Privacy Policy Lehren aus der Weltwirtschaftskrise 1929 - Teil 4 | AG News

Lehren aus der Weltwirtschaftskrise 1929 – Teil 4

Die Erfolge von Ferdinand Pecora wurden von der damaligen US-Presse noch richtig aufgesogen und dies veranlasste Roosevelt zu weiteren Taten in dieser Richtung. Er förderte die Trennung der Banken durch den Glass-Steagall-Act, die Neuorganisation des Insolvenzrechts und die Gründung der Börsenaufsicht SEC (Security Exchange Commission). Außerdem entmachtete er erstmals seit ihrer Gründung 1913 die aus London ferngesteuerte Federal Reserve, indem er einen ihm genehmen Mann zum Vorsitzenden ernannte. Es handelte sich dabei um den Industriellen Mariner Eccles, dessen Namen das heutige Gebäude der FED in New York noch immer trägt. Die FED hatte fortan den amerikanischen Staatsinteressen zu folgen und sie erhielt ähnlich wie in Deutschland zur damaligen Zeit auch noch eine Konkurrenz. Es handelte sich dabei um die RFC (Reconstruction Finance Company), welche in den dreißiger Jahren das führende Kreditinstitut zur Finanzierung der Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und damit Arbeitsbeschaffung in den USA war.

Bis heute noch gescholten wird Roosevelt hauptsächlich von den Bankiers für die Abschaffung des Goldstandards, welcher damals jedoch ausgerechnet zwei Jahre zuvor von den Briten aufgegeben wurde. Der Goldstandard engte die Geldmenge zugunsten der Geldstabilität der Reichen ein und bremste damit zugleich aber auch die Wirtschaftsleistung deutlich ab. Und daran hätte sich weder in den USA noch in Deutschland unter dem harten Joch der Zentralbanken weiterhin nichts geändert. Die USA wurden bis 1929 systematisch ausgeraubt und ohne eine Währungsreform auf dem Rücken der Bevölkerung hätte sich wirtschaftlich mittelfristig nicht mehr sehr viel bewegt. Der Besitz von Gold wurde 1933 in den USA verboten und deshalb vom Staat konfisziert. Die Goldbesitzer wurden zwar mit Papierdollars dafür entschädigt, aber anschließend durch die Verdopplung des Goldpreises wurde dieses Geld zur Hälfte entwertet. Gleiches plant man übrigens auch demnächst in Europa. Schließlich muss immer nach einem verheerenden Saufgelage die gesamte Rechnung bezahlen. Ein Fakt, welcher auch in den Kinospielfilmen von Hangover niemals zur Sprache kam. Deshalb legte ich rechtzeitig meine Buchreihe “Ausgeraubt” auf, damit Sie haarklein nachlesen können, wann Sie in den letzten 3 Jahren wo unwissend beklaut wurden.

Ferner führte Roosevelt auch wieder Handelszölle ein, um den räuberischen Freihandel zu beenden. Schutzzölle auf landwirtschaftliche Produkte aus den USA sollten damals den Farmern wieder auf die Beine helfen. Falls Ihnen das alles irgendwie ganz bekannt vorkommen sollte, dann wäre es jetzt an der Zeit über den von unseren Leitmedien so glühend verteidigten Freihandel einmal etwas genauer nachzudenken. Welcher Oligarch sollte auch nur das geringste Interesse an einem echten Freihandel haben? Doch wohl nur ein völlig dementer, total verblödeter oder restlos gescheiterter Oligarch! In einer Rede sagte Roosevelt dann auch ganz klar, dass sich das Bankensystem dem staatlichen Interesse unterordnen müsse. So etwas hörte man zumindest in den sogenannten westlichen Staaten bis heute von keinem Staatsoberhaupt mehr. 

Um die Enteignung der amerikanischen Bevölkerung 1933 durchführen zu können, wurden die Banken ohne Ankündigung geschlossen (Bank Holiday), damit man nichts mehr abheben konnte. Nachdem Roosevelt die Fesseln der Zentralbanken beseitigt hatte, konnten sich die Banken langsam wieder erholen. Schon 31 Tage nach der Wiedereröffnung waren 75 % der Kreditinstitute wieder geöffnet und es wurde die Einlagensicherung FDIC gegründet. D.h. damals waren sämtliche Bankeinlagen ungesichert und wer kein Gold oder Silber angespart hatte, was damals durchaus noch üblich war, der saß vollkommen auf dem Trockenen. Ungefähr 4 Millionen Menschen kamen durch die Maßnahmen des New Deal 1933 sofort wieder in Lohn und Brot. Außerdem wurden hunderte von Schulen, Bibliotheken und Krankenhäusern gebaut. In der Zeit von 1933 bis 1939 wurden insgesamt 45.000 Infrastrukturprojekte realisiert. Dadurch nahm zum Beispiel das Analphabetentum in Tennessee von 80 % auf 20 % in der Zeit von 1932 bis 1950 ab und rassistische Hinterhöfe im Süden des Landes wurden zu späteren Gewerbegebieten der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie.

