werden könnte

Am 5. Juni 2019: John McAfee (dem Erfinder des gleichnamigen Virenschutzprogramms) will im Herbst 2019 seine Kryptowährung „Freedom Coin“ auf den Markt bringen und damit seinen Kampf gegen das aktuelle Finanzsystem vorerst können. Seine Kandidatur für das Präsidentenamt im nächsten Jahr in den USA ist reine PR für seine Mission, weil er dort gar nicht persönlich auftreten kann. Er lebt augenblicklich auf den Bahamas und hat seit 8 Jahren keine Steuern mehr bezahlt. Er möchte schließlich nicht direkt die organisierte Kriminalität finanziell unterstützen. Das amerikanische Finanzamt IRS ist ihm deshalb längst auf der Spur und fordert seine Auslieferung. Es hat bereits Anklage erhoben und ein Auslieferungsantrag der USA liegt den Bahamas angeblich vor. Dies schränkt seine Enthüllungen in Sachen des Erfinders des Bitcoins augenblicklich ein. Er behauptet nämlich, den Erfinder dieser führenden Kryptowährung herausgefunden zu haben. Hinter dem Pseudonym des inzwischen berühmten Satoshi Nakamoto soll sich ein Amerikaner und kein Japaner verbergen. Doch dazu darf er sich nicht äußern, weil dies seinen Aufenthalt im Steuerparadies gefährden könnte. Es könnte aber auch nur ein weiterer PR-Gag von ihm sein.

Peking warnte seine Landsleute inzwischen eindringlich vor Reisen in die USA, weil es dort unsicher wäre. Das bremste den Touristenstrom aus China auch prompt ab und ist eine weitere Revanche für den aufgezwungenen Handelskrieg. In Großbritannien ist der Umsatz im Einzelhandel so stark eingebrochen, wie noch nie. Und dies sogar ohne einen Austritt aus der EU, welcher damit auch überhaupt nichts zu tun hätte. Ob Boris Johnson wirklich der richtige Mann für den Austritt der Briten aus der EU wäre, darf stark bezweifelt werden. Vermutlich deshalb hatte ihn Donald Trump vor seinem Besuch in London weggelobt. Johnson brüskierte deshalb seinerseits den US-Präsidenten bei seinem Besuch in London und hatte angeblich keine Zeit für ein Meeting mit ihm. Dafür traf sich der wahre Austrittskünstler Nigel Farage mit Donald Trump, welcher sich diesbezüglich auf seinem Himmelfahrtskommando noch immer sehr optimistisch gibt.

Damit wenden wir uns heute den internationalen Aktienmärkten zu:

Die chinesischen Aktien waren schon in der Nacht vor der Börseneröffnung schwach und starteten mit der gleichen Motivation in den Tag hinein. Insbesondere der technologielastige „Shenzhen Composite“ gab deutlich nach. Aber ausgerechnet im problembeladenen Europa lief am zweiten Tag hintereinander wieder einmal alles ganz anders. Hier gingen aus wirtschaftlich völlig unerfindlichen Gründen die Börsen nach oben. Doch im Hintergrund ziehen lediglich die Zentralbanken an den Fäden der einzelnen Märkte, bis man sie kurz vor ihrer eigenen Implosion fallen lässt. In den USA schaffte es die Nasdaq, die gestrigen Verluste wieder auszugleichen, welches einem Wunder gleichkam. Am frühen Nachmittag zog man in einem Akt, den man nur als Manipulation identifizieren kann, die US-Märkte mit einer senkrecht ansteigenden Kurve wieder nach oben. Mit diesem größten Short-Squeeze (einer gezielten Zerstörung von Wetten auf fallende Aktien) seit der ersten Kalenderwoche in diesem Jahr, bog man sich den besten Tag für die US-Aktien seit 5 Monaten zurecht. Aber Nachhaltigkeit sieht anders aus. Die FANG-Aktien (Facebook Amazon etc.) holten interessanterweise nur die Hälfte ihrer Verluste aus den letzten Tagen zurück und deshalb könnte man durchaus der Meinung sein, dass die Technologieblase geplatzt ist. Mit dem Bloomberg-Dollar-Index ging es vier Tage lang hintereinander nach unten und insgesamt entfernte sich der US-Aktienmarkt immer weiter mit einem neuen Rekordwert von der wirtschaftlichen Realität.

Der Absturz der US-Automobilverkäufe im Mai konnte nur durch die übliche verstärkte Lagerhaltung und die Auffüllung von Fahrzeugflotten gestoppt werden. Das wird sich spätestens im Juli rächen. Durch die Überschwemmungen in den USA können sehr große Ackerflächen in diesem Jahr überhaupt nicht bestellt werden, welches zu Versorgungsengpässen im nächsten Winter führen könnte.

Last but not least konnte Venezuela ein mit Gold besichertes Swap-Geschäft (Tauschgeschäft) mit der Deutschen Bank in Höhe von 750 Millionen Dollar nicht bedienen, weil die Währungsreserven dafür nicht ausreichten. Dies führte zur Konfiszierung des Goldes durch die Deutsche Bank.

Am 6. Juni 2019: Die von Brüssel angedrohte Strafe in Höhe von 3,5 Milliarden Euro gegen Italien wegen des Verstoßes gegen das EU-Haushaltsgesetz, ist jedoch ein stumpfes Schwert. Italien befindet sich wirtschaftlich gesehen nicht auf einer Stufe wie Griechenland oder Portugal. Es könnte nach einer Entschuldung (d.h. einem Austritt aus der EU) zumindest für eine gewisse Zeit mit einer eigenen neuen Währung wirtschaftlich unabhängig agieren. Es erwirtschaftet nämlich im Gegensatz zu den anderen Kandidaten einen Handelsüberschuss und Rom zahlt unter dem Strich auch etwas in die EU-Kasse ein. Außerdem sollte man Bedenken, dass Frankreich nur leicht besser dasteht, als Italien, aber ungerechterweise nach den gleichen Maßstäben wie Deutschland behandelt wird.

