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Spannend bis zum letzten Tag des Jahres

Auch im letzten Jahr kam die Liquiditätskrise genau an Heiligabend in den USA an und vermasselte etlichen Anlegern die Weihnachtsferien. In diesem Jahr könnte dies durchaus auch wieder der Fall sein, obgleich man nun vorgewarnt ist. Die Situation am US-Repo-Markt hat sich zwar nicht mehr wie erwartet verschlechtert, dafür brechen jedoch ganz andere Risse in der Weltwirtschaft auf. Zu ihnen zählt zum Beispiel der WTI-Rohölpreis, welcher bis gestern auf 61 Dollar pro Fass anstieg. Zuvor bekam er in den letzten Monaten immer die Schwindsucht, aber dieses Mal könnte er durchaus zu neuen Höhenflügen ansetzen, obwohl die wirkliche Nachfrage nach Öl sinkt. Es handelt sich dabei um einen der zahlreichen Nebeneffekte des frischen Geldes der Zentralbanken, welches zum Handel mit Rohöl oder besser gesagt zu dessen Preismanipulation verwendet wird. Zumindest bis gestern hatte dies hier am Bodensee noch zu keinen nennenswerten Preiserhöhungen an der Tankstelle geführt, weil die Gesamtnachfrage rasch darunter leiden würde und das können sich die hoch verschuldeten Energiekonzerne nicht leisten. Sie brauchen jeden Umsatz und deshalb schwanken die Benzinpreise täglich ganz ordentlich. Schließlich zahlt immer der Verbraucher am Ende des Tages den Preis des wilden Gelddruckens.

Zum Jahreswechsel wird auch im Januar in China absehbar das Bargeld wieder knapp werden. Das war ebenfalls bereits zu Beginn des laufenden Jahres der Fall gewesen und die Chinesen warfen ebenfalls noch einmal ihre Geldmaschinen auf vollen Touren an. Nach dem historischen Bruch des US-Repo-Marktes ist jedoch der Transmissionsriemen der Geldmaschinerie erkennbar angerissen und auch in China ist man diesbezüglich langsam mit seinem finanziellen Latein am Ende. Die klammen Banken bieten dort mittlerweile sogar das knapp gewordene Schweinefleisch als Lockmittel an, falls man sein Geld anlegt. Wir haben deshalb noch eine wilde Woche bis Silvester vor uns und einen noch viel abenteuerlicheren Ritt über den Bodensee im ersten Quartal vor uns liegen. Die Schulden der Staaten und Unternehmen haben Ausmaße angenommen, welche nur noch mit bestens funktionierenden Gelddruckmaschinen zu bewältigen wären. Doch dies ist für die Chinesen seit Jahresbeginn und für die USA seit dem 16. September nicht mehr im notwendigen Umfang möglich. Sicherlich kann man als bildlicher Vergleich mit einem reparaturbedürftigen Auto noch in den Skiurlaub nach Österreich fahren, aber es könnte insbesondere dann ziemlich teuer werden, wenn das Auto im Ausland seinen Geist aufgibt. Damit wären wir in diesem Zusammenhang auch schon beim Thema Reisen in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten angekommen und hier gilt nach wie vor die ganz klare Warnung, dass man die Landesgrenzen nicht mehr ohne Not verlassen sollte. Die FED hat selbst eine mögliche Finanzkrise im ersten Quartal des nächsten Jahres eingeräumt und dies hängt mit der nur noch eingeschränkten Schuldenaufnahme zusammen. Daran wird sich auch nichts mehr ändern, weil man erst eine Währungsreform durchführen müsste, um einen wirtschaftlichen Neustart durchführen zu können. Der optimale Zeitpunkt wäre der 1. Januar des nächsten Jahres gewesen, doch aus schierer Angst hat man diesen Plan scheinbar wieder aufgegeben. Sollte das Finanzsystem im ersten Quartal wie erwartet zerbrechen, dann steht man zum Beispiel als Reisender in Afrika vor einem erheblichen Problem, weil dann keiner mehr Geld hat, um gestrandete Urlauber zurück in die Heimat zu bringen. Bis neue Währungen auf den Weg gebracht wurden, ist man in Afrika schnell sein Übergewicht los und das ist dann gar nicht mehr witzig. Doch absehbar ist noch das kleinste Problem.

Der Wirtschaftsblogger Dimitry Orlov sieht Parallelen zum Zusammenbruch der Sowjetunion im August 1998, als Boris Jelzin am 14. August noch sagte, dass alles in Ordnung wäre und schon 3 Tage später der Rubel um 66 % gegenüber dem Dollar abgewertet wurde. Orlov stellte unabhängig von mir die gleiche Rechnung über den noch verbliebenen finanziellen Spielraum der amerikanischen Notenbank FED auf und kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Sollte kein Wunder mehr passieren, dann müssen wir mit einem baldigen und abrupten Absturz des Finanzsystems rechnen. Der steigende Ölpreis (bei der Niederschrift dieser Zeilen fuhr gerade ein Heizöllieferant vorbei) wird den Niedergang der Weltwirtschaft nur noch beschleunigen. Das alte Finanzsystem befindet sich in seinen letzten Zügen und außer den Bremsmanövern der Zentralbanken ist nichts mehr zu machen. Es ist deshalb mit hektischen Aktionen seitens der Politik im neuen Jahr zu rechnen, welche das Problem aber nur noch verstärken werden. Die Idee mit der grünen Umweltrevolution war ein Flop allererster Güte, welcher gerade hier in der ersten Stadt der Republik mit einem Klimanotstand inzwischen als Rohrkrepierer in alle Richtungen kräftig losgeht. Man glaubt bei den Machthabenden immer noch vergeblich an die Macht der Worte, welche jedoch nur mit vollem Magen Früchte tragen. Sobald die Geldbeutel erst einmal vollkommen leer sind, wird das mit dem Regieren auch hierzulande etwas schwieriger werden. Davon kann Emmanuel Macron inzwischen ein französisches Lied singen, welchem in dieser Woche sogar der Stromstecker seiner Zentralbank gezogen wurde. Das hatten die Gewerkschaften zu verantworten und sie rechtfertigten das auch mit dem Unmut der Pensionäre. Während es in Frankreich langsam in einen Volksaufstand mündet, wird es bei uns wieder ein blitzartiger Zusammenbruch werden. Man sollte sich deshalb jetzt schon einmal fragen, wie konnte es schon wieder dazu kommen und sollte man das nicht ein für alle Mal für die weitere Zukunft verhindern?

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