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Über die Abschaffung der IHK in Deutschland

Bei der morgendlichen Lektüre der Januar-Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der IHK-Hochrhein-Bodensee kann man sich den Kaffee einsparen, weil man auch schon beim Lesen seinen Kreislauf in Wallung bringen kann. Die Zeitschrift bringt immer nur Reportagen über die Lieblinge ihrer Mitglieder und heute stieß mir insbesondere der Hinweis über die Kooperation mit dem Fotografen Achim Mende sehr übel auf. Man benötigt einfach keinen eigenen und teuren 360 Grad-Überblick über das Einzugsgebiet dieser IHK, weil es dies längst bei Google Maps und Google Street View viel besser und kostenlos gibt. Es handelt sich hierbei lediglich um Nepotismus, d.h. man wollte einem Günstling einen Dienst erweisen und mit den finanziellen Beiträgen der IHK-Mitglieder subventionieren. Auch die positive Aussage von IHK-Geschäftsführer Bertram Paganini über die Eröffnung eines Offline-Shops von Zalando an der Marktstätte in Konstanz war ein Schlag direkt auf die Nase aller Textilhändler in der Stadt. Unter normalen Umständen wäre das ein Grund zum Austritt aus der örtlichen IHK, aber das ist nicht möglich. Es handelt sich hierbei um eine Zwangsmitgliedschaft aus braunen Zeiten und deshalb können die IHKs tun und lassen, was ihnen in den Sinn kommt. Vom eigentlichen Sinn und Zweck sind die IHKs heute noch weiter entfernt als Zalando im Sparkassengebäude in Konstanz von seinem ursprünglichen Geschäftsmodell.

Ende des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts geben sich die IHKs weniger innovativ als die deutschen Finanzämter und das will schon einiges heißen. Die dröge Mitgliederzeitschrift hätte man längst in die Tonne kloppen können, weil sie ein reines Propagandainstrument des herrschenden Mainstream darstellt und nicht die redaktionellen Interessen ihrer Mitglieder widerspiegelt. Ihre hausinternen Umfragen haben mit der wirtschaftlichen Realität in der Region überhaupt nichts mehr zu tun. Sie sind lediglich ein verzerrtes Spiegelbild des kaum noch vorhandenen kleineren Mittelstandes, welcher durch die Machenschaften der einschlägig bekannten Seilschaften verdrängt wurde. Es ist deshalb an der Zeit, solche alten Zöpfe abzuschneiden und den Weg für Neues zu eröffnen. Das sind die Chancen einer sich über Deutschland ausbreitenden zweiten Finanzkrise, welche sowohl Zalando aus Konstanz und die IHKs aus Deutschland vertreiben werden. Und das schon ziemlich schnell, weil sich die Wirtschaftsgeschichte in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt und darüber sollte man in dieser Hauspostille berichten. Aber dafür ist es längst zu spät.   

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