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Tourismus-Marketing mit den Google Maps zwischen Theorie und Praxis

Beim Tourismusmarketing handelt es sich um die Gesamtheit aller Marketingmaßnahmen zur Bewerbung von Destinationen. Dabei unterscheiden wir zwischen den Maßnahmen am Point of Sale (Destinationen) oder der Produktpolitik und der Kommunikationspolitik. Beginnen wir mit der Produktpolitik zum Beispiel in einer Stadt. Hier fängt das Tourismusmarketing schon auf der Zufahrt an. Wird also gerade eine Zufahrtsstraße oder eine Straße in der Stadt umgebaut, dann sollte man weitläufig darauf aufmerksam machen. Auch die Hinweisschilder an den Autobahnen und Bundesstraßen sind wichtige Instrumente zur Generierung von Besucherzahlen. Hier sind die Praxis vielfach aber bundesweit so aus, dass man die Autobahn und Bundesstraße verlässt und dann aufgrund mangelnder weiterer Ausschilderung die Destinationen nur schwer oder weitaus schlimmer ist der Fall, dass man sie überhaupt nicht findet. Normale Navigationsgeräte helfen in solchen Fällen nicht unbedingt weiter und Google Maps auch nur, wenn die Destination eingetragen ist. Hier besteht bundesweit noch Nachholbedarf, wobei mit einer zusätzlichen Beschilderung noch der Kostenaufwand abzuwägen ist. Sind die Kosten zu hoch, dann sollte man sich gleich für die Digitalisierung über die Google Maps entscheiden. Das kostet weniger und hält die nächsten 100 Jahre.

 

In der Kommunikationspolitik wurde auch schon früher das geringe Budget im Tourismusmarketing in klassische Printwerbung investiert. Das kann man heute getrost streichen und sämtliche Mittel in die Online-Werbung investieren, welches größtenteils auch schon gemacht wird. Das bezieht sich dann aber hauptsächlich auf Bannerwerbung und weniger auf Social-Media-Marketing auf beispielsweise den Google Maps. Doch gerade hier kann man buchstäblich seine Konsumenten direkt ins Ziel führen. Deshalb sollte in diesem Bereich weitaus mehr investiert werden, was jedoch noch nicht der Fall ist.

 

Ähnlich wie beim Marketinginstrument von Google für KMU (kleinere und mittlere Unternehmen) namens Google My Business haben sich auch die Google Maps noch nicht überall im Tourismusmarketing herumgesprochen. Dabei handelt es sich bei Google My Business schon längst um das wichtigste Marketinginstrument im deutschen Mittelstand, welches übrigens mit der Plattform von Google Maps vernetzt wurde. Man findet deshalb auf den Google Maps nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch alle am betreffenden Ort angesiedelten Unternehmen. Darunter auch die für den Tourismus wichtigen Branchen wie Restaurants und Hotels. Was für den deutschen Mittelstand generell sehr wichtig ist, das kann wohl auch für die Tourismusindustrie keinesfalls von Nachteil sein. Und weil die Google Maps nicht nur bei den jüngeren Zielgruppen das wichtigste Navigationssystem darstellen, führen sie die Touristen direkt zu den Destinationen. Also eine bessere Tourismuswerbung wird es wohl in nächster Zeit nicht mehr geben. Dennoch habe ich in den letzten anderthalb Jahren noch keine Pioniere im Tourismusmarketing auf der Plattform der Google Maps wahrnehmen. Es wird deshalb höchste Zeit, dass sich hier etwas ändert.

 

In der Praxis sieht das jedoch noch ganz anders aus und das sehe ich mit meinen eigenen Augen bei den wöchentlichen praktischen Exkursionen durch Süddeutschland. Das Tourismusmarketing besteht dabei im besten Fall aus einem Tourist-Informationsbüro mit mäßig engagierten Mitarbeiterinnen. Wenn man Glück hat, dann sind sie aus dem betreffenden Ort und kennen sich etwas aus. Doch mit Marketing haben sie in der Regel so viel zu tun, wie ich mit der Landwirtschaft, d.h. also gar nichts. Aber genau bei ihnen laufen die ganzen Fehlermeldungen auf und könnten irgendwann behoben werden. Die meisten Städte sind nicht einmal in der Lage, den Weg vom Bahnhof in die Innenstadt richtig zu beschildern. Und mit dem Weg zurück sieht es auch nicht besser aus. Doch fehlende oder mitunter falsche Ausschilderungen führen bei den Besuchern zu Frustrationen und damit schlechten Rückmeldungen. Dieses Problem hängt vielfach damit zusammen, dass die zuständigen Touristik-Fachleute in der Regel noch nie zu Fuß in ihrem eigenen Revier unterwegs waren. Auch mit der Ausschilderung öffentlicher Toiletten verhält es sich ähnlich, weil man nicht an die Grundbedürfnisse der Touristen denkt. Mancherorts hat man sogar das Gefühl, dass man als Urlauber gar nicht willkommen ist. Mit einfachen Verbesserungen nur in diesen Bereichen würden man wahrscheinlich schon die Zufriedenheit der Besucher verdoppeln.

