Privacy Policy

Was wird aus Frankreich in diesem Jahr?

Innenminister Matteo Salvini und der stellvertretende italienische Ministerpräsident Luigi di Maio haben die gelben Westen in Frankreich öffentlich gelobt. Das war ein klarer Affront gegen den französischen Präsidenten Macron, aber eine solche Aussage war überfällig und auch folgerichtig. Die Proteste in Frankreich dauern inzwischen seit über zwei Monaten an und sie haben bereits wirtschaftliche Auswirkungen in Europa gezeitigt. Schließlich ist Frankreich wirtschaftlich gesehen in Europa keine kleine Nummer. Sein Bruttosozialprodukt liegt mit 2,28 Billionen Euro nicht sehr weit entfernt von den 3,25 Billionen Euro in Deutschland.

Die politische Krise begann in Frankreich bereits unter Nicolas Sarkozy und führte unter Francois Hollande schließlich zum Kollaps der etablierten Parteien. Ohne den von den Zentralbanken ins Spiel gebrachten Emmanuel Macron hätte vermutlich die Front National unter der Leitung von Marine Le Pen das Rennen gemacht. Das durfte natürlich nicht passieren, weshalb man Macron als angeblichen Neuling auch über die deutschen Leitmedien zum Favoriten machte und ihn komplett finanzierte. Dieses Geld sollte er durch Steuererhöhungen wieder für die Banken einspielen, welches aber erkennbar nicht funktionierte. In Deutschland wäre diese Rechnung selbstverständlich aufgegangen, obwohl man auch bei uns in Berlin wohl bemerkte, dass mit weiteren Steuer- und Abgabenerhöhungen nicht zu spaßen ist.

Ob sich unter einer Regierung Le Pen in Paris alles anders entwickelt hätte, ist zu bezweifeln. Die Steuererhöhungen hätten vermutlich nicht stattgefunden, aber man hätte wie in Italien die Schulden weiter erhöht und etwas mehr Druck auf die EU gemacht. Mehr aber auch nicht. Denn die bittere Wahrheit ist die, dass die EU bis über beide Ohren verschuldet ist und ein Austritt von Italien oder Frankreich aus der EU diese Länder sofort ruinieren würde. Darauf hat natürlich keiner der Beteiligten Lust, weil man ihn bzw. seine Partei dafür verantwortlich machen würde. In Italien hat man den Regierungswechsel im letzten Jahr gewähren lassen, welcher den Franzosen vorenthalten wurde. Ob das wirklich schlau war, wird sich noch in diesem Jahr zeigen. Doch wenn Frankreich unregierbar wird, hat dies auch Konsequenzen für uns alle in der EU.

Die EZB und damit ganz Europa befinden sich auf einer sehr gefährlichen Gratwanderung. Bei der aktuellen Verschuldung aller Länder in der EU darf wirtschaftlich überhaupt nichts schiefgehen. Die Weltkonjunktur kühlte sich bereits seit drei Jahren deutlich ab und wenn dann noch die ohnehin schwache französische Wirtschaft einen Einbruch hinnehmen muss, dann kann das den Euro ziemlich schnell an den Rand seiner finanziellen Möglichkeiten bringen und dann geht die europäische Schuldenbombe mit der Kraft einer Atombombe rasch hoch.

Unsere Finanzminister kennen diese prekäre Situation sehr gut und haben sich deshalb Anfang Dezember 2018 auf eine Reform des Euro verständigt. Das bedeutet eine Währungsreform und die findet in unserem Geldbeutel sowie unseren Bankkonten statt. Das ist den meisten Deutschen jedoch noch immer völlig unbekannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.