Der Grund für den Verfall der Infrastruktur in der westlichen Welt

Im Rathaus in Los Angeles hatte sich kürzlich eine Mitarbeiterin mit Typhus infiziert und damit ein Thema in die Leitmedien gebracht, über welches ansonsten wenig berichtet wird. Es handelt vom sichtbaren Verfall der Innenstädte nicht nur in Los Angeles oder San Francisco, sondern auch in jeder deutschen Stadt. Egal ob in Berlin oder in einer beliebigen Kleinstadt in Baden-Württemberg, es ist einfach nicht mehr zu übersehen. Außerdem beschränkt es sich nicht nur auf die Ortschaften, sondern auch auf die Straßen zwischen den Gemeinden. Früher war der Westen ein Vorbild für alle anderen Länder der Welt, aber heute haben wir uns global angeglichen. Es soll zwar noch rühmliche Ausnahmen wie Singapur geben, aber auch dort wird nicht alles perfekt sein.

Im Sommer 1989 fuhr ich erstmals über die Transitstrecke von Hamburg nach West-Berlin und war über die Zustände auf den DDR-Autobahnen derart schockiert, dass ich am liebsten mein Auto in West-Berlin verkauft hätte und mit dem Flugzeug zurückgeflogen wäre. Auch nach der Wende war ich beruflich viel in den damals neuen Bundesländern unterwegs und kann deshalb die heutigen Zustände mit denjenigen in der DDR sehr gut vergleichen. Die Straßen in den meisten Teilen der alten Bundesländer entsprechen heute denjenigen aus der Zeit der untergehenden DDR. Ein prosperierendes Land sieht anders aus und man muss einschränkend hinzufügen, dass auch die alte Bundesrepublik zu keinem Zeitpunkt einem Wirtschaftswunderland entsprach. Man hatte einiges gemacht, aber man hätte bereits in den fünfziger und sechziger Jahren noch mehr für die Infrastruktur tun sollen.

Wenn man nicht kontinuierlich an sich selbst arbeitet, dann hat man in späteren Jahren ein großes Problem. So war es auch mit Deutschland. Wir befinden uns seit 1981 in einem wirtschaftlichen Niedergang, welcher durch die Übernahme der DDR selbstverständlich beschleunigt wurde. Ein Kranker kann keinen Schwerverletzten über lange Strecken in ein Krankenhaus schleppen. Deutschland war bereits 2001 ein Sanierungsfall, doch bis heute wurde dieses Problem immer nur weiter in die Zukunft verschoben. Jetzt sind wir absehbar an einem Punkt angekommen, an welchem sich nichts mehr verzögern lässt. Mit großen Reden lässt sich heute nichts mehr beschwichtigen. Es muss gehandelt werden und was wir an erster Stelle dringend benötigen, das ist ein neues Wirtschaftssystem. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt eine Marktwirtschaft und nur die kann uns jetzt noch retten.

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