Privacy Policy Vom Laien bis zum Profi: Alle haben falsch investiert | AG News

Vom Laien bis zum Profi: Alle haben falsch investiert

Vermutlich bin ich einer der ganz wenigen, welcher die Werbeprospekte am Wochenende etwas genauer studiert, bevor er sie dem Altpapier übergibt. Als Fan von Elektronikprodukten aller Art, gilt mein Interesse dabei insbesondere dem Mediamarkt und dessen regionalem Konkurrenten HEM-Expert. Letzterer machte am vergangenen Wochenende wieder einmal Werbung für eine Neueröffnung und meinte damit in der Vergangenheit immer nur einen Grund zu einem Sonderverkauf in Singen. Denn weder bei ihm noch beim Mediamarkt wurde in den letzten 10 Jahren kaum etwas renoviert, sondern lediglich zu solchen Anlässen anders sortiert. Diese Sonderverkäufe begannen nach der ersten Finanzkrise und legten sich erst in jüngster Vergangenheit wieder, weil sie vermutlich nichts mehr brachten. Der Elektronikmarkt ist definitiv rückläufig, weil die Preise quer durch alle Produktbereiche fallen. Für einen HP Desktop zahlte man vor drei Jahren noch 600 Euro und heute bekommt man das gleiche Modell für die Hälfte. Aber bei genauerem Hinschauen handelte es sich bei der HEM-Expert-Werbung tatsächlich um die Eröffnung einer komplett neuen Filiale in Buchen ganz im Norden von Baden-Württemberg. Wenn das bei Google zugeordnete Foto von diesem Markt korrekt ist, dann hat man dafür sogar noch extra neu gebaut. Ich wusste zuvor gar nicht, dass es nur 9 HEM-Expert-Märkte gab, aber jetzt waren es zehn und das zu Beginn einer großen Krise. Für eine solche Fehlinvestition musste man entweder bewusstseinserweiternde Drogen zu sich nehmen oder einfach komplett verrückt sein.

 

Schließlich kämpft der Marktführer Mediamarkt gerade an seinem 40. Geburtstag an allen Ecken und Enden einen aussichtslosen Kampf und auch Saturn befindet sich vollkommen in der Defensive. Die Gründe hierfür sind ganz offensichtlich und deshalb leicht zu ermitteln. Man muss sich dafür nur sein eigenes Konsumverhalten in dieser Produktsparte in Ruhe vor Augen führen. Früher war ich ein sehr guter Kunde der beiden Mediamärkte in Singen und Konstanz. Doch irgendwann kaufte ich bei Ebay einen PC, weil er dort erheblich günstiger und später auch bei Amazon nicht nur meine Bücher ein. Es war einfach bequemer und kostengünstiger war. Im Internet gibt es Lockvögel am laufenden Band und deshalb ist es für die stationären Händler ein sinnloses Unterfangen. Erst kürzlich hatte ich noch einen ganz seltenen Paradiesvogel in Babenhausen entdeckt und zwar einen SABA-Elektrohändler (das waren Fernseher aus dem Schwarzwald) aus der ersten Generation noch vor den Elektronikmärkten auf der grünen Wiese vor der Stadt. Der Laden befand sich noch im Originalzustand, war aber nicht mehr in Betrieb. Heute hat man vor dem Schaufenster in Babenhausen mit dem Smartphone die Möglichkeit, sich im Internet alle möglichen Elektronikprodukte zu kaufen. Die Auswahl ist schier unendlich und nach 2 Tagen ist das Eingekaufte mitunter schon zu Hause angeliefert worden. Mit der Produktpalette eines großen Internethändlers kann kein stationärer Händler auf der ganzen Welt mithalten. Das würde sämtliche baulichen Dimensionen bei weitem sprengen. Spätestens nachdem ich meinen ersten PC bei Ebay gekauft hatte, sackten meine Umsätze mit dem Mediamarkt ziemlich schnell auf null herab. Und daran wird sich bis zum nächsten Umbruch im Handel auch nichts mehr ändern. Die Eröffnung einer neuen Filiale einer Elektronikkette im Sommer 2019 ist deshalb so etwas von daneben, dass es schon gar nicht mehr in Worte zu fassen ist. Und das waren angebliche Profis, welche irgendwann einmal im Halbschlaf BWL studiert hatten.

