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Julian Assange wurde heute in der Botschaft Ecuadors verhaftet

Nachdem sich in den letzten Tagen und Wochen die Gerüchte immer mehr verdichtet hatten, ist heute Vormittag Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London verhaftet und in einem Van abgeführt worden. Ecuadors Staatspräsident Lenin Moreno gewährte den britischen Behörden den Zutritt in die exterritoriale Botschaft und dies ermöglichte diese spektakuläre Verhaftung. Sein Amtsvorgänger Rafael Correa bezeichnete deshalb heute Moreno als den größten Verräter Ecuadors und Südamerikas. Die britische Polizei ermöglichte heute ein Auslieferungsersuchen der USA, weil im Bundesstaat Virginia Anklage gegen ihn erhoben werden soll. Bei seiner Verurteilung drohen ihm bis zu 5 Jahre Gefängnis. Er hatte 2010 zusammen mit Chelsea Manning streng geheime Informationen durch einen Online-Zugriff auf einen Regierungscomputer in den USA erhalten.

Julian Assange oder Wikileaks als verlängerten Arm der Russen darzustellen, ist ein klares Ablenkungsmanöver von etwas, welches früher gemeinhin als Journalismus bezeichnet wurde. Investigativer Journalismus ist nicht möglich, wenn man an keine geheimen Informationen herankommt. Normalerweise dürfte in einer Demokratie die Regierung keine Geheimnisse vor ihrer Bevölkerung haben, dann bräuchte man zumindest gegenüber dem Staat auch keinen investigativen Journalismus. Doch der Staat hält sich nicht an die ihm vorgegebenen Gesetze und hatte selbst auch in diesem Fall hinter den Kulissen seine Kontakte spielen lassen, damit es in Ecuador nicht zu einer für das Volk vorteilhaften politischen Veränderung kam. Der frühere Staatspräsident Rafael Correa war den Amerikanern zu linkslastig und bezüglich der Verhaftung von Julian Assange ganz klar im Wege. Demzufolge wurde er mittelfristig durch den treuen Gefolgsmann der Amerikaner Lenin Moreno ausgetauscht. Nur mit ihm war dieser unrechtmäßige Coup heute in der Londoner Botschaft möglich. Wenn die Russen und Chinesen künftig ähnliches machen können, wenn ihnen ein Journalist nicht zusagt, dann gibt es bald überhaupt keine echten Nachrichten mehr. Und darauf läuft es bereits längst hinaus.

Kaum war Assange verhaftet, als sich auch schon Schweden meldete und seinen Fall einer möglichen Vergewaltigung wieder auftischte. Das dürfte wohl so weitergehen, wenn wir uns nicht in einer Art Götterdämmerung befinden würden. Mich erinnert der Fall Julian Assange sehr stark an die Verurteilung der Dissidenten am Ende des Dritten Reichs, weil man ahnte, dass sie nach dem Untergang als Helden verehrt werden könnten. Wir haben es seit Jahrzehnten mit dem Untergang des US-Imperiums zu tun, welches seit einigen Jahren überhaupt nichts mehr auf die Reihe bekommt. Inzwischen stehen sämtliche Indikatoren auf Untergang und da will man kurz vor dem Ende auch noch sämtliche Rechnungen mit seinen ärgsten Widersachern begleichen. Die Leitmedien haben damit wieder eine große Show, um von der weltwirtschaftlichen Realität abzulenken. Diesen Schauprozess müssen wir noch über uns ergehen lassen, aber Julian Assange wird nicht sein restliches Leben in einem US-Gefängnis verbringen müssen.

Mittlerweile sitzt Julian Assange im Southwark Crown Court und wartet noch auf seine Verteidiger. The show will go on.

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