Privacy Policy Lehren aus der Weltwirtschaftskrise 1929 - Teil 3 | AG News

Lehren aus der Weltwirtschaftskrise 1929 – Teil 3

Im Dezember 1932 organisierte der Völkerbund mit Sitz in Genf in der Schweiz eine Konferenz zur Stabilisierung der Weltwirtschaft in London, und zwar unter der Leitung der BIZ in Basel sowie der damals noch tonangebenden Bank of England. Die Bank für den internationalen Zahlungsausgleich BIZ wurde 1930 zur zentralen Bank der Zentralbanken ernannt, um die Zahlungen der Schulden (dem einzigen Sinn dieses Kriegs) aus dem Ersten Weltkrieg zu überwachen. Sie war später ein Instrument zur finanziellen Unterstützung Deutschlands vor und während des Zweiten Weltkriegs, weil Hitler wie bereits geschrieben kein Geld mitbrachte. An der Wirtschaftskonferenz in London nahmen insgesamt 64 Länder teil. Den Vorsitz übernahm der britische Premierminister und der König eröffnete diese Veranstaltung sogar persönlich. Das Komitee für Geldpolitik dieser Konferenz verfasste schon bald eine Resolution folgenden Inhalts:

Diese Konferenz sieht es als für sehr wichtig an, dass unabhängige Zentralbanken mit der entsprechenden Macht zur Gestaltung der Geld- und Kreditpolitik einen internationalen Goldstandard einführen und ihn dann auch betreiben. Damit dies möglich ist, müssen in allen Ländern, welche zurzeit noch über keine eigene Zentralbank verfügen, solche gegründet werden. Damit war der eigentliche Zweck dieser Konferenz ziemlich klar beschrieben worden.

Der damals neue aber nicht erste Goldstandard sollte die fundamentale Rolle im Zahlungsausgleich der beteiligten Länder übernehmen. Damit sollte den beteiligten Ländern (also alle) die Hoheit über die Geld- und Finanzpolitik geraubt werden, was dann auch etwas später tatsächlich geschah. Doch damals stellten sich ihnen noch zwei Widersacher in den Weg, wobei insbesondere der zweite Widersacher etwas mächtiger und bekannter war. Der erste Widersacher hieß Kurt von Schleicher und wurde einfach übergangen, weil er sich nicht kaufen ließ und deshalb nach nur 70 Tagen Amtszeit durch Adolf Hitler ersetzt wurde. Dieser machte unter der Kontrolle des aus London gesteuerten Bankiers Hjalmar Schacht dieses böse Spiel des Zentralbanksystems mit. Schleicher wurde im Zuge des Röhm-Putsches ein Jahr später zusammen mit seiner Frau im eigenen Haus erschossen. In den USA hatte der Präsidentschaftskandidat Franklin D. Roosevelt bereits im Wahlkampf den Banken an der Wall Street den Kampf angesagt. Deshalb sollte auch er noch vor seinem Amtsantritt am 15. Februar 1933 durch ein Attentat aus dem Weg geräumt werden. Doch die Geistesgegenwart einer Frau in Miami verhinderte dies, weil sie dem Attentäter (einem anarchistischen Freimaurer) dessen Waffe aus der Hand schlug und der dabei ausgelöste Schuss den Bürgermeister von Chicago Anton Cermak traf. Er starb 3 Wochen später dennoch an seinen schweren Verletzungen. 

Ohne die Leiche von Roosevelt hatte diese Konferenz ein echtes Problem, weil sich die damaligen USA diesem von der Londoner Konferenz vorgeschlagenen globalen Zentralbanksystem widersetzten. Roosevelt erkannte durchaus die Notwendigkeit eines neuen internationalen Finanzsystems, aber nicht unter der Oberhoheit der Zentralbanken im Dienst der Oligarchen. Er wollte ein System freier und unabhängiger Staaten, welche sich zunächst aber erst einmal wieder wirtschaftlich erholen mussten, bevor sie hehre Pläne schmieden konnten. Im Mai 1933 löste sich die Londoner Konferenz schließlich wieder auf, weil ihr Roosevelt mit Fug und Recht vorwarf, dass sie nicht die echten Probleme in der damaligen Weltwirtschaftskrise angehen wollte. Er kritisierte ferner auch das viel zu enge Korsett eines neuen Goldstandards mit fixierten Wechselkursen und einer nur kurzfristig währenden Stabilität, welche die Weltwirtschaftskrise sogar noch verfestigt hätte. Er forderte einen langfristig harten Dollar und war davon überzeugt, dass dies auch für die anderen Länder von Vorteil wäre. Die Briten gaben daraufhin eine offizielle Erklärung ab, in welcher sie folgerichtig die Konferenz für sinnlos erklärten, weil Amerika an keiner Stabilisierung der Wirtschaft interessiert wäre. Was einfach nicht stimmte. Die Londoner Konferenz wollte nur ein globales Zentralbanksystem unter Zuhilfenahme der Krise installieren und Roosevelt konnte es nur aufhalten, aber letztlich nicht vollständig verhindern.

Schon in seiner Antrittsrede am 4. März 1933 wurde Roosevelt theatralisch und sah die Geldwechsler aus dem Tempel fliehen, weil er ihn wieder zu dem machen wollte, was er früher einmal war. Moral und Gesetz sollten wieder eindeutig über dem Geld stehen. Wir kommen später noch einmal auf dieses Thema des religiösen Hintergrunds des Geldes zurück, weil es an dieser Stelle zu weit führen würde. Jedenfalls erklärte er der Wall Street auf unterschiedlichen Ebenen ganz offen den Krieg. Er unterstützte die Kommission von Ferdinand Pecora, welche einige tausend Bankiers ins Gefängnis brachte und die ganzen Hintergründe über die oberste Garde der Wall Street Bankiers ans Tageslicht brachte. Sie lösten nach Aussage ihrer Untergebenen gezielt die große Depression aus, indem sie Politiker bestachen und den Faschismus tatkräftig förderten. Faschismus ist in diesem Kontext die Machtübernahme im Staat durch Oligarchen und Monopolisten. Sie hat also wenig mit rechts oder links zu tun, denn das ist nur Marketing oder Verkaufspsychologie. Pecora nannte erstmals auch den Deep State beim Namen, indem er sagte, dass ein paar wenige Bankiers an den Finanzquellen von Staat und Wirtschaft mehr Macht besäßen als jede andere Gruppe in den USA.

Wird fortgesetzt: Wie die Wall Street den New Deal sabotierte

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