Die Wall Street bekämpfte den New Deal jedoch auf allen nur erdenklichen Ebenen. So wurde zum Beispiel die Civil Works Administration von Budgetdirektor Lewis Douglass (einem Untergebenen von J.P. Morgan) schon 1934 wieder aufgelöst, welches den 4 Millionen Menschen des Vorjahres schon wieder den Arbeitsplatz kostete. Es handelte sich dabei um ein staatliches Beschäftigungsprogramm, d.h. Beschäftigte des Staates für besondere Zwecke, für den harten Winter von 1933/1934. Auf allen Ebenen bekämpfte die Wall Street einen möglichen Aufschwung der USA, d.h. insbesondere natürlich auch über die von ihnen beherrschten Wege bei der Kreditvergabe. Sie stahlen also zunächst das Geld der Bevölkerung und liehen es später nicht einmal in ausreichendem Umfang mit Zinsen wieder an die Wirtschaft aus. Was soll man dazu noch sagen? Alleine schon die Kreditvergabe der New Yorker Banken an die Wirtschaft sank von 38,1 Milliarden Dollar in 1929 auf 20,3 Milliarden Dollar im Jahr 1935. Die gleichen Banken schränkten gleichzeitig auch den finanziellen Spielraum der amerikanischen Regierung nach 1929 ein. Zudem redete der Finanzminister 1937 Roosevelt erfolgreich ein, vorzeitig mit dem staatlichen Investitionsprogramm aufzuhören. Angeblich sollte damit getestet werden, ob die Wirtschaft schon wieder auf eigenen Füßen stehen kann. Doch jeder mit einem gewissen Restverstand hätte erkennen müssen, dass das nicht funktionieren konnte. Haut man einem Genesenden zu früh die Krücken weg, dann kann er natürlich noch immer nicht richtig gehen. Der Industrieproduktionsindex sank infolgedessen von 110 auf 85 und die Auslastung der Stahlindustrie ging von 80 % auf 19 % zurück. Zwei Millionen Arbeitsplätze gingen durch diesen Humbug verloren und der Dow büßte 39 % seines Werts ein. Und genau diejenigen, welche solche Dinge taten, finanzierten gleichzeitig aber den Faschismus in Europa. Prescott Bush wurde übrigens 1942 vor Gericht gestellt und dafür verurteilt, dass er Geschäfte mit dem Feind machte.

Die Wall Street beschränkte sich dabei nicht nur auf Boykottmaßnahmen, sondern plante sogar den ganz großen Coup in Washington. Bei einer Anhörung vor dem Kongress in Washington am 20. November 1934 sagte Generalmajor Smedley Butler aus, dass er im Sommer 1933 an der Spitze der von der Wall Street finanzierten American Legion mit 500.000 Mitgliedern die Macht in den USA als Diktator übernehmen solle. Man habe damals sogar ein Konzept zum Ersatz des New Deal entwickelt, welches sich die American Liberty League nannte. Diese Organisation wollte die USA aus dem Zweiten Weltkrieg heraushalten, weil die Briten ursprünglich einen anderen Plan mit den Faschisten in Europa verfolgen wollte. Dies ist insofern glaubwürdig, als die Bankiers auch bereits in der Vergangenheit mit ihrem Instrument des Regimewechsels mitunter das genaue Gegenteil dessen erreichten, was sie eigentlich bezweckten. Das war mit der Oktoberrevolution in Russland der Fall und auch mit der Machtübernahme durch Hitler in Deutschland. Lenin nahm das Geld der Kapitalisten gerne für seine Zwecke in Empfang und Hitler eben auch, weil er anderes im Schild führte. Irgendwann sagten sich beide schließlich von den Bankiers los und dann waren sie plötzlich die Gegner. Mit dem Tod Roosevelts und wenige Tage mit dem von Hitler, hatten die Bankiers endlich wieder freie Bahn, zumindest im Westen. Die Sowjetunion besiegten sie aber erst im Jahr 1991 für knapp zehn Jahre, bis Putin kam und alles wieder veränderte. Auch die Mitglieder der American Liberty League suchten sich nach dem Zweiten Weltkrieg neue Betätigungsfelder und tauchten in der Form verschiedener antikommunistischer Organisationen in den USA im kalten Krieg schon bald wieder auf. Sie übernahmen die Führung in verschiedenen Etagen der Macht in Washington und sind heute unter den Insidern als der Deep State bekannt.

Sie bestimmten die Nachkriegsordnung mit Organisationen wie der UNO, der Weltbank und dem IWF bis heute. Der neue grüne New Deal hat also überhaupt nichts mit dem wirklichen New Deal von Roosevelt zu tun, weil er ausgerechnet von einer Zentralbank stammt. Gerade die älteste klassische Zentralbank der Welt, die Bank of England, hat mit der Umwelt und dem Wohlergehen der Bevölkerung in etwa so viel zu tun, wie ich mit der Formel 1: nämlich gar nichts! Man verspürt lediglich die nicht ganz unbegründete Angst im Nacken, dass die Chinesen mit ihrem New Deal der neuen Seidenstraße deutlich erfolgreicher sein könnten, insbesondere bei einem drohenden Crash des Finanzsystems.

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