Privacy Policy Warum wird immer der Mittelstand geschröpft? – AG News

Warum wird immer der Mittelstand geschröpft?

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Ein berühmter Bankräuber wurde früher einmal gefragt, warum er immer nur Banken ausraubt und er antwortete: „Weil dort das Geld liegt!“

Aber der Strukturwandel der letzten beiden Jahrzehnte hat sowohl die Banken selbst als auch den Beruf des Bankräubers nachhaltig verändert. Früher gehörten noch gute handwerkliche Kenntnisse zu diesem Berufsbild, weil eben nicht jeder zum Beispiel einen Tresor knacken kann.

Ich habe in NRW wohl die letzten traurigen Epigonen dieses sterbenden Berufsstandes erleben dürfen. Dazu gehörten zum Beispiel zwei Brüder in meiner zweiten Heimat, welche es mit der Dosierung des Sprengstoffes nicht so genau nahmen und deshalb nur enorme Sachschäden hauptsächlich bei Sparkassen und Volksbanken anrichteten.

Die Banktresore wurden dabei von den beiden nie geknackt. In einem anderen Fall war ich geschäftlich in Mönchengladbach in einer Bankfiliale unterwegs, weil ein altmodischer Drehbuchautor immer auf die Bezahlung mit Bargeld bestand.

Er fühlte sich als ehemaliger Häftling und Autor zahlreicher Krimis bzw. Krimiserien wie ein Mafia-Pate.

Als ich in der Bankfiliale endlich an die Reihe kam, drängte sich ein junger und vermummter Mann wie aus dem Nichts erscheinend nach vorne und rief Banküberfall. Ich war ohnehin schon zu spät dran, weil wieder sämtliche Autobahnen verstopft waren und dann auch das noch!

Ich sah ihn mir deshalb etwas genauer an und bemerkte, dass er lediglich eine täuschend echte Attrappe als Waffe mit sich führte. Weil ich absolut keine Lust auf die dummen Sprüche von Don Leone bei Verspätungen hatte, beendete ich diese Einlage eines völlig unbegabten Debütanten und nahm ihm einfach die Knarre weg.

Dabei fiel die Bankangestellte in Ohnmacht, was ich in dieser Situation jetzt auch nicht unbedingt gebrauchen konnte.

Können Sie sich nun vorstellen, warum es mit einem solchen Personal heute keine richtigen Bankräuber mehr gibt?

Es liegt zum Teil natürlich an der mangelnden Ausbildung, aber nicht etwa an einem Fachkräftemangel in diesem Gewerbe. Der wichtigste Grund ist schlicht und ergreifend der, dass die Banken seit der ersten Finanzkrise selbst gar kein Geld mehr haben.

Und dies liegt wiederum daran, dass die modernen Bankräuber des 21. Jahrhunderts inzwischen Volkswirtschaft studiert haben und die Banken in Nadelstreifen getarnt von innen ausraubt haben. Ohne eine akademische Ausbildung räumen Sie heute keine Bank mehr aus.

Denn heute geht es um größere Summen und anschließend wandert auch kaum noch einer dieser modernen Panzerknacker in den Knast.

Falls irgendwann wieder einmal Vorlesungen an Hochschulen stattfinden sollten, kann ich allen Eltern unter Ihnen nur anraten, sich einmal selbst davon zu überzeugen, was Ihre Kinder dort so alles lernen.

Sie werden überrascht sein!

Schön verkleidet in harmlos klingende englische Begriffe, wird da in der Volkswirtschaft nicht nur der perfekte Banküberfall vermittelt, sondern zusätzlich auch noch die vollständige Ausweidung des Mittelstands.

Bei den Großunternehmen können die Banken heute nichts holen, weil dies schon die Vorstände nach dem gleichen Prinzip wie in den Banken von innen heraus machen.

Es bleibt deshalb nur noch der Mittelstand zur Plünderung von allen Seiten her übrig. Nur hier ist heute noch etwas Geld zu holen!

Ein Kommilitone von mir hatte das mit den Hedgefonds in der Vorlesungen ziemlich rasch gepeilt und später skrupellos zu seinem Beruf gemacht.

Er war mir im Studium durch seine extreme Sparsamkeit und Zuverlässigkeit positiv aufgefallen, welche selbst die knauserigen Aldi-Brüder noch bewundert hätten.

Doch kaum hatte er das Diplom in der Tasche, war die Gehirnwäsche in Sachen gut und böse beendet und er ließ deshalb seinen verborgenen Talenten des Diebstahls freien Lauf.

Mit seinem Hedgefonds erleichterte er in der ziemlich kleinen BRD aber zufällig auch ein reiches Ehepaar aus Saarbrücken, welches ich gut kannte. Sie erzählten mir das und am letzten Gerichtstag ließ ich es mir nicht nehmen bei der Urteilsverkündung dabei zu sein.

Aber es endete wie immer in solchen Fällen mit einem Siegeszeichen von ihm und ich hatte mich zu früh gefreut. Er kam mit einer satten Geldstrafe auf Bewährung davon, erkannte mich im Publikum und lud mich zu sich nach Kronberg im Taunus ein.

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, denn ich interessierte mich schon immer beruflich für dieses Metier.

Aber wenn man sich wie er hinter hohen Zäunen verschanzen muss, dann ist das auch nicht der ganz große Hit im Leben. Das gleicht der Lamborghini in der Garage nicht aus. Aber für solche Leute ist es egal, dass sie nichts anderes als gemeine Diebe sind.

Der laienhafte Bankräuber aus Mönchengladbach war selbst ein Opfer des Systems, welches permanent Arbeitsplätze vernichtet und er wollte lediglich einige der ihm gestohlenen Kröten auf eine nicht ganz so schlaue Weise zurückholen.

Wir hatten nämlich eine knappe halbe Stunde Zeit bis eine Lara Croft in Polizeiuniform ihn mir abnahm. Ich interessierte mich für sein Schicksal und es war eine reine Verzweiflungstat.

Für den Kern des Mittelstands in Deutschland geht es jetzt ans Eingemachte. Das scheinbar ewige Wachstum im Baugewerbe durch das Drucken von neuem Geld ist endgültig vorbei und bis sich in Deutschland wieder etwas in Sachen Wachstum tut, wird es etliche Jahre dauern.

Die große Krise von 2020 ist als eine große Chance für Mittelständler zu sehen, doch nur wenige werden sie nutzen, um diesem System der Raubwirtschaft für immer zu entkommen.

Bleiben Sie deshalb unbedingt an diesem Thema und in diesem Blog dran!

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