Die chinesische Zentralbank reagierte im Nachgang zur veröffentlichten Übernahme der Baoshang Bank mit der Aussage, dass keine weiteren Übernahmen zur Stützung von Banken geplant wären und dass man sich keine Sorgen machen müsse. Wenn dem tatsächlich so wäre, dann müsste man dies nicht extra betonen. Im April kam es zu einem klaren Rückgang in der internationalen Luftfracht aufgrund der weltwirtschaftlichen Krise. Für Tesla läuft es in seinem wichtigsten Markt China überhaupt nicht gut, weil es jetzt auch noch vollends in die Mühlen des Handelskriegs geraten könnte. In der Kritik stehen die aktuellen Rabatte des Elektroautoherstellers in China, zu denen auch ein kostenloses Autokennzeichen für 3 Jahre gehört. Dies könnte rechtlich äußerst problematisch sein.

Damit kommen wir zum Geschehen an den internationalen Börsenmärkten:

Die Entkopplung zwischen den US-Aktien und der tatsächlich Wirtschaft nahm immer weiter zu und befindet sich inzwischen auf einem Rekordniveau. Zum gestrigen Handelstag an den US-Aktienmärkten gibt es scheinbar eine alte Börsenweisheit, welche sich erneut bewahrheitete: Zum Aufstieg verwenden die Aktien die Treppe und zum Abstieg den Lift. Der gestrige Tag mit 2 % Wachstum war also kein gesunder Börsentag in den USA, sondern ein absolut besorgniserregender Vorgang.

Die chinesischen Aktienmärkte erlebten kurz nach der Börseneröffnung einen Panikkauf, doch das brachte im weiteren Verlauf des Tages nichts. Die chinesischen Aktien gingen bis zum Börsenschluss knapp unter das Ausgangsniveau zurück. Auch die europäischen Aktien legten nicht mehr ganz so stürmisch zu, wie an den beiden vergangenen Tagen. Die US-Aktien erweiterten ihre Gewinne etwas, aber die kleinen Aktientitel landeten nach ihrem Aufstieg in den letzten Tagen schon wieder im roten Bereich, weil der Short Squeeze (das Auspressen der Wetten auf fallende Aktien) an Kraft verlor. Die amerikanischen Aktien wurden erneut um 15 Uhr Ortszeit massiv verkauft und das gab es bereits am Montag zur gleichen Uhrzeit. Ein anderes Muster wiederholte sich zum dritten Mal, und zwar waren die US-Aktien 10 Minuten vor Börsenschluss abgefallen und damit billiger. Das durfte aber nicht sein, weshalb sie kurzerhand im Preis hinaufgezogen wurden. Auch der Bloomberg-Dollar-Index stieg erstmals wieder an und der Auslands-Yuan gab auf der Gegenseite entsprechend nach. Der Gesamtmarkt der Kryptowährungen suchte noch immer bei 245 Milliarden Dollar einen Boden und deshalb wird der nächste Anstieg wieder sehr heftig ausfallen. Der Bitcoin kostete 7.713 Dollar und der Litecoin 102 Dollar. Silber kostete wieder etwas mehr, und zwar 425 Euro das Kilo und Gold befindet sich mit 1.334 Dollar pro Unze in einem beginnenden Höhenflug. Der WTI-Ölpreis lag bei 52,09 Dollar pro Fass und die einzige Frage zu diesem Thema war die, wann wir an der Tankstelle davon profitieren dürfen?

Fiat-Chrysler nahm sein Übernahmeangebot an die Peugeot-Gruppe wieder zurück, weil der französische Staat angeblich nicht mitziehen wollte. Die Chinesen kündigten den US-Farmern drohend an, dass er schwer werden dürfte, wenn man sie als Abnehmer verlieren würde. Sie kündigten an, sich nach anderen Lieferanten umzuschauen. Etwas witziger war aber ihr Konter in Sachen UFOs. Diese tauchen in den US-Leitmedien seit bald hundert Jahren zur Einschüchterung der eigenen Bevölkerung immer in Krisenzeiten auf. Das wissen die Chinesen und veröffentlichten die angeblichen Fotos neuester chinesischer Waffen um die US-Regierung einzuschüchtern. Ob dies klappt, darf man bezweifeln, weil sie wohl nicht auf ihre eigenen Tricks hereinfallen werden.

Gar nicht witzig sind die um 50 % angestiegenen französischen Waffenlieferungen an Saudi-Arabien. Die vermeintlichen  Spannungen um den Iran dürften mittlerweile als vollkommen erledigt betrachtet werden, weil der Westen wohl zur Erkenntnis gelangte, dass der Iran mit der Straße von Hormus die Halsschlagader des Welthandels kontrolliert. Das kann selbst die US-Navy nicht verhindern. Der Ölpreis könnte in einem solchen Konflikt auf bis zu 200 Dollar ansteigen und damit die Weltwirtschaft vollständig lähmen.

Donald Trump kündigte weitere Zölle auf chinesische Waren an und parallel nahmen die US-Exporte nach China immer weiter ab. Sie erreichten einen neuen Tiefpunkt, welcher seit neun Jahren nicht mehr erreicht wurde. Diese Meldung ließ auch die amerikanischen Aktien nicht kalt und ihre Kurse neuen purzelten. Auch die Aktie der Deutschen Bank ging heute wieder auf Talfahrt in die Todeszone mit 5,93 Euro.

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