Wie sollte es deshalb erst bei den Laien aussehen, welche sich unter BWl gar nichts vorstellen können? Die Deutschen haben sich angestachelt durch niedrige Zinsen zu einer Schuldenorgie der Extraklasse verführen lassen. Obwohl die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte der Menschheit in jeder Stadt und in jedem Dorf seit bald zwanzig Jahren für jedes sehende Auge zu erkennen ist, wettete man auf eine goldene Zukunft. Doch wie sollte das gehen? In jeder Ortschaft stehen heute in der ganzen Republik zu jeder Jahreszeit Menschen auf den Straßen herum, welche offensichtlich nichts zu tun haben. Kommt man nämlich nach zwei Stunden wieder zurück auf dem Weg zum Bahnhof, dann stehen sie noch immer da. Dies und noch viel mehr gab es nicht. Es wurde durch einen billigen Taschenspielertrick ermöglicht, welcher zunächst die US-Bevölkerung, dann die Japaner und seit 2002 mit dem Euro auch uns ausraubte. Heute befinden wir uns in der Situation, dass es nirgendwo auf diesem geplünderten Planeten noch etwas zu holen gibt. Die große Krise von 2019 kommt von einem auf den anderen Tag und zwar überall auf der Welt. In Teilmärkten habe ich das bereits am eigenen Leib erlebt und man versteht es im ersten Moment nicht, weil es sich wie das Ziehen eines Steckers anfühlt. Es tut sich nichts mehr, auch wenn man den Stecker selbst zehnmal wieder einstöpselt. Doch genau diese Stunden nach dem Blackout sind die entscheidenden Zeiten, welche über die persönliche Zukunft entscheiden. Wenn man in diesem Zeitpunkt vergeblich mit dem Stecker herumhantiert und nicht die wahre Situation rechtzeitig erkennt, dann hat man ein ziemlich großes Problem und das ist noch sehr diplomatisch formuliert.

 

Wer sich über die Wirtschaftstitel der Leitmedien täglich informiert, der braucht für solche Fehlentscheidungen nicht einmal einen Tropfen Alkohol zu trinken. In den deutschen Leitmedien war die Welt der Wirtschaft bis vor 10 Tagen angeblich noch vollkommen in Ordnung, obwohl sie das bereits seit unserer Geburt nicht mehr war. Wir lebten ähnlich wie im Kinospielfilm “Die Truman Show” in einer vollkommen virtuellen Welt. Die komplette Wirtschaftsgeschichte bis zurück zum Römischen Reich und noch viel weiter wurde vollständig verfälscht. Man erzählte uns Märchen von einem Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Märchenonkel names Ludwig Erhard. Er verheimlichte aber lediglich den Taschenspielertrick mit der Währungsreform und verpackte in einer sozialen Marktwirtschaft, welche bis heute noch nie jemand erfahren durfte. Man suggerierte uns Jahrzehnte später einen bombastischen wirtschaftlichen Aufschwung (oder saudumm Wirtschaftswunder 2.0) nach der ersten Finanzkrise von 2008, welcher jedoch in Wahrheit ein ganz kleiner Rohrkrepierer war. Außerdem verließen ihn schon 2014 vollkommen die Kräfte. Das ist inzwischen stolze fünf Jahre her und in dieser Zeit schrumpfte die Wirtschaft. Zunächst nur unmerklich und langsam, aber inzwischen deutlich spürbar. Den einzigen wirklichen Boom in diesem und auch schon im letzten Jahrzehnt hatte lediglich die Baubranche zu verzeichnen. Und das sieht inzwischen selbst ein Blinder. Zwischen Konstanz und Flensburg wurde gebaut, was die Betonmischer in diesem Zeitraum maximal auswerfen konnten. Es handelte sich um den größten Bauboom in Deutschland seit dem Römischen Reich und die Hintergründe waren damals wie heute die gleichen. Den Menschen wurde eine goldene Zukunft versprochen, obwohl wir wirtschaftlich seit 2001 auf Reserverad herumfahren. D.h. wir erwirtschaften global seit fast zwanzig Jahren gar nicht mehr das Geld, um neue Autos zu fahren und eigene Häuser zu bauen. Und dieser Bauboom erstreckte sich nur noch auf Deutschland, während die europäische Peripherie wirtschaftlich austrocknete. Dort sah ich schon ab 2012 nur noch begonnenen private Bauprojekte, welche bis heute nicht mehr fortgesetzt wurden. Hinter ihnen stecken die faulen Kredite in den europäischen Banken und insbesondere bei der Deutschen Bank.