 

Diese beiden Themen sind der Klassiker in fast jeder Stadt in Deutschland und die ideale sinnvolle Kombination wäre die eines Tourist-Info-Büros mit einer öffentlichen Toilette. Doch selbst kann in größeren Städten mit größeren Tourist-Informationen mangels einiger weniger Schilder vollkommen ins Auge gehen. Auffallend ist überall noch immer die Verbundenheit dieser Ämter zu Informationsbroschüren aus Papier, welche nur noch altmodisch sind und die Umwelt belasten. Aber aufgrund der politischen Verbundenheit mit der lokalen Druckerei wird sich vermutlich kurzfristig nichts daran ändern. Zuvor müssten wohl die Besucherzahlen und damit die lokalen Umsätze dramatisch einbrechen, bevor man neue Wege beschreitet. Aber auch das wird noch kommen.

 

Ähnlich wie in vielen anderen Branchen hätte man auch das Tourismusmarketing längst schon vollständig digitalisieren können. Kein Mensch braucht heute noch Broschüren aus Papier in einem ansonsten völlig nutzlosen Büro ohne öffentliches WC. Von den darin ihre Zeit absitzenden Zombies ganz zu schweigen. Es wäre vielmehr ein aktiver Klimaschutz, wenn man das Papier abschaffen und die Mitarbeiterinnen auf Social Media umlernen würde. Man kann heute sämtliche Informationen bei den Google Maps ablegen und in Kombination mit einem funktionierenden kostenlosen WLAN-Netz würde das für ein echtes Wunder im deutschen Tourismus sorgen, weil diese Informationen abgefragt werden, wie ich an meinen Statistiken erkennen kann, und zwar in einem Umfang, den ich mir zuvor nicht hätte vorstellen können. Aber die wichtigste Informationsquelle zur Vorbereitung des Urlaubs ist heute eben einfach Google. Das kann man drehen und wenden wie man will, es bleibt eine Tatsache. Heute blättert kein Mensch mehr in einem Urlaubskatalog herum. Das ist viel zu langweilig und zu unergiebig. Bei touristischen Destinationen landet man bei fast jeder Suche auf den Google Maps und das ist völlig in Ordnung. Aber natürlich nur dann, wenn man dort auch entsprechend präsent ist. Doch das, was man heute noch über Städte und Gemeinden auf Google Maps findet, ist mitunter touristisch als sehr kontraproduktiv einzustufen.

 

Das beginnt bereits damit, dass nicht alle Sehenswürdigkeiten von einem Ort verzeichnet sind. Und wenn sie aufgeführt sind, dann sind mitunter die Fotos entweder falsch oder nicht animierend. Noch schlimmer ist jedoch der Fall, dass nur die Adresse und noch gar keine Fotos veröffentlicht wurden, dann sieht man rein gar nichts. Sicherlich ist Google Maps eine Plattform mit User Generated Content UGC also von den Nutzern erstellt, aber deshalb sollte man die Inhalte nicht ausschließlich diesen Nutzern oder besser gleich dem Zufall überlassen. In manchen Fällen sind es nicht nur falsche Fotos, sondern auch falsche Aussagen in den Rezensionen vorzufinden, welche für Unmut und damit dem Fernbleiben der Touristen sorgen. Der unbedarfte Suchende bekommt auf der Basis solcher Informationen ein völlig falsches Bild von einer Stadt oder Gemeinde und reist deshalb überhaupt nicht dorthin. 

 

Auch bei den Google Maps können und müssen Reiseziele vermarktet werden und dies sollte eigentlich die Aufgabe des Touristikmarketings sein. Das erledigt sich wie immer im Leben nicht von selbst. Man sollte deshalb im ersten Schritt zunächst einmal alle wichtigen Locations einer Ortschaft auf den Google Maps eintragen und sie dann auch mit den entsprechenden Fotos und Informationen versehen. Im zweiten Schritt kann man auch Rundgänge durch die Stadt zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten damit kombinieren. Durch GPS-Tracking kann man diese Touren zum Nachmachen vor Ort anbieten und bevor die Touristen überhaupt angereist sind, sie durch einen Videorundgang in die richtige Stimmung bringen, damit sie sich auch tatsächlich auf den Weg machen.

 

Wir sind als Agentur seit Anfang 2018 auf den Google Maps wortwörtlich unterwegs und haben in dieser Zeit mehr als 1,6 Millionen Zuschauer durch unsere Fotos und Informationen angelockt. Diese Zahl steigt mit zunehmender Erfahrung natürlich weiterhin an und dieses Wissen bieten wir als Agentur Ihnen natürlich gerne an. Die ganze Geschichte beginnt nämlich mit der Erfassung der Locations und das geht nicht so ohne Weiteres. Da muss man schon eine gewisse Erfahrung mitbringen. Denn mitunter sind Sehenswürdigkeiten zwar nicht auf der Karte zu sehen, aber sie sind trotzdem bei Google in einer Zwischenablage (unterschiedlicher Plattformen) schon vorhanden. Man muss sie deshalb zunächst einmal über eine Google-Suche finden und mit einem Foto erscheinen sie dann meistens auch schon plötzlich auf den Karten. Wenn sie jedoch wirklich noch komplett fehlen, dann sind sie mit unserem Ranking bei den Google Maps mitunter sofort online. Ansonsten kann es einige Zeit (bis zu 2 Wochen dauern) bis eine neue Location eingetragen ist. Die Eintragung kann aber auch einfach von Google abgelehnt werden, weil man das Formular falsch ausgefüllt hat. Diese Eintragung wird meistens durch ein aktuelles Foto beschleunigt oder überhaupt ermöglicht. 

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