 

In Kenntnis der wahren wirtschaftlichen Verhältnisse hätte sich kein vernünftiger Mensch in diesem Jahrzehnt noch ein Eigenheim gebaut, weil dies ohne einen zuverlässigen Planungshorizont von 30 Jahren ein reines finanzielles Himmelfahrtskommando darstellen würde. Aber es wurde millionenfach getan und jetzt folgt wie immer im realen Leben der Zahltag. Alle Immobilieneigentümer werden mit einer neuen Grundsteuer konfrontiert, über welche man sich aus guten Gründen ausschweigt, obwohl sie jüngst beschlossen wurde. Sie wird alle knapp gestrickten Finanzierungskonzepte in der Luft zerreissen und viele vom einen auf den anderen Tag auf die Straße setzen. Und weil die Autos dieser Zielgruppe fast alle geleast sind, heißt das direkt auf die Straße gesetzt mit allem Hab und Gut. Weil auf der anderen Seite schon jetzt zu viel Wohnraum existiert (von wegen Knappheit, knapp war nur die Wahrheit aus dem Munde der Politiker), fallen die Preise der Häuser ins bodenlose und Leute wie ich kaufen sich dann die schönsten Hütten für wenig Geld. Denn das Licht am Ende des Tunnels nicht der erhoffte Ausgang, sondern der Zug der Lemminge. Und das wußte man schon seit Jahren. Die stolzen früheren Hausbesitzer nehmen die Schulden mit auf die Straße, weil sie nicht wie in den USA nur den Schlüssel an die Bank zurückgeben können. Ihr Leben wird dann sehr schwierig werden und das ist wohl die Untertreibung des Jahres.

 

Aber die Mehrheit der Deutschen sieht seit der Erfindung des iPhone vor über 10 Jahren den ganzen Tag nur noch auf einen seiner vielen Bildschirme und hat dabei den Wandel unserer Gesellschaft vor allem in den letzten 10 Jahren gar nicht mehr mitbekommen. Und diese Veränderungen waren mehr als nur gravierend. Beginnend durch die Hartz IV-Reformen zu Beginn des neuen Jahrhunderts nahm die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland rapide zu. Bei den von den Leitmedien noch heute zitierten Arbeitslosenzahlen handelt es sich nicht einmal mehr um gefälschte Zahlen. Das würde nämlich jeden professionellen Fälscher von Statistiken auf das Übelste beleidigen. Es handelt sich vielmehr um Zahlen, von denen gar keiner mehr weiß, was sich eigentlich dahinter verstecken soll. Vielleicht handelt sich dabei um die Zahlen der Arbeitslosen auf dem Mars oder direkt unter den Außerirdischen. Nehmen Sie einfach eine Zahl im zweistelligen Millionenbereich und Sie liegen damit bling geraten näher dran, als alle Arbeitsmarktforscher in Deutschland.

 

Sollte Sie das beunruhigen, dann sollten Sie noch heute etwas dagegen unternehmen und nicht erst morgen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.